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Schon 1947 ächzten die Rorschacher unter extremer Hitze

Im Jahre 1947 litt die Schweiz unter einer langanhaltenden Dürreperiode, auch die Region um Rorschach war betroffen. So gab es etwa Probleme mit der Milchversorgung.
Ines Biedenkapp
Die anhaltende Hitzeperiode liess auch 1947 das Gras verdorren. (Symbolbild: Andrea Stalder)

Die anhaltende Hitzeperiode liess auch 1947 das Gras verdorren. (Symbolbild: Andrea Stalder)

Zwar ist es in den vergangenen Tagen merklich abgekühlt, dennoch soll die Hitze in der Region Rorschach noch nicht vorbei sein. Bereits für Donnerstag sind gemäss «Meteo Schweiz» 28 Grad vorhergesagt. Doch das Phänomen Hitze ist nicht neu.

«Der 29. Juli 1947 wird in der Witterungsgeschichte unseres Landes vielleicht auf Generationen hinaus als der heisseste jemals in der Schweiz erlebte Tag verzeichnet bleiben», war sich der Autor des Textes im Ostschweizer Tagblatt von 1947 sicher. Denn an jenem Tag wurden an der Messstation in Zürich 37,6 Grad registriert, womit die Temperatur 0,6 Grad über der damaligen Höchstmarke lag.

Behörden warnten vor saurer Milch

Schon damals brachte der Hitzesommer in der Region Rorschach einige Probleme mit sich. Das Futter für Nutztiere wie Kühe und Schweine wurde knapp, es herrschte Wassermangel und die Bodenseefischer verzeichneten ein schlechtes Fangjahr. Zudem gab es aufgrund der hohen Temperaturen ein Problem mit der Milchversorgung. «Während der heissen Sommerzeit haben wir viel mehr mit Milchfehlern und Krankheiten zu rechnen, da die Erreger derselben, die Bakterien während der Sommerszeit ihre günstigsten Lebensbedingungen haben», schrieb das Tagblatt am 30. Juni 1947. «Es kommt bisweilen vor, dass sich die Milch in ihrer Zusammensetzung und in ihrem Aussehen verändert.» Daher wurde die Bevölkerung vor dem Verzehr von säuerlicher Milch gewarnt und angewiesen, diese nicht über längere Zeit der Hitze auszusetzen. Kühlschränke waren in den Nachkriegsjahren noch nicht so allgegenwärtig wie in der heutigen Zeit.

Über Wochen herrschte im Sommer 1947 Trockenheit, Pflanzen gingen ein und Gewitter brachten nur kurzzeitige Erleichterung. Um der Futternot entgegenzuwirken, trafen die Behörden verschiedene Massnahmen. «Ferner wird die Winterzuteilung an Kraftfutter um einen Monat vorverlegt und beginnt bereits am 1. Oktober», schrieb das OT am 18. August 1947.

Sommerliche Tenues für die Grenzwacht

In St. Gallen überraschte derweil die Direktion der Gas- und Wasserwerke, «mit der kategorischen Aufforderung auf Einsparungen im Wasserverbrauch.» Denn die Bürgschaft der Firma hatte bis anhin geglaubt, mit der 1894 erstellten und seither wiederholt ausgebauten Bodensee-Wasserversorgung «vor Wasserknappheit auf alle Zeiten gesichert zu sein.» Das direkte Besprengen der Trottoirs und der Gärten, «mit Benützung von Schläuchen und besonderen Gerätschaften», wurde nun strengstens Untersagt.

In der Region Rorschach und im Rheintal erhielten Grenzwächter aufgrund der Hitze am 1. August 1947 spezielle sommerliche Tenues, die man bis zu diesem Zeitpunkt nur von den Beamten der Zürcher Polizei kannte. «Wir sehen sie also erstmals nicht in Uniformrock, sondern nur in Hose, feldgrünem Uniformhemd, schwarzer Krawatte und Mütze im Dienst. Die Erleichterung ist den stark der Sonne und der Hitze ausgesetzten Leuten zu gönnen», befand das OT damals.

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