11 Stimmen entscheiden -Rorschacherberg sagt Ja zum Seeuferweg

Auch nach der zweiten Auszählung war klar: Gerade einmal 11 Stimmen entscheiden zugunsten einer Revitalisierung des Seeufers im Neuseeland mit Seeuferweg. 1084 der Rorschacherberger Stimmbürger sind für das vorgeschlagene Projekt, dagegen stimmten 1073. Die Befürworter freun sich; Gegner sprechen von einer bitteren Niederlage.

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Nach dem Willen der Stimmbürger soll hier vor dem Neuseeland in Rorschacherberg der Seeuferweg durchführen. (Bild: Tino Dietsche)

Nach dem Willen der Stimmbürger soll hier vor dem Neuseeland in Rorschacherberg der Seeuferweg durchführen. (Bild: Tino Dietsche)

Beinahe die Hälfte der Rorschacherberger Stimmberechtigen beteiligte sich an der Abstimmung. Die Stimmbeteiligung lag bei 48.6 Prozent. 2161 Stimmen gingen ein; 1084 für die «Revitalisierung Seeufer Neuseeland mit Seeuferweg», 1073 dagegen. Eine hauchdünne Mehrheit erteilt damit dem Gemeinderat grünes Licht für die Umsetzung des Projektes. Aufgrund des knappen Ergebnisses wurde im Stimmbüro zwei Mal ausgezählt, mit identischen Ergebnissen.

«Der Gemeinderat freut sich, dass er mit dem ausgewogenen Projekt eine Mehrheit der Stimmenden überzeugen konnte», so Gemeindepräsident Beat Hirs in seiner ersten Stellungnahme. Speziell die ökologische Aufwertung des Seeufers habe dem umstrittenen Seeuferweg zu dieser denkbar knappen Mehrheit verholfen. «Nach mehreren gescheiterten Seeuferwegprojekten ist der Gemeinderat einen grossen Schritt weiter gekommen.»

Gegner akzeptieren eine «bittere» Niederlage

Hirs verspricht mit Verweis auf das äusserst knappe Resultat ein sensibles Vorgehen: «Aus Kreisen der Gegner wurden im Vorfeld der Abstimmung grosse Bedenken wegen möglicher Störungen der Badi Hörnlibuck, Abfall, Nachteilen für die Natur, Friktionen mit den direkten Anstössern und hohen Kosten geäussert. Wir werden diese Bedenken in der Ausführungsplanung bestmöglich berücksichtigen, im Wissen, dass fast die Hälfte der Stimmbürger gegen dieses Projekt war.»
«Es tut weh, es ist eine bittere Niederlage», räumt Sven Bradke, Sprecher der «IG Neuseeland» ein. Das knappe Resultat sei zwar klar als Zufallsentscheid zu taxieren, doch Zweifel daran hat er nicht. «Ich habe volles Verrauen in das Stimmbüro, das ja auch einmal nachgezählt hat und auf dasselbe Resultat gekommen ist. Es ist ein demokratischer Entscheid, den wir selbstverständlich respektieren. Bradke warnt aber auch vor einer zu grossen Erwartungshaltung. Wer nun glaube, dass Renaturierung und Uferweg innert weniger Jahre realisiert würden, der irre sich. «Am Sonntag ist erst ein Grundsatzentscheid gefallen. Es folgen nun die üblichen öffentlichen Bauauflagen und die Verhandlungen zwischen Grundeigentümern und Gemeinderat», betont der IG-Sprecher.

«Verhandlungen mit den Anstössern werden unumgänglich sein und dafür muss auch das Ausführungsprojekt bezüglich Rad- und Fussweg entlang der Kantonsstrasse seitens Tiefbauamt des Kantons St. Gallen konkretisiert werden», bestätigt Beat Hirs. In der nächsten Phase werde das Projekt detailliert fertig geplant und anschliessend öffentlich aufgelegt. Seeseitig seien konzessionierte Anlagen in Betrieb, für die mit dem Kanton und den Anstössern passende Lösungen gefunden werden müssten. Diese Arbeiten verlangen gemäss Gemeindepräsident eine enge und anspruchsvolle Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachbereichen.

«Ein knappes aber demokratisches Resultat»

«Auch wenn es knapp ist freuen wir uns über das Resultat», sagt Florin Rupper von der Gruppierung Pro-Seeuferweg. «Es hat sich gezeigt, dass unsere Effort nötig war, ansonsten wäre die Abstimmung vermutlich anders ausgegangen.» Selbstverständlich müssten die Einwände der Gegner ernst genommen und gute Lösungen gefunden werden. Dennoch, auch das knappe Resultat sei demokratischen zustande gekommen.