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1.-Mai-Kundgebung in St.Gallen ganz im Zeichen der Frauen

In St.Gallen gingen am Tag der Arbeit zwischen 500 und 700 Personen auf die Strasse. Hauptthema auf den Transparenten und in den Ansprachen waren die Gleichstellung von Frau und Mann.
Reto Voneschen
Am 1.-Mai-Umzug durch die St.Galler Innenstadt hatten die Frauen und ihr für den 14. Juni geplanter Streik einen starken Auftritt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)

Am 1.-Mai-Umzug durch die St.Galler Innenstadt hatten die Frauen und ihr für den 14. Juni geplanter Streik einen starken Auftritt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)

In St.Gallen verlief die 1.-Mai-Feier vom Mittwoch wie üblich ohne irgendwelche Zwischenfälle. Vom neuen Treffpunkt vor der Grabenhalle zog am späten Nachmittag nach Angaben von Polizei und Organisatoren ein Demonstrationszug mit 500 bis 700 Personen durch die Innenstadt. Dabei platzierten die Juso das Transparent «Klimakrise bekämpfen – UBS enteignen» am Schaufenster der Filiale der Grossbank am Multertor.

Ansprachen gab’s bei einem Halt in der Marktgasse und dann wieder vor der Grabenhalle. Danach kam vor und in der Halle Feststimmung auf, woran die gut ausgestattete Festwirtschaft, das Musikprogramm sowie der vermutlich einzig trockene Abend dieser Woche je ihren Anteil hatten.

Ein bunter Demonstrationszug zum Tag der Arbeit

Zentrales Thema des diesjährigen 1. Mai am Umzug wie in den Ansprachen war die Gleichstellung von Frau und Mann. Als Hinweis auf den Frauenstreik vom 14. Juni marschierte an der Spitze des Demonstrationszuges dieses Jahr eine reine Frauengruppe. Sonst war der Umzug stark gemischt.

Die St.Galler 1.-Mai-Demo startet auf dem Blumenmarkt zum Umzug durch die Innenstadt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Die St.Galler 1.-Mai-Demo startet auf dem Blumenmarkt zum Umzug durch die Innenstadt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
In der Frauengruppe an der Spitze des St.Galler 1.-Mai-Demonstrationszuges. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai)In der Frauengruppe an der Spitze des St.Galler 1.-Mai-Demonstrationszuges. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai)
Eine der gewerkschaftlichen Hauptforderungen am Tag der Arbeit: Gerechte Löhne für alle, unabhängig von Geschlecht und Alter. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Eine der gewerkschaftlichen Hauptforderungen am Tag der Arbeit: Gerechte Löhne für alle, unabhängig von Geschlecht und Alter. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Eine Gruppe junger Autonomer protestierte im 1.-Mai-Umzug gegen das HSG-Symposium. Das "Little WEF" gehöre als Teil des Kapitalismus auf den Müllhaufen der Geschichte, hiess es auf ihrem Transparent. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Eine Gruppe junger Autonomer protestierte im 1.-Mai-Umzug gegen das HSG-Symposium. Das "Little WEF" gehöre als Teil des Kapitalismus auf den Müllhaufen der Geschichte, hiess es auf ihrem Transparent. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
1. Mai in St. Gallen: Umzug und Demo durch die St. Galler Altstadt © Urs Bucher/TAGBLATT1. Mai in St. Gallen: Umzug und Demo durch die St. Galler Altstadt © Urs Bucher/TAGBLATT
Mit Fahnen der Gewerkschaft Unia. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Mit Fahnen der Gewerkschaft Unia. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Das Violett als Farbe der Frauenbewegung dominierte die Spitze des Demonstrationszugs durch die St.Galler Innenstadt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Das Violett als Farbe der Frauenbewegung dominierte die Spitze des Demonstrationszugs durch die St.Galler Innenstadt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Für die Ansprachen am 1. Mai kann man es sich auch gemütlich machen, und sei es auf dem Asphalt vor der Grabenhalle. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Für die Ansprachen am 1. Mai kann man es sich auch gemütlich machen, und sei es auf dem Asphalt vor der Grabenhalle. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Ebenfalls ein wichtiges Thema an der 1.-Mai-Feier: Solidarität mit Flüchtlingen, die sich viele Staaten in Europa - darunter auch die Schweiz - mit scharfen Einreiseregelungen vom Leib halten will. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Ebenfalls ein wichtiges Thema an der 1.-Mai-Feier: Solidarität mit Flüchtlingen, die sich viele Staaten in Europa - darunter auch die Schweiz - mit scharfen Einreiseregelungen vom Leib halten will. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Kurdinnen und Kurden aus der Ostschweiz protestieren gegen die Unterdrückung ihres Volkes durch die Türkei. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Kurdinnen und Kurden aus der Ostschweiz protestieren gegen die Unterdrückung ihres Volkes durch die Türkei. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
So gut gemischt wie in diesem Jahr war der 1.-Mai-Demonstrationszug in St.Gallen schon lange nicht mehr: Neben Frauen, einer starken kurdischen Delegation sowie Gewerkschaftsmitgliedern zogen auffällig viele junge Leute durch die Gassen der Innenstadt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)So gut gemischt wie in diesem Jahr war der 1.-Mai-Demonstrationszug in St.Gallen schon lange nicht mehr: Neben Frauen, einer starken kurdischen Delegation sowie Gewerkschaftsmitgliedern zogen auffällig viele junge Leute durch die Gassen der Innenstadt. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Eine klare Schuldzuweisung der Juso am Schaufenster der UBS-Filale am Multertor. (Bild: Urs Bucher)Eine klare Schuldzuweisung der Juso am Schaufenster der UBS-Filale am Multertor. (Bild: Urs Bucher)
Die SP-Regierungsmitglieder Heidi Hanselmann (zweite von links) und Fredy Fässler liefen an der Spitze des 1.-Mai-Demonstrationszuges in St.Gallen mit. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Die SP-Regierungsmitglieder Heidi Hanselmann (zweite von links) und Fredy Fässler liefen an der Spitze des 1.-Mai-Demonstrationszuges in St.Gallen mit. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Hauptredner zum 1. Mai in St.Gallen war SP-Ständerat Paul Rechsteiner. Er hatte davor schon in Walenstadt gesprochen und trat danach auch noch in Rorschach auf. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Hauptredner zum 1. Mai in St.Gallen war SP-Ständerat Paul Rechsteiner. Er hatte davor schon in Walenstadt gesprochen und trat danach auch noch in Rorschach auf. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
Langjährige Gewerkschafter an der Kundgebung zum 1. Mai vor der Grabenhalle. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)Langjährige Gewerkschafter an der Kundgebung zum 1. Mai vor der Grabenhalle. (Bild: Urs Bucher - 1. Mai 2019)
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Tag der Arbeit in St.Gallen: Demo, Ansprachen und ein Fest

