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Busdepot: St.Gallen will 100 Millionen für einen Quantensprung investieren

Der Neubau, den die Stadt an der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse plant, ist weit mehr als ein Busdepot. Entstehen soll vielmehr ein ganzes Betriebszentrum für die Technischen Betriebe St.Gallens. Für deren Weiterentwicklung ist das ein wichtiger Schritt.
Reto Voneschen
Blick ins Areal an der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse. Die für den Neubau eines Betriebszentrums der Direktion der Technischen Betriebe nötigen Parzellen befinden sich bereits in der Hand der Stadt. (Bild: Jil Lohse - 2. August 2017))

Blick ins Areal an der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse. Die für den Neubau eines Betriebszentrums der Direktion der Technischen Betriebe nötigen Parzellen befinden sich bereits in der Hand der Stadt. (Bild: Jil Lohse - 2. August 2017))

Es kommt nicht alle Tage vor, dass die St.Galler Stadtregierung ein Bauprojekt für 100 Millionen präsentiert. Genau diese Kostendimension hat aber das neue Betriebszentrum für die Direktion der Technischen Betriebe (DTB) auf dem Areal an der Zürcher- und Rechenstrasse. Hier soll ein neues Busdepot entstehen. Zudem sollen elf der 15 Standorte der Stadtwerke hierher zügeln. Daneben entsteht Büroraum für weitere Amtsstellen und die Führung der Direktion. Auf im Gegenzug freiwerdenden Arealen an der Steinachstrasse will der Stadtrat zukunftsträchtige Arbeitsplätze ansiedeln. Die Rede ist von Med-Tech- und IT-Unternehmen.

Beim Parlament liegt die Vorlage für einen Kredit von gut 2,5 Millionen Franken. Mit dem Geld soll das Grossprojekt zwischen der Lachen und dem Lerchenfeld konkretisiert werden. Dies in einem zweistufigen Verfahren, das im ersten Schritt Planer einlädt, sich mit einem Konzept für den zweiten Schritt zu bewerben. Jene acht Planungsteams, die im Urteil einer Jury die besten, interessantesten, kreativsten und solidesten Konzepte liefern, sollen im zweiten Schritt ihre Ideen ausarbeiten. Am Schluss des Verfahrens empfiehlt die Jury ein Projekt zur weiteren Bearbeitung. Dieses wird zum Vorprojekt entwickelt.

Auch Abläufe lassen sich wesentlich verbessern

Dass die vorgesehenen Nutzungen auf dem Areal an der Zürcher- und Rechenstrasse Platz finden, hat die Stadt bereits in einer Machbarkeitsstudie überprüft. Auch die mögliche Verteilung auf das zur Verfügung stehende Bauland wurde ausprobiert. Die Studie zeige, dass es grundsätzlich möglich sei, VBSG und Stadtwerke auf dem Areal unterzubringen und dabei erst noch die Abläufe gegenüber den heutigen Standorten wesentlich zu verbessern, sagt Stadtbaumeister Hans­ueli Rechsteiner. Als Grundriss für den Neubau ist ein Rechteck vorgesehen: Es ergibt sich aus den Bedürfnissen im Busdepot. Die bis zu 25 Meter langen Stadtbusse fahren nämlich beim Einparkieren idealerweise immer vorwärts.

Die Grafik zeigt in einem Schemaschnitt von Osten, also von der Rechenstrasse her, wie die Verteilung der Nutzungen grundsätzlich aussehen könnte. Das mit der Machbarkeitsstudie entwickelte Konzept sieht zuunterst im Neubau rund 200 Parkplätze für das Personal von VBSG und Stadtwerken vor. Sie sind gemäss Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner gerade für Chauffeure wichtig, die die ersten und die letzten Fahrten eines Tages durchführen.

Für ihre Wege zwischen Depot und Wohnort können sie den ÖV nicht in Anspruch nehmen. Die Ein- und Ausfahrt in diese Garage erfolgt über die Rechenstrasse von Norden (in der Grafik von rechts) her. Das ist problemlos möglich, weil das Baugelände von der Zürcher- zur Rechenstrasse hin abfällt. Diesen Umstand nutzt das Konzept in der Machbarkeitsstudie aus.

Alle Zu- und Wegfahrten über die Rechenstrasse

In einem Untergeschoss mit Überhöhe sollen über dem Parkdeck auf der ganzen Grundfläche des Neubaus Busse abgestellt werden. Die Zufahrt für sie erfolgt von Osten her über die Rechenstrasse, und zwar dank des Gefälles auf dem Areal ebenfalls ebenerdig. Nach oben folgte ein Zwischengeschoss: Hier sind einerseits technische Einrichtungen für die darüberliegende VBSG-Werk­statt, aber auch Lagerräume für VBSG und Stadtwerke untergebracht.

Der St.Galler Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner (Bild: Benjamin Manser - 7. Dezember 2015)

Der St.Galler Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner (Bild: Benjamin Manser - 7. Dezember 2015)

Im Erdgeschoss des Neubaus sieht die Machbarkeitsstudie die Werkstatt der VBSG vor. Dass sie ebenerdig auf dem Niveau der Zürcher Strasse erstellt werden kann, ermöglicht effiziente Arbeitsabläufe auch mit den längsten Bussen. Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung ist gemäss Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner, dass die Arbeitsplätze Tageslicht haben.

