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Sie reist 14'000 Kilometer ans Open Air St.Gallen

Barbara Looser ist in Abtwil aufgewachsen und lebt mittlerweile in Australien. Die Auswanderin erzählt über Heimweh, Fernbeziehungen und den wohl längsten Anreiseweg ans Open Air St.Gallen.
Noemi Heule
Alle zwei Jahre besucht Barbara Looser wenn möglich das Open Air St. Gallen. Und reist dafür um die halbe Welt. (Bild: Michel Canonica)

Alle zwei Jahre besucht Barbara Looser wenn möglich das Open Air St. Gallen. Und reist dafür um die halbe Welt. (Bild: Michel Canonica)

Früher, da trennten Barbara Looser nur wenige Kilometer und einige Höhenmeter vom Open-Air-Gelände. Von ihrem Zuhause auf dem Abtwiler Sonnenberg konnte sie praktisch den Hügel hinunterpurzeln bis ins Sittertobel. Heute muss sie dafür die halbe Welt umrunden, und fast 14'000 Kilometer überwinden. Alle zwei Jahre kehrt die 31-Jährige von Australiens Westküste in die Ostschweiz zurück. Nicht nur wegen des Open Airs.

«Als ob ich nie weggewesen wäre», beschreibt sie das Gefühl, wenn sie jeweils in Zürich Kloten aus dem Flugzeug steigt. Und doch sucht sie manchmal nach Worten, nach neun Jahren in Australien hat die Abtwilerin spontan nur das englische Pendant auf der Zunge. Schliesslich redet, denkt und träumt Barbara Looser mittlerweile auf Englisch. Und manchmal rutscht das R ein wenig tiefer in den Hals, als man das von der St.Galler Mundart gewohnt ist.

(Bild: Sabrina Stübi)
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(Bild: Hanspeter Schiess)
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Fürs leibliche Wohl ist gesorgt. (Bild: Sabrina Stübi)
(Bild: Sabrina Stübi)
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(Bild: Sabrina Stübi)
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Der Warteraum füllt sich. (Bild: Sabrina Stübi)
(Bild: Sabrina Stübi)
Auf gehts ins Sittertobel! (Bild: Sabrina Stübi)
(Bild: Sabrina Stübi)
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(Bild: Sabrina Stübi)
Der Bahnhof St. Gallen wird langsam von Festivalbesuchern bevölkert. (Bild: Sabrina Stübi)
46 Bilder

Der Donnerstag am Open Air St.Gallen

Neuseeländischer Schotte, Schweizer Australierin

Die Augen von Barbara Looser strahlen blau, ihr Haar glänzt blond und die braun gebrannte Haut zeugt davon, dass sie ihren Landsleuten bereits einige Sonnenstunden voraus hat. Ausgewandert ist sie einst, weil sie das Fernweh packte. Und die Liebe zuschlug. Damals, 2007, als sie zum ersten Mal in Australien war, nach der Diplommittelschule. Auf einer viermonatigen Reise durch den Kontinent lernte sie ihren Freund kennen, einen Neuseeländer, der in Schottland aufgewachsen war. Heute leben sie, mittlerweile verheiratet, da, wo sie sich einst kennenlernten, im australischen Perth. Ihren Nachnamen hat Barbara Looser behalten, als Erinnerung an die Heimat. Auch wenn er in Australien, trotz Doppel-O, oft kurzerhand als Loser ausgesprochen wird.

Der Sommer, die Sonne, der Strand. Auch das zog sie auf die Südhalbkugel. Den Schweizer Winter, die Leute, die vor der Kälte ins Innere flüchten, das hat sie noch nie gemocht. Ihre Reisen in die Schweiz legt Barbara Looser deshalb, wann immer möglich, auf die Sommermonate. Am liebsten Ende Juni, wo sie am Open Air zig Leute aus ihrer Vergangenheit auf einen Schlag treffen kann. Auch Besuche in den Bergen gehören zum Pflichtprogramm. Sie sagt:

«Ich sehe meine eigene Heimat durch die Augen einer Touristin»

Sie spaziert durch die Stadt, geniesst es, zu Fuss oder per Velo unterwegs zu sein, oder schlendert durch die Migros, wo sie die Produkte an früher erinnern. Das Essen, Fondue, Raclette oder auch Nüsslisalat vermisst sie in Australien, genauso das Hahnenwasser. Und selbstverständlich Freunde und Familie.

Immer freundlich, aber nicht mehr pünktlich

Die Familie ihrerseits liess sie nicht gerne ziehen. Und doch ermöglichte ihr Vater ihr ein Studium in Australien, auch wenn es dreimal teurer war als in der Schweiz. Hier war sie bereits an der Fachhochschule eingeschrieben, schob das Studium der Sozialen Arbeit wegen diverser Reisen aber immer weiter hinaus. «Lieber im Ausland studieren, als gar nicht», sagte ihr Vater. Heute arbeitet Looser als Sozialarbeiterin in einem Spital in Perth. Per Whatsapp, Facebook oder Skype hält sie Kontakt in die Schweiz.

Seit April hat Looser den australischen Pass, nach langer Wartezeit ist sie nun Doppelbürgerin. «Ich werde immer Schweizerin sein», sagt sie dennoch. Freundlich sein und aufeinander Acht geben, das seien Eigenschaften, die ihr hier mitgegeben wurden. Sie fügt an: «Pünktlichkeit zähle ich nicht mehr dazu.» Ein wenig hat sie halt doch den entspannten way of life ihrer neuen Heimat angenommen.

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