Neben alten Genossinnen und Genossen marschierten auch viele Jüngere mit, unter anderem mit Transparenten, die Lösungen für die Klimakrise forderten. Mit von der Partie war wie üblich eine starke kurdische Delegation, die gegen die Unterdrückung von Kurdinnen und Kurden durch die Türkei protestierten.

Nicht nochmals 50 Jahre auf Lohngleichheit warten

Hauptredner am diesjährigen 1. Mai in St.Gallen war SP-Ständerat Paul Rechsteiner. Er hatte zuvor schon in Waldenstadt gesprochen und trat nachher noch an der 1.-Mai-Feier in Rorschach auf. Er verteidigte den Streik als friedliches Kampfmittel und Grundrecht in einer Demokratie. Ein Streik signalisiere, dass es jetzt ernst werde.

In diesem Sinn begrüsste Rechsteiner den Frauenstreik, der für den 14. Juni geplant ist: Es dürfe nämlich keinesfalls nochmals 50 Jahre dauern, bis die Gleichstellung – auch die lohnmässige – zwischen Frau und Mann realisiert sei.

Nicht länger arbeiten, länger Ferien machen

Derzeit liege vieles im Argen bei den Löhnen und Arbeitsbedingungen, kritisierte Paul Rechsteiner. So stimme im Verhältnis von unten und oben einiges nicht mehr. Die Löhne der Manager müssten sinken oder «weggesteuert» werden. Im Gegenzug brauche es substanzielle Lohnerhöhungen im Tieflohnbereich. Insbesondere bei Frauen: Löhne unter 4000 Franken im Monat seien eine Schande, sagte Rechsteiner.

Kritik übte der SP-Ständerat auch an bürgerlichen Versuchen in Bern, das Arbeitsgesetz auszuhöhlen und die Höchstarbeitszeit auf 60 Stunden pro Woche hinaufzusetzen. Das sei schwer erträglich, wenn man wisse, dass Schweizerinnen und Schweizer heute die längsten Arbeitszeiten in Europa hätten.

Da brauche es keine Erhöhung, 35 Jahre nach Einführung der vierten sei es vielmehr Zeit, eine fünfte Ferienwoche einzuführen. Der Produktivitätsfortschritt, so forderte Paul Rechsteiner, müsse sich auch auf die Arbeitszeiten auswirken.

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