St.Gallen
Virusmutation im Oberstufenschulhaus Engelwies – jetzt werden alle getestet

Im Schulhaus Engelwies wurde bei vier Personen eine Variante des Coronavirus festgestellt. 41 Schülerinnen und Schüler sind in Quarantäne. In den nächsten Tagen sollen alle Lehrpersonen sowie sämtliche Schülerinnen und Schüler getestet werden.

Marlen Hämmerli
Drucken
Teilen
Zwei Klassen des Oberstufenschulhauses Engelwies müssen in Quarantäne, weil zwei Lehrpersonen sowie zwei Jugendlichen positiv auf eine der Coronavarianten getestet worden sind.

Zwei Klassen des Oberstufenschulhauses Engelwies müssen in Quarantäne, weil zwei Lehrpersonen sowie zwei Jugendlichen positiv auf eine der Coronavarianten getestet worden sind.



Bild: Benjamin Manser (16. März 2020)

Eines der mutierten Coronaviren ist in der Stadt St.Gallen angekommen: Im Oberstufenschulhaus Engelwies im Westen der Stadt wurde es bei zwei Lehrpersonen und zwei Jugendlichen festgestellt. Das teilt die Staatskanzlei St.Gallen am Mittwochnachmittag mit. Um welche Variante es sich handle, sei nicht untersucht worden.

Die positiv getesteten Personen befinden sich in Isolation. Das Contact-Tracing-Team habe ausserdem bereits alle engen Kontaktpersonen in Quarantäne gesetzt. Wo sich die betroffenen Personen angesteckt haben, ist unklar. Karen Peier, stellvertretende Leiterin des Kantonsarztamts, sagt: «Die Erkrankten können sich das nicht erklären.» Allgemein bekannt ist, dass 70 Prozent der Leute nicht wissen, wo sie sich angesteckt haben.

Karen Peier, stellvertretende Leiterin des Kantonsarztamts.

Karen Peier, stellvertretende Leiterin des Kantonsarztamts.

Bild: Arthur Gamsa (9. Dezember 2020)

Im «Engelwies» müssen nun zwei Klassen in Quarantäne. Das sind insgesamt 41 Schülerinnen und Schüler. Zudem müssen sich alle Angestellten und Schüler des Schulhauses testen lassen, nicht nur die Jugendlichen aus den betroffenen Klassen. Dabei wird der PCR-Spucktest verwendet, wie es in der Mitteilung heisst. Die Resultate der Schnelltests sollen bis Freitag vorliegen. Mit den Tests will das Kantonsarztamt gemäss Communiqué erstens Trägerinnen und Träger identifizieren, die noch keine oder keine Symptome zeigen. Zweitens soll eine unerkannte Verbreitung vermieden werden.

Die Variante wurde entdeckt, weil die Labore laut Peier alle Tests auf mutierte Formen untersuchen. Die Symptome sind dieselben wie beim herkömmlichen Virus. Die Mutation ist aber ansteckender, unabhängig davon um welche es sich handelt.

Schulschliessung droht, wenn noch mehr Klassen betroffen

Vorerst wird das Schulhaus nicht geschlossen, muss also nicht komplett auf Fernunterricht umstellen. «Das passiert erst, wenn in mehreren Klassen Fälle auftreten», sagt die stellvertretende Leiterin des Kantonsarztamts. Werden durch die angesetzten Tests auch in anderen Klassen Fälle entdeckt, bedeutet das Quarantäne fürs ganze Schulhaus Engelwies. Betroffen wären 146 Schülerinnen und Schüler sowie 22 Lehrpersonen. Für die Jugendlichen heisst das aber in erster Linie Stubenarrest, da nächste Woche Skiferien sind.

Nicht so für die Jugendlichen, die sich jetzt schon in Quarantäne befinden: Für ein paar Tage müssen sie zurück in den Fernunterricht. «Wir sind gut auf Quarantänesituationen vorbereitet», schreibt Martin Annen, Leiter der Dienststelle Schule und Musik auf Anfrage. Im laufenden Schuljahr habe es immer wieder Situationen gegeben, in denen Klassen in Quarantäne mussten. «Fernunterricht ist insofern Teil der heutigen Schulrealität.»

Seit Jahresbeginn gibt es an den städtischen Schulen relativ wenig Fälle

Die Dienststelle Schule und Musik erhebt jeden Montag die Situation in den städtischen Schulen. Anfang dieser Woche waren fünf Lehrpersonen und sechs Schülerinnen und Schüler positiv getestet. Vier der Schulkinder besuchen die Oberstufe. In Quarantäne befanden sich fünf Lehrpersonen und 46 Kinder, wovon 13 die Oberstufe besuchen.

Die Zahlen seien seit Anfang des Jahres auf relativ tiefem Niveau stabil, schreibt Dienststellenleiter Martin Annen. Zum Vergleich: Ende Oktober waren sieben Lehrpersonen und neun Schüler positiv getestet. 70 Schülerinnen und Schüler sowie 18 Lehrpersonen befanden sich in Quarantäne.

Martin Annen, Leiter der städtischen Dienststelle für Schule und Musik.

Martin Annen, Leiter der städtischen Dienststelle für Schule und Musik.

Bild: Benjamin Manser (3. November 2020)

Auch wenn die Zahlen derzeit deutlich tiefer sind, die Lage bleibt anspruchsvoll, wie Annen sagt. Alle sind gefordert: Schulkinder, Lehrpersonen, Eltern. In den städtischen Schulhäusern gelten die bekannten Coronamassnahmen: Abstand halten, Hände waschen, Lüften, Maskenpflicht für Erwachsene und Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Aber: «Die Situation ist unberechenbar und instabil.» Nicht zuletzt wegen der neuen Coronamutationen.