Wachstum
110 Rückmeldungen zur Vision: Die Planung des 360 Hektaren grossen Entwicklungsgebiets zwischen St.Gallen und Gossau geht in eine neue Phase

Das Gebiet St.Gallen West/Gossau Ost ist eines der schweizweit grössten Wirtschaftsgebiete mit über 726 Firmen und 16'000 Beschäftigten. Der Lebensraum und Arbeitsort soll nun langfristig gestärkt und eine zukunftsorientierte Wohn- und Wirtschaftsentwicklung geschaffen werden.

Rita Bolt
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Auf dem Asgo-Areal zwischen St.Gallen und Gossau sind über 700 Firmen angesiedelt, die 16’000 Personen beschäftigen.

Auf dem Asgo-Areal zwischen St.Gallen und Gossau sind über 700 Firmen angesiedelt, die 16’000 Personen beschäftigen.

Bild: Ralph Ribi (4. September 2019)

Die Siedlungsentwicklung am westlichen Stadtrand von St.Gallen und am östlichen Rand von Gossau gehen die Gemeinden St.Gallen, Gossau und Gaiserwald gemeinsam mit dem Kanton an. Gossaus Stadtpräsident Wolfgang Giella sagte an einer Informationsveranstaltung:

«Sämtliche Prognosen gehen auch bei defensiven Szenarien bis 2050 von einem weiteren Wachstum in der Region aus.»

Das Gebiet St.Gallen West/Gossau Ost sei eines der schweizweit grössten Wirtschaftsgebiete und werde der gesamten Region neuen Impulse verleihen. Angesiedelt sind 726 Firmen, die 16000 Personen beschäftigen. Das 360 Hektaren grosse Areal hat Potenzial: Der Lebensraum und Arbeitsort soll langfristig gestärkt und eine zukunftsorientierte Wohn- und Wirtschaftsentwicklung soll geschaffen werden.

Die Erarbeitung der Entscheidungsgrundlagen ist Aufgabe des Vereins Asgo. Er hat im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Grundeigentümerschaft, Wirtschaft und Vereinswesen die sogenannte Nutzungsvision 1.0 für das Gebiet erarbeitet. Zeithorizont der Nutzungsvision ist das Jahr 2050 – mit definierten Meilensteinen für 2030 und 2040.

Dritte Version der Vision in Aussicht gestellt

Anfang Jahr wurde die Nutzungsvision 1 in die Vernehmlassung geschickt. «110 Rückmeldungen sind eingegangen», sagte Laura Cortese von der Standortförderung der Stadt St.Gallen. Positiv bewertet wurde vor allem das Verfahren: Der partizipative Prozess bei der Erarbeitung könne als vorbildlich bezeichnet werden, schreibt beispielsweise das kantonale Volkswirtschaftsdepartement.

Ein solches Verfahren erhöhe die Akzeptanz bei der Grundeigentümerschaft und bei weiteren involvierten Kreisen, schreibt das Bau- und Umweltdepartement. Die Rückmeldungen seien katalogisiert worden und in die Nutzungsvision 2.0 eingeflossen, sagt Cortese.

Andreas Schläpfer, Geschäftsführer Verein Asgo.

Andreas Schläpfer, Geschäftsführer Verein Asgo.

Bild: PD

Konkrete Aussagen wurden nicht gemacht, hingegen wurde auf die Website verwiesen, auf der die Rückmeldungen einsehbar sind (nutzungsvision.asgo.ch). Andreas Schläpfer, Geschäftsführer des Vereins Asgo, sagte:

«Die vorliegende Nutzungsvision 2.0 ist ein Arbeitsdokument.»

Die Nutzungsvision 1.0 bleibe im Kern bestehen, werde aber an gewissen Stellen präzisiert oder Textstellen beziehungsweise Bausteine – auf Basis der Rückmeldungen der Vernehmlassung – begründet geändert.

In einem nächsten Schritt prüfen die Arbeitsteams die möglichen Auswirkungen. Ziel ist es, 2023 eine konsolidierte dritte Version der Nutzungsvision auszuarbeiten, die konkrete Massnahmen für das Asgo-Gebiet enthält und übergeordnet der Entwicklung des Areals dient.

Konkrete Massnahmen werden ausgearbeitet

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau.

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau.

Bild: Ralph Ribi

Nun gehe es darum, konkrete Massnahmen auszuarbeiten, sagte Schläpfer. Im Vordergrund stehe der Entwurf von Siedlungsszenarien mit den Auswirkungen auf das Verkehrssystem und das Mobilitätsverhalten. Er denke konkret an den Güter- und Personenverkehr, der schnell besser erschlossen werden müsse, sagte Giella. Es dürfe nicht sein, dass 30 Jahre lang nur geplant werde.

«Wir müssen jetzt erste Massnahmen definieren, die rasch sichtbar werden.»

Apropos sichtbar: Bis zum 13. September kann man im Feld 6 hinter der CH Media Print AG und an der Industriestrasse neben der Genossenschaft Migros Ostschweiz Sitzgelegenheiten des St.Galler Start-ups Pop-up-Piazza sehen und benützen. Die Module seien aus einheimischem Holz gefertigt, unbehandelt und mit E-Fahrzeugen ausgeliefert worden, sagte Roman Zollet. Pop-up-Piazza ist überzeugt, dass es im Freien zu wenige Plätze für spontane Outdoor-Meetings oder zum Ausruhen gibt. Darum möchte das Unternehmen helfen, solche Orte zu schaffen und dabei einen Fokus auf Nachhaltigkeit legen.

Während der Sommermonate erhalten Interessierte die Gelegenheit, sich bei diesen Sitzgelegenheiten an Schautafeln über die Siedlungsentwicklung zu informieren. Die Bänkli-Aktion ist gemäss dem Verein Asgo ein erster temporärer Versuch, den Aussenraum für die Arbeitnehmenden attraktiver zu gestalten und gleichzeitig die Bevölkerung zu informieren.