560 Gossauer Schüler fahren ins Wintersportlager

Vier von fünf Gossauer Schülerinnen und Schüler fahren in der zweiten Februarwoche ins freiwillige Wintersportlager. Die Schule lässt sich das etwas kosten.

Daniel Wirth
Drucken
Teilen
Gossauer Kinder können im Wintersportlager auch Schneeschuhwandern. (Bild: Getty)

Gossauer Kinder können im Wintersportlager auch Schneeschuhwandern. (Bild: Getty)

Die freiwilligen Wintersportlager seien in der Schule Gossau eine Erfolgsgeschichte. Dieser Satz in einer Mitteilung der Stadt ist keine Übertreibung: Vom 11. bis 15. Februar fahren insgesamt 560 Gossauer Schülerinnen und Schüler der fünften bis neunten Klasse in ein freiwilliges Wintersportlager. Das entspricht sowohl auf der Mittel- als auch auf der Oberstufe einer Teilnahme von rund 80 Prozent, wie Robert Züger, Schulleiter der Primarschulen Notker und Othmar und Leiter Schulsport der Schule Gossau, sagt.

Der Anteil der am Wintersportlager teilnehmenden Kinder und Jugendlichen habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, sagt Züger. Zum Vergleich: 2018 betrug der Anteil mitfahrender Mittelstufenschüler 78 Prozent und auf der Oberstufe 73 Prozent. In Schulen anderer Gemeinden läuft der Trend in die andere Richtung; die Zahlen sinken.

Der Schulrat Gossau ist von den Wintersportlagern und ihrem Sinn überzeugt. Das beweist er mit einer Erhöhung des Beitrages der Schule um 30 Franken pro Kind und mit dem Ausbau des Angebots polysportiver Aktivität. Züger sagt:

«Wintersportlager fördern das Soziale, die Bewegung und die Gesundheit.»

Mit der Erhöhung ihres Kostenanteils reagiert die Schule Gossau einerseits auf einen Bundesgerichtsentscheid zu den Elternbeiträgen und andererseits auf die in den letzten Jahren gestiegenen Lagerkosten.

Schule zahlt mehr als die Eltern

Damit bezahlen die Eltern weiterhin rund 200 Franken pro Kind und Lagerwoche, während die Schule Gossau ungefähr 300 Franken beisteuert. Bei den Angeboten für die daheimgebliebenen Schülerinnen und Schüler dürfen den Eltern nur noch die Verpflegungskosten von 16 Franken pro Tag in Rechnung gestellt werden, weil hier die Freiwilligkeit wegfällt. 200 Franken pro Kind und Woche; das ist für arme Familien ein «Lupf». Schulleiter Züger pflichtet dem bei. Er sagt aber, in Gossau hätten Eltern, die finanziell nicht auf Rosen gebettet seien, die Möglichkeit, für die Teilnahme ihrer Kinder am Wintersportlager ein Gesuch für einen Sozialtarif einzureichen. Solche Gesuche gebe es jedes Jahr etliche, sagt Züger.

Weil das Angebot in der polysportiven Winterwoche auf Wandern, Schneeschuhwandern, Schlitteln, Curling und Eislaufen ausgeweitet worden sei, entfalle für Eltern von Kindern, die diese Sportarten bevorzugten, die Anschaffung einer relativ teuren Ski- oder Snowboard-Ausrüstung, sagt der Leiter Schulsport.

Dass die Wintersportlager in Gossau sich grosser Beliebtheit erfreuten, führt Züger auch darauf zurück, dass die Lehrkräfte eingebunden und einen Tag lang auf die Lager vorbereitet werden. Mit der Teilnahme am Vorbereitungstag können die Lehrerinnen und Lehrer gemäss Züger ihre Jugend+Sport-Anerkennung à jour halten. Für das Rekrutieren der Lagerleiter, die nicht bei der Schule im Lohn stehen, arbeitet die Schule Gossau mit dem kantonalen Sportamt zusammen.

Mit dem Car oder Zug an elf Orte in den Bergen

Die insgesamt 560 Schüler und Jugendlichen aus Gossau verbringen ihre Wintersportwoche in elf Lagerhäusern in den Bergen: Alt St. Johann (zwei Unterkünfte), Andermatt, Arosa, Churwalden, Engelberg, Klosters, Laterns A, Lenzerheide, Wildhaus, Wangs/Pizol. Auf der Oberstufe werden in sämtlichen Lagern Alternativen zum Skifahren und Snowboarden angeboten, auf der Mittelstufe einzig in Wildhaus, wie Züger sagt.

In vielen Ostschweizer Schulgemeinden fahren die Kinder nicht mehr eine ganze Woche ins Lager. In Gossau schon: Die Busse in neun Destinationen und der Zug nach Arosa fahren am Montagmorgen ab und kehren am Freitagabend zurück.

Kein Thema beim Gossauer Leiter Schulsport ist die aktuelle Lawinengefahr: «Wir fahren erst in knapp zwei Wochen.»