100 Gossauer Teams kämpfen um den Ball

Am Wochenende findet die Gossauer Klassenfussballmeisterschaft statt. Die Zahl der Mannschaften ist nach Jahren des Rückgangs gewachsen. Der Übersicht zuliebe hält nun die Elektronik Einzug.

Johannes Wey
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954 Schülerinnen und Schülern treten am Wochenende gegeneinander an. (Bild: Urs Bucher (17. Juni 2018))

954 Schülerinnen und Schülern treten am Wochenende gegeneinander an. (Bild: Urs Bucher (17. Juni 2018))

Es ist ein Turnier der runden Zahlen: Zu den 30. Gossauer Klassen­fussballmeisterschaften haben sich genau 100 Mannschaften angemeldet. Das bedeutet nach Jahren mit sinkenden Zahlen wieder eine leichte Zunahme. «Vielleicht wirkt die WM nach», mutmasst OK-Präsident Patrik Mauchle. Zudem hätten die Organisatoren bei den Lehrerinnen und Lehrern stärker Werbung gemacht. «Wir sind auf sie angewiesen», sagt Mauchle. Es helfe viel, wenn sie die Schülerinnen und Schüler zu einer Teilnahme motivieren. Zudem sei es toll, wenn die Lehrperson auch beim Turnier sei. Das wisse er noch aus eigener Erfahrung.

Auch über die Gründe für die zuvor jahrelang sinkende Teilnehmerzahl kann Mauchle nur mutmassen. Die Schülerzahlen hätten sich einer Rolle gespielt. Nun schnüren am kommenden Samstag und Sonntag wieder 954 Buben und Mädchen die Fussballschuhe.

Den Spielplan auf dem Handy studieren

Dieses Jahr trägt Mauchle die Verantwortung als OK-Präsident erstmals alleine, nachdem er in seinem ersten Jahr noch von seinem Vorgänger Viktor Hungerbühler unterstützt wurde. Letzterer hatte während 25 Jahren bei der Organisation des Grossanlasses mitgeholfen. Der eigentliche grosse Brocken kam für Mauchle aber mit dem Erstellen des Spielplans. Dafür sei eigentlich ein separater Posten im OK vorgesehen, der derzeit vakant ist. «Der Spielplan macht etwa dreimal so viel Arbeit wie das Amt des Präsidenten», sagt er.

Die Arbeit hat sich aber gelohnt: Mauchle hat für dieses Jahr erstmals einen elektronischen Spielplan erstellt. «Bisher wurde der Speakerwagen nach jeder Runde regelrecht belagert.» Nun können die Resultate und die nächsten Paarungen jeweils kurz nach Spielende auf der Website der Klassenfussballmeisterschaft abgerufen werden, für Smartphones sogar in einer optimierten Ansicht. «Zum Glück bin ich einigermassen computeraffin. Das hat die Arbeit etwas erleichtert», sagt Mauchle. Ein Testlauf verlief erfolgreich, nun hofft er, dass das Turnierwochenende ohne elektronische Panne über die Bühne geht. «Ich bin zuversichtlich.»

Ehrgeizige Eltern halten sich zurück

Nicht nur gemessen an der Teilnehmerzahl ist die Klassenfussballmeisterschaft ein Grossanlass. An die 1000 Spielerinnen und Spieler locken natürlich auch viele Eltern und Grosseltern als Zuschauer auf die Sportanlagen Buechenwald. Mauchle rechnet insgesamt mit 2000 bis 3000 Personen auf dem Areal.

Bei einem emotionalen Anlass wie einem Fussballturnier kann auch der elterliche Ehrgeiz ins Spiel kommen, wie das beispielsweise zuletzt in Eggersriet oder vor wenigen Jahren beim «schnellsten Rotmöntler» in St. Gallen der Fall war. «Überdurchschnittlich ehrgeizige Eltern» gebe es auch in Gossau. Er sei bei der Klassenmeisterschaft jahrelang als Schiedsrichter im Einsatz gestanden. «Manchmal muss man die Eltern etwas beschwichtigen. Eigentliche Pöbeleien sind aber noch nie vorgekommen.» Auch der Umgang der Spieler mit dem Schiedsrichter und untereinander sei respektvoll.

Bei bis zu 3000 Personen stellt die Verpflegung eine logistische Herausforderung dar. «Besonders bei den Getränken hängt der Konsum aber vom Wetter ab», sagt Mauchle. Die Festwirtschaft wird von Markus Rosenberger geführt. Jährlich gehen etwa 400 Kilogramm Pommes frites über den Tresen, lässt er wissen. Hinzu kommen unter anderem rund 600 Hamburger, 500 Würste und 350 Hotdogs.

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