Die Stadtwerke über dem Busdepot

Im ersten Obergeschoss sieht die Machbarkeitsstudie fürs neue Betriebszentrum der Technischen Betriebe die Werkstätten der Bereiche Elektrizität, Gas und Wasser der Stadtwerke vor. Sie werden über Aussenrampen erschlossen. Darüber könnten im zweiten Ober- und einem Attikageschoss Büros angeordnet werden. Ebenfalls Büroraum soll in einem separaten Gebäude südwestlich des grossen Neubaus an der Zürcher Strasse entstehen.

Das Areal an der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse, an dem die Stadt einen Neubau mit Busdepot sowie Werkstätten der Stadtwerke plant. Die drei Wohnblöcke in Richtung Freibad Lerchenfeld bleiben stehen. Die älteren Häuser und Baracken davor sollen abgebrochen werden. (Bilder: Benjamin Manser - 26. Oktober 2018)
Blick stadtauswärts ins gleiche Areal: links die Zürcher Strasse, hinten in der Mitte das Freibad Lerchenfeld und rechts das Sittertobel.
Das Areal von Norden her gesehen. Links ist die Migrolino-Tankstelle und die Rechenstrasse zu erkennen. Hinter der Zürcher Strasse liegt hinten rechts der Fussballplatz Lerchenfeld.
Das Areal in der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse mit Blick von Süden nach Norden.
Das potenzielle Bauareal fürs neue Busdepot von oben: vorne die Zürcher Strasse, von links nach rechts im Bild die Wiese der Badi Lerchenfeld, die drei Wohnblöcke, die stehen bleiben, dann die neun älteren Häuser und Baracken, die abgerissen werden sollen, und die Rechenstrasse. Der geplante Neubau wird die hier liegende Schleife der Rechenstrasse ausfüllen. Die Bauten rechts der Rechenstrasse werden durch das städtische Vorhaben nicht tangiert.
5 Bilder

Ein neues Busdepot für St.Gallen: Bauplatz zwischen der Lachen und Bruggen

Der zentrale Standort für die Technischen Betriebe ist nicht nur finanziell ein Riesenbrocken. Auch baulich wird er das übliche Ausmass sprengen. Für die Verkehrsbetriebe sollen 18'420 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Für die Unterbringung der Stadtwerke, des Entsorgungsamts, des Amtes für Umwelt und Energie sowie des Stabs der Technischen Betriebe sind nochmals 13'400 Quadratmeter Fläche nötig.

Stadt hofft auf kreative und originelle Ideen

Bei der Prüfung der Machbarkeit des 100-Millionen-Projekts für die Technischen Betriebe der Stadt St.Gallen hat die Direktion Planung und Bau zusammen mit einem Architekturbüro ein Konzept für den Neubau entwickelt. Es zeigt, dass das Raumprogramm der Verkehrsbetriebe, der Stadtwerke und weiterer Dienststellen auf dem Bauplatz an der Zürcher- und Rechenstrasse sinnvoll über- und nebeneinander angeordnet werden kann. Im nächsten Schritt soll das Vorhaben per Studienauftrag konkretisiert und zum Vorprojekt weiterentwickelt werden.

Studienauftrag ist keine Alibi-Übung

Das Verfahren mit dem Studienauftrag ist submissionsrechtlich vorgeschrieben. Das öffentliche Verfahren, dass die Stadt einleiten will, wenn das Stadtparlament ja zum Kredit dafür sagt, sei aber keinesfalls eine überflüssige Übung, hält Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner im Gespräch fest. Die Machbarkeitsstudie gebe die Sicherheit, dass die gestellte Aufgabe auf dem dafür vorgesehenen Areal überhaupt erfüllt werden könne.

Lösen könne man diese Aufgabe aber sicher auf verschiedenen Wegen. Die Stadt erhoffe sich vom Wettbewerbsverfahren möglichst vielfältige Lösungsansätze. Der erste Schritt des offenen Verfahrens lädt alle interessierten Planerteams zur Teilnahme ein. Aus den eingereichten Konzepten wird eine Jury die acht inte­ressantesten auswählen. Ihre Urheber sollen ihre Ansätze dann in einem zweiten Schritt weiter bearbeiten, ihre Ideen zu einem tauglichen Entwurf für den Neubau weiterentwickeln.

Ungewöhnliche Aufgabenstellung für Planer und Architekten

«Wir sind gespannt, wie kreative die Lösungen sind, die uns so präsentiert werden», sagt Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner zum Ziel des Verfahrens. Die Planung des neuen Betriebszentrums der Technischen Betriebe ist auf jeden Fall kein 08/15-Auftrag. Das sieht auch der Stadtbaumeister so. So etwas sei für jeden Planer oder Architekten eine spezielle Aufgabe. Der Neubau sei von seinen Funktionen wie von den Betriebsabläufen etwa im Busdepot her wirklich eine grosse Herausforderung. (vre)

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