Frühlingswetter lässt Pegel steigen: 188 Milliarden Liter Wasser sind es mehr im Bodensee

Der extrem warme Winter führt zu einem frühen Pegel-Minimum des Bodensees. Mittlerweile ist das Wasser wieder gestiegen.

Andreas Walker
Drucken
Teilen

Wasserstand beim Rorschacherberger Hörnlibuck im Vergleich

(Bild: Andreas Walker)

Normalerweise erreicht der Bodensee Ende Februar/Anfang März den tiefsten Wasserstand. Der ungewöhnlich warme Winter führte jedoch zu einer Abweichung des üblichen Verlaufs des Bodenseepegels.

Wenn es kalt wird, fällt der Niederschlag in den Bergen als Schnee und bleibt gebunden. Mit der Frühlingswärme taut der Schnee auf, das gespeicherte Wasser wird wieder frei. Deshalb hat der Wasserstand des Bodensees normalerweise Ende Februar/Anfang März ein Minimum und beginnt danach wieder zu steigen.

Die ungewöhnliche Winterwitterung hatte auch Folgen für den Wasserstand des Bodensees. So schlug gerade der Februar, der oft durch klirrende Kälte die Region Rorschach mit bizarren Eis-Kunstwerken verzaubert, dieses Jahr komplett aus der Reihe.

Frühlingswetter mit wenig Niederschlag im Januar

Bereits der Januar war sonnig und warm – allerdings mit sehr wenigen Niederschlägen. Dies führte zu einem ersten Minimum des Bodenseepegels bereits Ende Januar mit einer Höhe von 395,18 Meter. Doch dann stieg in den ersten Februartagen der Bodenseepegel sprunghaft um etwa 35 Zentimeter an. Dieses Phänomen wurde durch eine Wärmeperiode im Februar verursacht, die der Seeregion extrem warme Frühlingstemperaturen brachten.

So wurden in der Region Rorschach vom 1. bis zum 4. Februar Maximumtemperaturen von 15,4 bis 17,5 Grad registriert. Zudem fielen vom 1. bis zum 5. Februar in der Region Rorschach über 30, im Rheintal teilweise über 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Auch in der Region Rorschach warm wie nie

Nach Angaben von Meteo-Schweiz war es landesweit der zweitwärmste Februar seit Messbeginn und mit dem extrem milden Februar endete der wärmste Winter seit Messbeginn 1864. Diese ungewöhnliche Wärme mit sehr hoher Schneefallgrenze führte zu einem vorzeigen Schmelzen des Schnees. Die zusätzlichen Regenfälle steigerten noch den Wassereintrag der Flüsse und all diese Faktoren führten zu diesem sprunghaften Pegelanstieg von 35 Zentimetern Anfang Februar. Für die Grösse des Bodensees bedeutet dies, dass nach wenigen Tagen rund 188 Milliarden Liter Wasser mehr im See enthalten waren.

Nach diesem sprunghaften Anstieg begann der Pegel wieder langsam abzusinken und stoppte Ende Februar auf einem zweiten Minimum auf 395,5 M.ü.M. Nun geht der Trend wieder langsam aufwärts und hält in der Regel bis zum nächsten Maximum Ende Juni an.

Der Schnee macht den Bodenseepegel

Es schneit, und das nicht zu knapp. Wenn die Schneehöhen in den Bergen derart hoch sind, dann wird das auch am Bodensee mit Interesse verfolgt. Schnee war nämlich Mitursache für das Jahrhunderthochwasser 1999.
Rudolf Hirtl