Gemeindepräsidenten der Region Rorschach: «2019 wird wegweisend.»

Raumplan, Dorffeste und Ersatzwahlen: Das steht den Bürgern der Region Rorschach dieses Jahr ins Haus. Die Gemeindepräsidenten sagen, was sie 2019 alles vorhaben. Und sie ziehen eine Bilanz vom vergangenen Jahr.

Martin Rechsteiner
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Michael Götte, Tübach

Michael Götte, Gemeindepräsident von Steinach (Bild: rtl)

Michael Götte, Gemeindepräsident von Steinach (Bild: rtl)

Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach, muss nicht lange überlegen, als er nach seinem Highlight des Jahres 2018 gefragt wird. «Ganz klar das Kantonalschwingfest im Mai.» Seinen Stolz darüber kann Götte nicht verbergen. «Dass ein so kleines Dorf einen so grossen Anlass erfolgreich austragen kann, ist bemerkenswert und den Bürgern und Vereinen zu verdanken», sagt er. Ebenfalls gefreut habe ihn das mediale Echo der Tatsache, dass Tübach 2017 die höchste Geburtenrate im ganzen Kanton aufwies. «Zudem ist die Sanierung der Mehrzweckhalle pünktlich gestartet und bei der Ortsplanung sind wir grosse Schritte vorangekommen», sagt Götte zufrieden. Weniger gut hingegen sei es im vergangenen Jahr mit der Überbauung Zentrumswiese gelaufen. «Details haben den Fortschritt des Projekts immer wieder aufgehalten.» Die Zentrumswiese steht denn auch zuoberst auf Göttes To-Do-Liste für 2019. «Wir wollen das Projekt dieses Jahr realisieren, und zwar so, wie wir es über die Jahre geplant haben. Dazu gehört auch, dass wir die richtigen Mieter finden.» Ein guter Mix aus Gewerbe und Bewohnern soll es sein. «Wichtig bleiben wird für Tübach 2019 zudem die Raumplanung. Ich hoffe, wir können sie so verabschieden, wie wir es uns wünschen.» Dazu werde es zu gegebener Zeit Informationen geben für die Bevölkerung, kündigt Götte an.

Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg (Bild: lim)

Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg (Bild: lim)

Beat Hirs, Rorschacherberg

Auch Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg, ist mit dem vergangenen Jahr zufrieden. Er freut sich speziell über den Baufortschritt beim neuen Feuerwehrdepot. «Pünktlich zu Weihnachten konnte es die Feuerwehr beziehen. Ebenfalls gut voran schreitet der Bau des neuen Werkhofs.» Wenn alles fertiggestellt ist, seien auch die grossen Baulandreserven der Gemeinde im Bereich Neuhus erschlossen und bereit für die weitere Entwicklung. Das Jahr hielt für Hirs aber auch Tiefen bereit. «Völlig daneben empfand ich an der Bürgerversammlung die unsachlichen Angriffe aus dem Wiggenrainquartier gegen mich persönlich», sagt er. Man könne kritisch ihm gegenüber sein, betont der Gemeindepräsident. «Aber solch frei erfundene, persönliche Beleidigungen und Unterstellungen muss man sich auch in der Politik nicht bieten lassen.» Ein wichtiges Datum im Jahr 2019 sei für Rorschacherberg der 10. Februar. «Dann findet die Urnenabstimmung über den Seeuferweg statt», sagt Hirs. Darauf habe die Gemeinde lange hingearbeitet. Goldach und Rorschach stimmen im 2019 an der Urne über die neue Kantonsstrasse für den Autobahnzubringer Witen ab. Seitens Rorschacherberg sei dazu der Beitrag für Fussgänger und Velos im regulären Budget 2019 enthalten. «Ein positives Signal aus Rorschacherberg zu diesem bedeutenden Projekt finde ich wichtig». Beat Hirs präsidiert auch den Zweckverband Pelago, dem Pflegeheim der Region Rorschach. «Die Renovation des Pelago startet im Frühjahr 2019 bei laufendem Heimbetrieb. Das wird ein anspruchsvolles Projekt, welches wir momentan im Detail planen.»

