1,6 Millionen Franken für diverse Sanierungsarbeiten und ein Quadratmeter Land für Wittenbach: Darüber haben die Stimmbürger der Kirchgemeinde Tablat entschieden

Die Kirchgemeindeversammlung konnte wegen der Coronapandemie nicht stattfinden. Nun haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Tablat schriftlich abgestimmt.

Marlen Hämmerli
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Die Kirche Grossacker wird derzeit saniert.

Die Kirche Grossacker wird derzeit saniert.

Bild: PD

777 Kirchbürgerinnen und Kirchbürger haben eine Wahl getroffen und an der Abstimmung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Tablat-St.Gallen teilgenommen. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine beträchtliche Steigerung: Im April 2019 nahmen 91 Stimmberechtigte an der Kirchgemeindeversammlung teil. Zu dieser hohen Stimmbeteiligung kam es, weil die Abstimmung aufgrund der Coronapandemie schriftlich durchgeführt werden musste.

Auf am meisten Widerstand traf bei den Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern ein Kredit über 1,6 Millionen Franken. Dieser wird benötigt, um diverse Liegenschaften und die Infrastruktur zu erneuern. Gegenüber 582 Ja-Stimmen sagten 167 Personen Nein.

Kirche Heiligkreuz: Sanierungsarbeiten für eine Viertelmillion Franken

In der Kirche Halden wird damit für 19'500 Franken die Orgel saniert. Im Kirchgemeindehaus Stephanshorn werden die Pfarrwohnung saniert und die Audioanlage erneuert. Das kostet insgesamt 180'000 Franken. Zudem werden die Stühle für 40'000 Franken ersetzt. Ebenfalls für 40'000 Franken wird im Pfarrhaus Heiligkreuz ein Teil der Fenster saniert.

Der grösste Posten betrifft mit 250'000 Franken jedoch die Kirche Heiligkreuz. Dort wird zum einen die Heizung saniert, zum andern die Audioanlage. Derzeit sind Arbeiter an der Kirche Grossacker am Werk. Unter anderem sind dort Mauerwerk des Kirchturms beschädigt und die sanitären Anlagen veraltet. Dies wird nun in mehrmonatiger Arbeit ausgebessert. Den Kredit hatten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vergangenes Jahr genehmigt.

2019 beträgt der Verlust knapp 475'000 Franken

Die Stimmberechtigten haben das Budget 2020 und die Jahresrechnung 2019 genehmigt. Diese hat mit einem Verlust von 474'127 Franken geschlossen. Der Aufwandüberschuss wird über das Eigenkapital ausgeglichen. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 25 Prozent.

Die Kirchgemeinde unterstützt mit diesem Geld unter anderem Bedürftige. So gibt sie im Projekt Warenkorb Lebensmittel ab, die ansonsten weggeworfen würden und beim Projekt Koala erhalten benachteiligte Familien eine Erstausstattung für ihr neugeborenes Baby.

Zudem haben die Stimmberechtigten beschlossen, einen Quadratmeter Land an die politische Gemeinde Wittenbach abzutreten. Dies ist nötig, da die Gemeindestrasse in Wittenbach erneuert und das dortige Trottoir sicherer gestaltet wird.

Coronapandemie stellte Mitarbeitende vor Herausforderungen

Die Coronapandemie hat die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Tablat-St.Gallen – wie andere Kirchgemeinden auch – vor einige Herausforderungen gestellt. «Viele wurden dadurch aktiv und kreativ», schreibt Geschäftsführerin Christina Hegelbach.

Das Team in Rotmonten habe innert kürzester Zeit einen Online-Konzert-Gottesdienst organisiert. Im Heiligkreuz wurden zu Ostern, Auffahrt und Pfingsten Briefe und Impulsanregungen an alle Haushalte versendet oder verteilt und in Wittenbach entstand ein ökumenischer Rundbrief.

Auch der Religionsunterricht und das Schulfach Ethik, Religion und Gemeinschaft vielen aufgrund der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus aus. Die Lehrpersonen stellten daraufhin Materialien für den Fernunterricht zusammen. Und im Stephanshorn gingen Mitarbeitende für Personen, denen das nicht möglich war, einkaufen oder betreuten Kinder, deren Eltern arbeiteten.

Hegelbach sagt dazu: «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben bewiesen, dass wir auch mit Abstand zusammenstehen und viel bewegen können. Dafür danke ich ihnen und allen freiwillig Engagierten.»

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