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57-Jähriger wird bei den Drei Weieren in St.Gallen zusammengeschlagen und ist von der Polizei «masslos enttäuscht»

Ein 57-jähriger Mann wird bei den Drei Weieren in St.Gallen von einem E-Biker zusammengeschlagen. Die Stadtpolizei St.Gallen sei nicht gekommen, sagt er. Jetzt wird der Vorfall intern geprüft.
Angela Müller
Der Vorfall ereignete sich bei den Drei Weieren in St.Gallen. (Bild: Michel Canonica/Hanspeter Schiess)

Der Vorfall ereignete sich bei den Drei Weieren in St.Gallen. (Bild: Michel Canonica/Hanspeter Schiess)

Dieser Artikel erschien zuerst am 18. Juli 2018 auf fm1today.ch.

Der laue Sommerabend zieht am Montag zahlreiche Leute auf die Drei Weieren. Auch den 57-jährigen R. M. Auf dem schmalen Weg zwischen dem Badekiosk Milchhüsli und dem Dreilindenweg kommt ihm ein etwa 35-jähriger E-Biker entgegen. Der IV-Rentner, der sich über das Nichteinhalten des Fahrverbots an bei den Drei Weiern schon länger ärgert, weist den E-Biker darauf hin.

Gleich Faustschläge am Kopf

«Der Mann hat sofort aggressiv reagiert und ich hatte gleich zwei Faustschläge am Kopf», sagt R. M. Er stürzt und wird von dem wütenden Velofahrer aufs heftigste mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert. «Erst als ich in der Böschung unten lag, liess er von mir ab und machte sich davon.» Das Handy, das der 57-Jährige bei sich trug, ist ihm beim Angriff weggefallen. «Danach habe ich es nicht mehr gefunden. Der Angreifer, der Hochdeutsch sprach, hat es wohl in den Weier geworfen.» Eine Zeugin hatte die Schlägerei beobachtet und versuchte den Angreifer mit Worten zu stoppen.

Polizei prüft den Vorfall

Doch nach der Schlägerei ist der Vorfall für R. M. noch nicht vorbei: Als er sich beim Notruf der Polizei meldet, wird ihm erklärt, eine Patrouille komme nicht mehr vorbei, da der Täter ja schon verschwunden sei. Bevor die Polizei etwas unternehmen könne, brauche es eine Anzeige von seiner Seite. «Ich bin masslos enttäuscht, wie die Polizei reagiert hat. Die Polizei kümmert sich weder um das Einhalten des Fahrverbots bei den Drei Weieren, noch hält sie es für nötig, vorbeizukommen, wenn jemand verprügelt wird.»

Mediensprecher Dionys Widmer hat sich das Gespräch zwischen R.M. und der Notrufzentrale angehört. «Die Polizei hat den Mann mehrmals angeboten, die Sanität vorbeizuschicken, und ihn darauf hingewiesen, dass er Anzeige erstatten soll», sagt Widmer. Auch habe die Person beim Notruf einmal angeboten, eine Patrouille vorbeizuschicken, doch darauf habe der Mann nicht reagiert, sagt Widmer. Er sagt: «Der Mitarbeiter hat sich korrekt verhalten. Weil der Täter bereits weg war und der Mann nur ein vages Signalement angeben konnte, konnte die Polizei vor Ort keine weiteren Massnahmen ergreifen. «Wir werden diesen Vorfall aber bestimmt noch detailliert prüfen und allfällige Erkenntnisse in die Ausbildung einfliessen lassen.»

Tochter macht ihrem Ärger auf Facebook Luft

Die Tochter postete darauf hin einen Aufruf auf Facebook. Wer etwas gesehen habe, solle sich melden. Die Stadtpolizei reagiert nun am Dienstagmorgen ebenfalls per Facebook: «Wir haben Kenntnis von diesem bedauernswerten Vorfall und wollen uns aufgrund der Kritik an der Polizei dazu äussern.»

Letztlich liess sich der Rentner von seiner Frau ins Spital fahren. Dort stellten die Ärzte mehrere Prellungen und Schrammen am ganzen Körper und einen verletzten Ellenbogen fest. Dieser dürfte unter Umständen noch operiert werden müssen. R. M. hat am Dienstagnachmittag bei der Kantonspolizei Anzeige erstattet. «Auch wenn sie uns gesagt haben, es verursache höchstens Papierkram.»

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