Norbert Rüttimann, Untereggen

Norbert Rüttimann, Gemeindepräsident von Untereggen (Bild: mre)

Norbert Rüttimann, Gemeindepräsident von Untereggen (Bild: mre)

Ebenfalls eine positive Bilanz aus 2018 zieht der Unteregger Gemeindepräsident, Norbert Rüttimann. «Mich haben das Vereinsleben sowie die gesellschaftlichen Veranstaltungen und Anlässe im Dorf wie das Grümpeli, der Räbenlichtliumzug oder der Piazza-Tag besonders gefreut», sagt er. Erfreulich, wenn auch etwas später als erwartet, sei auch die Baubewilligung für die neue Lochmühlebrücke gewesen. «Positiv war zudem die hohe Rücklaufquote bei der Umfrage zur Zukunft des Schulhauses», sagt Rüttimann. Zufriedenstellend sei weiter, dass Untereggen die Revision der Ortsplanung 2018 bereits zur kantonalen Vorprüfung habe abgeben können. Und nicht zuletzt sei auch die finanzielle Aufstellung der Gemeinde gut. «2018 konnten wir die Steuern senken und wir haben nach wie vor ein schönes Eigenkapital.» Es gab vergangenes Jahr aber auch Dinge, an die sich Rüttimann nicht gerne zurückerinnert. «Da wäre die Angelegenheit mit dem gefällten Baum im November und die Berichterstattung in den Medien, die der Fall ausgelöst hat.» Der Gemeinderat sei stets bemüht, seine Geschäfte sachlich zu halten und mit dem nötigen Engagement für die Anliegen der Bürger da zu sein, sagt Rüttimann dazu. Als wichtigen Meilenstein im Ausblick für 2019 nennt der Gemeindepräsident die Ortsplanung. «Sie wird uns weiter beschäftigen und das grösste Thema für Untereggen sein.» Rüttimann hofft zudem, dass die Lochmühlebrücke bis im Sommer gebaut wird. «Und dann wird 2019 noch klar, ob das Projekt Fernwärme umgesetzt wird oder nicht.»

Dominik Gemperli, Goldach

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach (Bild: rtl)

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach (Bild: rtl)

Der Goldacher Gemeindepräsident Dominik Gemperli nennt in seinem Rückblick auf das Jahr 2018 zuerst das Projekt Zentrumsentwicklung. «Am 20. Dezember erfolgte der Rückzug der Einsprache, die das Vorhaben blockiert hat. Es ist sehr erfreulich, dass es jetzt in die Realisierung gehen kann», sagt er. «Das Projekt ist komplex, durch die vielen betroffenen Anstösser gibt es viele Parteien, die mitreden können.» Es sei gut, dass es jetzt vorwärtsgehe. Ebenfalls in sehr guter Erinnerung hat Gemperli die 1.-August-Feier, die Goldach vergangenes Jahr gemeinsam mit seinen Nachbarn Rorschach und Rorschacherberg abgehalten hat. «Dass Bundesrat Ignazio Cassis zu uns kam und eine Rede gehalten hat, war ein absolutes Highlight. Es herrschte sehr gute Stimmung an diesem gesellschaftlichen Anlass.» Doch auch in Goldach lief 2018 nicht immer alles nach Plan. «Zwar hat das kantonale Baudepartement die Einsprachen in Sachen Zentrumsüberbauung nach langer Zeit abgewiesen, allerdings liegt das Ganze jetzt beim Verwaltungsgericht.» Somit sei das Projekt nach wie vor blockiert. «Doch sein Vorankommen wäre wichtig für Goldach, es betrifft das Gebiet der Hauptstrasse», sagt Gemperli. Für 2019 wichtig sieht der Gemeindepräsident die bauliche Umsetzung der Zentrumsentwicklung. «Zentral ist auch das Voranschreiten der revidierten Ortsplanung, wir wollen dieses Jahr der Bevölkerung an einer Infoveranstaltung erste Entwürfe vorstellen.» Und wegweisend für die Gemeinde werde die Abstimmung über den Autobahnanschluss Witen, die im November ansteht.

