ST.GALLEN: Was Einbrecher in Schulhäusern suchen

Anfang Woche versuchten Unbekannte in Primarschulhäuser der Stadt St. Gallen einzubrechen. Es gelang ihnen nicht - dank Vorsichtsmassnahmen.

Hannah Göldi
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Die Schulen der Stadt St. Gallen haben aus einer Einbruchserie im vergangenen Jahr gelernt. (Bild: Jonny Schai)

Die Schulen der Stadt St. Gallen haben aus einer Einbruchserie im vergangenen Jahr gelernt. (Bild: Jonny Schai)


Einbrüche in Schulhäuser sind im Kanton St. Gallen nichts Neues. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Serie von Einbrüchen in Schulen. Zwischen Montag und Dienstag gab es nun in ­ den Primarschule Oberzil und Grossacker etwa zur gleichen Zeit erneut Einbruchsversuche. Aber was suchen Einbrecher in Schulen, vor allem in Primarschulhäusern?

Zwei Männer, 39 Einbrüche

«Manchmal sind es Jugendliche, welche früher die jeweiligen Schulen besuchten und wissen, wann beispielsweise der Hauswart fort ist, oder wo die Gebäude am besten zugänglich sind», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei. Bei Schulen können die Einbrecher ausserdem davon ausgehen, dass die Gebäude nachts leer sind. Es ist nicht das erste Mal, dass in diese beiden Schulhäuser eingebrochen wurde.

Zwischen September 2015 und Juni 2016 brachen zwei Männer, beide Jahrgang 1990, in insgesamt neun Schulhäuser der Stadt St. Gallen ein. Die Deliktsumme betrug insgesamt 17'500 Franken, mit Sachschäden von 37'300 Franken. Auch Oberzil und Grossacker waren unter ­ den neun.

Neben Schulhäusern hatten sich die beiden Täter allgemein auf Einbruchdiebstähle spezialisiert. So brachen sie in der erwähnten Zeitspanne noch in 30 Geschäfte der Stadt ein. Ob zwischen den beiden Vorfälle dieser Woche ein Zusammenhang besteht, ist bislang unklar.

Massnahmen gegen Diebstahl

Nach der Einbruchsserie des vergangenen Jahres wurden Präventionsmassnahmen eingeleitet: «Die Schulverwaltung wies Lehrer an, kein Geld oder Wertsachen mehr in den Schulen zu lassen. Auch die Fenster und Türen wurden einbruchsicher gemacht», sagt Bruno Bürgi, Schulleiter der Primarschule Oberzil. Weitere Wertgegenstände, die in der Schule bleiben, seien die Mühe nicht Wert. So sind zum Beispiel Laptops oder Tablets äusserst gut konfiguriert und passwortgeschützt. Die Massnahmen zahlten sich aus: Bei beiden Vorfällen Anfang dieser Woche schafften es die Täter nicht, in die Schulhäuser einzudringen. Lediglich die Tür- und Fensterrahmen waren beschädigt. Der Sachschaden beträgt insgesamt 3400 Franken.

Um solche Schäden in Zukunft möglichst gering zu halten, wurde beschlossen, die Zimmertüren im Schulhaus nachts nicht abzuschliessen. «Schafft es ein Täter, in das Schulhaus einzubrechen, kann der Sachschaden innerhalb des Gebäudes niedriger gehalten werden», sagt Bruno Bürgi. Da die Wertsachen nicht mehr im Schulhaus gelassen werden, seien die offenen Türen unbedenklich.