ST.GALLEN: Technische Berufe auf Nachwuchssuche

Vier Tage dauert neu die Ostschweizer Bildungsausstellung. Sie steht unter dem Motto «Technik begeistert». Gestern wurde sie eröffnet, unter anderem mit einem Gespräch über die Freude an technischen Berufen und die Schwierigkeiten der Branche.

Chris Gilb
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Junge OBA-Besucher erproben technische Fertigkeiten. (Bild: Benjamin Manser)

Junge OBA-Besucher erproben technische Fertigkeiten. (Bild: Benjamin Manser)

ST.GALLEN. Die 23. Ostschweizer Bildungsausstellung (OBA) bietet nebst 155 Ausstellern auch grundsätzliche Neuerungen im Vergleich zum Vorjahr. Eine davon ist, dass Aussteller aus dem Bereich der Erwachsenenbildung nicht mehr eine separate Ausstellungsfläche haben. Sie sind nun in die restliche Ausstellung zu den Bereichen Grund- und Weiterbildung integriert. Auch dauert die OBA neu vier Tage. «Mit der Integration der Erwachsenenbildung entsprechen wir dem Bedürfnis der Besucher, nicht nur Erstberufe kennenzulernen, sondern gleich ganze Karrierewege präsentiert zu erhalten», sagte der Direktor der Olma Messen, Nicolo Paganini, an der Eröffnungsfeier gestern. Das Motto der diesjährigen OBA lautet «Technik begeistert». Im Mittelpunkt stehen deshalb Berufe der Maschinen-Elektro- und Metallindustrie.

Bild: Benjamin Manser
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Den richtigen Beruf gewählt

Um diese Industrien ging es auch im Laufbahntalk. Teilnehmer waren Alice Hautle, Abteilungsleiterin bei Gema Switzerland, Bruno Mihaljevic, Polymechanikerlehrling bei der Büchler Reinli + Spitzli AG, und sein Chef Andreas Scherrer. Seit 34 Jahren arbeitet Scherrer im Unternehmen. Die Hälfte seiner Angestellten seien «Eigengewächse». «Es ist mir wichtig, den Bedürfnissen der heutigen Generation nach Weiterbildung zu entsprechen.» Er unterstütze seine Lehrlinge deshalb bei Weiterbildungen und versuche, ihnen im Anschluss auch bessere Stellen anzubieten. Bruno Mihaljevic bereut es nicht, Polymechaniker geworden zu sein. Stolz berichtet er, dass er zwischenzeitlich an der Maschine arbeiten dürfe. Er wolle nach der Lehre erst drei Jahre arbeiten und dann das Thema Weiterbildungen angehen. Auch Alice Hautle ist froh, sich für einen technische Beruf entschieden zu haben. «Einige männliche Kollegen waren zwar überrascht, aber positiv.»

Schwierigkeiten der Branche

Andreas Scherrer erinnert sich: «Als ich die Lehre begann, arbeiteten nur Männer in diesem Beruf.» – «In meiner Berufsschulklasse sind auch nur Männer», sagt Mihaljevic. «Ich wünschte mir noch mehr Frauen im Betrieb, diese haben auch einen guten Einfluss aufs Betriebsklima», sagt Scherrer. Doch nicht nur weiblichen, sondern Nachwuchs allgemein zu finden, ist eine Herausforderung für die Branche. «Auf eine Stelle bei uns haben sich nur vier Personen beworben», erzählt Hautle. «Ich hoffe, dass die Nachfragesituation gut bleibt, die Konkurrenz im Ausland ist gross.»

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