Robert Raths, Thal

Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal. (Bild: rtl)

Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal. (Bild: rtl)

Robert Raths, Gemeindepräsident von Thal, ist rundum zufrieden mit dem vergangenen Jahr. «Wir haben ein super Team auf der Gemeindeverwaltung, das Jahresergebnis ist gut», sagt er. Auf dem Arena-Areal seien die letzten Parzellen verkauft oder reserviert, es werde gebaut. «Ebenfalls konnten wir 2018 das neue Feuerwehrdepot einweihen», sagt Raths zufrieden. Auf negative Dinge im Jahr 2018 angesprochen sagt er, es habe nichts Gravierendes gegeben. «Generell aber ist es schade, dass heutzutage kaum mehr ein Baugesuch vor Einsprachen verschon bleibt.» Im neuen Jahr stehen Thal einige Sanierungen bevor. Da wäre zum Beispiel das Rathaus, das laut Rats 2019 renoviert wird. «Zudem stehen Strassensanierungen an, etwa am Buechberg oder das Schiffli im Buriet.» Weiter wird die Renovation beziehungsweise der Ausbau des Pflegewohnheims Thal-Rheineck ein zentrales Projekt sein. Zu tun gebe in diesem Jahr zudem der Industriepark Altenrhein. «Wir werden damit beschäftigt sein, Ersatz für die Firma Stadler zu finden.»

Thomas Fehr, Horn

Thomas Fehr, Gemeindepräsident von Horn. (Bild: mre)

Thomas Fehr, Gemeindepräsident von Horn. (Bild: mre)

Zufrieden mit 2018 ist auch der Horner Gemeindepräsident, Thomas Fehr. «Bei den Bachsanierungen ging es voran. Die Unterführungen der Bäche unter der Bahnlinie sind bereits erstellt, der Hornbach ist fertig saniert.» Zudem sei 2018 das erste volle Jahr in Horn mit dem neuen Dorfplatz. «Ihn in allen Jahreszeiten zu sehen ist schön und erfreulich.» Erfolgreich gewesen seien auch das erste Familien-Sandskulpturenfestival im Juli sowie das grosse Public-Viewing der Fussball-WM. «Und dann gab es noch einen erfreulichen Neuzuzügeranlass im November», sagt Fehr. Auf die Frage, was in Horn vergangenes Jahr besser hätte laufen können, überlegt Fehr eine Weile. Ausser dem Raduner-Areal, dessen Zukunft nach wie vor ungewiss sei, fällt ihm aber nichts ein. 2019 will die Gemeinde mit der Sanierung des Schwärzebachs beginnen. «Und was viele betreffen wird: Die Bahnhofstrasse soll erneuert werden.» Die Strasse ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im Dorf. Am 10. Februar sind zudem Gesamterneuerungswahlen in Horn. «Unsere Gemeinderätin Nicole Josuran wird zurücktreten, ihr Amt wird an diesem Datum neu besetzt», sagt Fehr.

Roland Brändli, Steinach

Roland Brändli, Gemeindepräsident von Steinach. (Bild: rtl)

Roland Brändli, Gemeindepräsident von Steinach. (Bild: rtl)

Wenn Roland Brändli, Gemeindepräsident von Steinach, auf 2018 zurückblickt, fällt ihm einiges Erfreuliches ein, wie er sagt: «Wir konnten mit dem Erweiterungsbau des ‹Gartenhofs› beginnen, das ist positiv.» Gut unterwegs sei man auch in den Vorbereitungen auf das «Jubiläumsjahr 2019». Dieses Jahr wird die Gemeinde Steinach ihr 1250-jähriges Bestehen feiern. «Weiter sind wir gut unterwegs in der Planung des neuen Richt- und Zonenplans», sagt Brändli. 2018 konnte die Gemeinde zudem ihr Parkplatzkonzept sowie das neue Rechnungsführungsmodell umsetzen. Weniger erfreulich sei jedoch die Angelegenheit Dorfzentrum Nord. «Einsprachen blockieren das Projekt», sagt Brändli. «Und einen Wermutstropfen gibt es auch bei der neu gebauten Asylunterkunft.» Zwar sei gut, dass diese fertig gebaut ist, allerdings habe sie viel mehr gekostet als geplant. Und dann war da auch noch das Hochwasser am 1. August, das im Dorf grosse Schäden angerichtet hat. «2019 soll ein Betrag von 1,5 Millionen Franken in die Sanierung der Steinach fliessen.» Beschäftigen werde 2019 die Gemeinde zudem weiterhin der «Gartenhof», ein Ziel sei zudem ein erster Entwurf des neuen Zonenplans.

