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Grossbaustelle mitten in der Stadt St.Gallen: Fels musste gesprengt werden

Seit einem Jahr wird zwischen der Felsenstrasse und der Wassergasse gebaut, bis 2021 entstehen hier neue Wohnhäuser. Nicht nur die kalten Temperaturen fordern die Bauleute heraus.
Sandro Büchler
In der Baugrube mitten in St. Gallen werden zurzeit die Löcher für die Erdwärmesonden gebohrt. (Bilder: Michel Canonica)

In der Baugrube mitten in St. Gallen werden zurzeit die Löcher für die Erdwärmesonden gebohrt. (Bilder: Michel Canonica)

Das Loch mitten in St. Gallen ist unübersehbar – und imposant. «Die Dimensionen der Baugrube sind schon gewaltig», sagt auch Ivan Lechthaler von H. J. Schmid & Partner Architekten AG. Er ist der Gesamtbauleiter der Grossbaustelle im Haldenhof. Lechthaler spricht von intensiven Arbeiten im vergangenen Jahr: «Zwanzig Meter tief ist der Aushub für das Neubauprojekt.» In fünf Metern Tiefe trafen die Arbeiter auf nackten Fels. Für die restlichen Meter musste deshalb grosses Geschütz aufgefahren werden.

«Der Grossteil der rund 25000 Kubikmeter Fels, die abgetragen wurden, sind gesprengt worden.»

Die Sprengungen seien die schonendste Variante für die Anwohner im Umkreis gewesen, sagt Lechthaler. «Drei bis fünf Sprengungen pro Tag machen nur während einigen Sekunden Lärm.» Das Gestein in mühsamer Kleinarbeit mit Baggern aus dem Hang abzuspitzen, hätte hingegen viel mehr Geräuschemissionen verursacht.

Jeder Millimeter wird überwacht

Die Bauarbeiten, insbesondere die durch die Sprengladungen verursachten Erschütterungen, werden permanent überwacht. An vier Punkten in je einer Himmelsrichtung um die Grossbaustelle werden fortlaufend die Erschütterungen gemessen. «Zwei weitere Sensoren sind in den Serverräumen von naheliegenden Firmen installiert», führt der Bauleiter aus.

An der Wand der Baugrube hängen lange Eiszapfen herunter. Das dahinterliegende Gestein und Erdreich wird mit massiven Bohrpfählen aus Beton gesichert, zusätzlich sind dicke Stahlnägel in die Wand getrieben worden. Rund um die Baugrube wurden zudem 50 Referenzpunkte an Gebäudefassaden definiert, die in regelmässigen Abständen vermessen werden. «Würde sich der Hang bewegen und gäbe es eine Abweichung von nur einem Millimeter, würden wir dies merken», sagt Lechthaler. Die geologische Überwachung sei die wohl grösste Herausforderung am Bernegghang. «Neben den engen Platzverhältnissen», ergänzt er.

Die geologische Überwachung sei die wohl grösste Herausforderung am Bernegghang. «Neben den engen Platzverhältnissen», ergänzt er.

Bei Lechthaler laufen auch die Anrufe der Anwohner zusammen. «Um die Emissionen erträglich zu halten, führen wir vor 8 Uhr keine lärmigen Arbeiten durch», sagt er. An den Wochenenden ruhe die Baustelle ganz. Von den Anwohnern erhalte er auch Rückmeldungen zu allfälligen Schäden. Bisher gab es aber keine Risse, keine Beschädigungen, «einzig ein Bild ist bei einem Anwohner heruntergefallen».

Bauprojekt an der Felsenstrasse blockiert

Zurzeit dringen die Arbeiter zum tiefsten Punkt der Grube vor. Die letzten der insgesamt 21 Bohrlöcher für die Erdwärmesonden werden aktuell in den Boden getrieben. In der westlichen Ecke der Baugrube laufen die Leitungen des Erdwärme-Heizsystems zusammen. «Darüber wird in den kommenden Wochen die Kanalisation gebaut, dann werden zwei Kräne links und rechts aufgerichtet.» Es soll zügig vorangehen. Lechthaler rechnet damit, dass bereits im Herbst die ersten Wohnhäuser stehen werden. Zeitweise habe man die Bohrungen wegen den tiefen Temperaturen jedoch unterbrechen müssen. «Uns gefror das Wasser beim Bohren ein», sagt Lechthaler. Man sei aber im Zeitplan.

Anders oben an der Baugrube: Das Bauprojekt an der Felsenstrasse 57 bis 65 sei durch eine Einsprache blockiert, sagt der Projektleiter Roland Ebneter. Bisher habe man sich mit dem Einsprecher nicht einigen können. «Und ohne Baubewilligung können wir nicht loslegen.»

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