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ST.GALLEN: Vorbereitet auf den Schlamm

Die Aufbauarbeiten für das OpenAir St. Gallen finden dieses Jahr grösstenteils im Regen statt. Doch obschon ein weiteres "Schlammgallen" bevorstehen könnte, wollen die Veranstalter nicht das Wetter-Klagelied anstimmen.
Janique Weder
Bleiben die Wiesen grün, oder versinkt das Sittertobel im Schlamm? Noch ist es zu früh für eine Prognose. (Bild: Daniel Dorrer)

Bleiben die Wiesen grün, oder versinkt das Sittertobel im Schlamm? Noch ist es zu früh für eine Prognose. (Bild: Daniel Dorrer)

ST.GALLEN. Es heisst nicht umsonst "Schlammgallen". Wenn sich die saftgrüne Wiese im Sittertobel in eine dunkelbraune Masse verwandelt und dreckverschmierte Besucher knietief im Matsch waten, dann ist wieder OpenAir-Zeit. Nicht, dass es nicht auch trocken ginge, doch ein Blick auf die Geschichte des OpenAir St.Gallen zeigt: Von insgesamt 39 Festivals gingen lediglich zehn ohne Regen über die Bühne. Auch dieses Jahr stimmt das Wetter der vergangenen Wochen nicht unbedingt heiter. Der Monat Mai war in St.Gallen der zweitnasseste seit Messbeginn, und auch im Juni ist weit mehr Regen gefallen als üblich.

Aufwendig, aber problemlos

Noch ist im Sittertobel aber nichts vom Schlamm zu sehen. Im Gegenteil: Ein Streifzug durchs Gelände zeigt ein mehrheitlich positives Bild. Die Wiesen sind grün, Pfützen gibt es kaum. Und das, obschon die Aufbauarbeiten für das Festival Ende Monat voll im Gang sind. "Natürlich ist das Wetter nicht sehr angenehm für die Arbeiter", sagt Mediensprecherin Sabine Bianchi. Der Aufbau verlaufe aber plangemäss. Bianchi führt dies auf die konsequente Nutzung von Schwerlastplatten zurück, dank denen auch schwere Fahrzeuge eingesetzt werden können.

Auch Bauchef Mica Frei will kein Klagelied über das Wetter anstimmen. Seit etwas mehr als 20 Jahren arbeitet er für das OpenAir. Vom Regen der vergangenen Wochen lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. "Dass er nicht spurlos an uns vorbeizieht, ist klar." Der Aufwand sei bei allen Arbeiten eben etwas grösser. Grund zur Sorge gibt es laut Frei aber nicht. Das Wasser fliesse schnell ab, und auch die Gefahr von Hangrutschen und Murgängen bestehe derzeit nicht. "Wir haben es unter Kontrolle." Die Veranstalter scheinen aus der Vergangenheit gelernt zu haben.

Noch gut erinnert man sich an das OpenAir 2013, das als eines der verregnetsten in die Geschichte einging. Bereits vor Festivalbeginn mussten zehn Tonnen Schlamm abtransportiert werden. "Das hat uns gezeigt, wo die Problemzonen liegen", sagt Frei. Heute sorgen mit Kies aufgefüllte Sickergruben und Drainageleitungen dafür, dass das Wasser gut ablaufen kann. Hinzu kommt laut Frei, dass die schlammproduzierende Humusschicht nicht mehr so dick ist wie früher. Tausende OpenAir-Besucher hätten in den vergangenen Jahren grosse Mengen Erdboden abgetragen.

Besucher produzieren Schlamm

Vom Regen unbeeindruckt zeigt sich Biobauer Max Gmür, dessen Haus mitten im Sittertobel steht. "Immer diese Diskussion ums Wetter. Ist doch egal", sagt er und lacht. Seit 20 Jahren führt er seinen Betrieb auf dem OpenAir-Gelände und weiss deshalb: "Für den Boden entscheidend sind die Tage vor und während des Festivals." Ohne die Menschenmassen erhole sich das Gelände schnell. Schwieriger werde es dann, wenn die Besucher kämen und alles zu Schlamm trampelten.

Auch das Aufräumen sei nach einem nassen Festival ein anderes, sagt Gmür. Der Abfall ist nicht nur schwerer, sondern auch schwieriger zu trennen. Sind die Abfallberge einmal weggeräumt, steht die Rekultivierung des Bodens an. Dabei wird die oberste Schicht Erde aufgelockert. Bei trockenem Wetter sickert das Wasser nach dieser Prozedur innert weniger Tage ab. "Bei Regen dauert das natürlich länger." Und teurer ist es auch. Jedoch sei auch zu trockenes Wetter nicht gut für die Aussaat, sagt Gmür.

Ans Aufräumen wollen aber weder Bauchef Mica Frei noch Bauer Max Gmür denken. Sie haben ein anderes Ziel vor Augen: Eine grüne Wiese zu Festivalbeginn. "Danach kommen die Besucher, und dann können wir sowieso nichts mehr machen", sagt Gmür und fügt an: "Mir gefällt's auch am Schlammgallen."

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