Hans Pfäffli, Rheineck

Hans Pfäffli, Stadtpräsident von Rheineck. (Bild: Benjamin Manser)

Hans Pfäffli, Stadtpräsident von Rheineck. (Bild: Benjamin Manser)

Hans Pfäffli, Stadtpräsident von Rheineck, zieht seine letzte Jahresbilanz, er wird 2019 zurücktreten. Und sie fällt positiv aus: «2018 war ein gutes Jahr, wir sind finanziell gut aufgestellt.» Weiter seien die Kulturtage, ein Leuchtturmprojekt des Städtlis, gut besucht gewesen. «Aber leider haben die Bürger im September das Kindergartenzentrum abgelehnt. Das schränkt Gestaltungsraum der Stadt in Sachen Arealentwicklung ein.» 2019 steht dem Städtli die Wahl eines neuen Präsidenten bevor, und möglicherweise auch jene eines neuen Schreibers. Wichtig wird laut Pfäffli zudem die Arealentwicklung «Grünau» bleiben. Weiter stehe die Erschliessung von Bauland an der Burgstrasse an. «Und natürlich wird uns der geplante Ausbau des Alters- und Pflegeheims Thal-Rheineck beschäftigen.» Es gebe eine Einsprache, Pfäffli hofft auf eine baldige Einigung.

Thomas Müller, Rorschach

Thomas Müller, Stadtpräsident von Rorschach. (Bild: rtl)

Thomas Müller, Stadtpräsident von Rorschach. (Bild: rtl)

Thomas Müller, Stadtpräsident von Rorschach, tritt 2019 ebenfalls zurück. Auch er blickt mit Zufriedenheit auf sein vergangenes Amtsjahr zurück. «Die Aufgabe als Stapi macht mir Spass und ich gehe auch nach 15 Jahren jedes Mal mit Freude zur Arbeit», lässt er sich zitieren. «Der geplante Autobahnanschluss Witen ist finanziert, die Abstimmungen dazu sind fix in Aussicht genommen.» Was Müller freue, sei die gute Zusammenarbeit mit seinen Kollegen aus den Nachbargemeinden, Dominik Gemperli und Beat Hirs. «Wir verstehen uns und nehmen zusammen an die Hand, was die drei Gemeinden mit Vorteil zusammen lösen.» Weiter seien seit 2018 die Gerichtsverfahren um den Stadtbahnhof nach Jahren endlich abgeschlossen. «Für die Zukunft wird sich die Frage stellen, ob und in welchem Rahmen Einsprechende für den volkswirtschaftlichen Schaden aus der zeitlichen Verzögerung solcher Projekte geradestehen sollen oder müssen», sagt Müller. Als einziges negatives Ereignis kommt ihm der Rechtsstreit mit der Stadt St. Gallen um einen Sozialhilfefall in den Sinn. «Aber der liegt jetzt beim Bundesgericht.» 2019 gebe es einige Meilensteine für die Stadt, wie Müller sagt. Nebst der Wahl eines neuen Stadtpräsidenten steht der Baubeginn am Bahnhof Stadt an. Die Abstimmung zum geplanten Autobahnanschluss Witen sei wegweisend für die Hafenstadt. Und dann sei da noch die Arealentwicklung Seeufer Ost. «Diese will ich 2019 unbedingt vorantreiben, wir wollen mindestens einen Planerlass schaffen.»