St.Gallen will zwei Wölfe abschiessen

ST.GALLEN/CHUR. Die Kantone St.Gallen und Graubünden beantragen vom Bund eine Abschussbewilligung für Wölfe. Sie wollen zwei Tiere des Calanda-Rudels "entfernen", weil sich die Gruppe "zunehmend problematisch" verhalte.

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Zwei Jungtiere des Calanda-Rudels, erwischt im Sommer von einer Fotofalle. (Bild: pd)

Zwei Jungtiere des Calanda-Rudels, erwischt im Sommer von einer Fotofalle. (Bild: pd)

Ziel sei es, dass die Wölfe die Scheu vor dem Menschen wieder zurück erlangten, schreibt der Kanton St.Gallen in einer Medienmitteilung. Zwar habe es bislang keine gefährlichen Situationen für Menschen gegegeben. "In den vergangenen Monaten kam es jedoch immer häufiger zu nahen Begegnungen zwischen Menschen und Wölfen in oder um Siedlungen", heisst es in der Mitteilung weiter.

Problematisches Rudelverhalten
Einzelne oder mehrere Wölfe seien bis an Stalltore, Freilaufgehege oder Gebäude vorgedrungen und hätten sich nur widerwillig vertreiben lassen. Deshalb sei das Rudelverhalten nach mehreren Vorkommnissen als "problematisch" eingestuft worden.

Wölfe sollen wieder scheuer werden
Deshalb wollen die Kantone St.Gallen und Graubünden zwei Tiere des Rudels abschiessen. "Nur wenn die Wölfe wieder scheuer werden, wir ein Zusammenleben dieser Grossraubtiere in der Kulturlandschaft Schweiz auch in Zukunft möglich sein", begründet der Kanton sein Gesuch beim Bundesamt für Umwelt.

Tiere müssen sich vermehrt haben
Um die Abschussbewilligung zu erhalten, muss nachgewiesen werden, dass sich die Tiere im laufenden Jahr vermehrt haben, sie immer wieder in der Nähe von Siedlungen gesichtet worden sind sowie gegenüber dem Menschen wenig Scheu gezeigt haben.

Erstes Wolfsrudel der Schweiz
Seit 2012 lebt im Gebiet des Calanda-Ringelspitz-Massivs das erste Wolfsrudel der Schweiz. Die Sichtungen und das Verhalten der Wölfe im Streifgebiet wurden von Mitarbeitern der zuständigen Ämter der Kantone Graubünden und St.Gallen laufend protokolliert und bewertet.

Zehn Tiere
Laut dem Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen, Dominik Thiel, besteht das Calanda-Rudel derzeit aus etwa zehn Wölfen. Es seien ein Elternpaar mit vier Jungen sowie drei bis fünf Jungtiere vom letzten Jahr, sagte Thiel der Nachrichtenagentur sda.

Sieben Ziegen gerissen
Der geplante Abschuss habe nichts mit Rissen von Nutztieren zu tun, erklärte der Amtsleiter. Laut Thiel haben die Calanda-Wölfe in diesem Jahr sieben Ziegen und ein Kalb gerissen. Das sind gemäss den Vorschriften des Bundes nicht genug Risse, um einen Abschuss zu begründen. (pd/red./sda)