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St.Gallen: Städtische Pensionskasse renoviert marode Villa Wiesental

Abriss oder Erhalt: Das Schicksal der schutzwürdigen Villa Wiesental ist seit Jahren ungewiss. Nun plant die HRS, die Villa zu sanieren und daneben ein neues Bürohaus zu erstellen. Eigentümerin des Ensembles wird die Pensionskasse der Stadt.
Christina Weder
So könnte die Verzweigung Rosenberg- und St.Leonhard-Strasse mit der sanierten Villa Wiesental und dem neuen Bürohaus dahinter aussehen. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)

So könnte die Verzweigung Rosenberg- und St.Leonhard-Strasse mit der sanierten Villa Wiesental und dem neuen Bürohaus dahinter aussehen. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)

Jahrelang lotterte sie vor sich hin. Nun scheint die baufällige Villa Wiesental gerettet. Die bisherige Eigentümerin, die HRS Investment AG, wird sie verkaufen. Neue Eigentümerin wird die Pensionskasse der Stadt St. Gallen. Diese will die Villa sanieren und in deren Garten einen schmalen, hohen Büroneubau samt Tiefgarage erstellen. Gestern informierten die HRS und die städtische Pensionskasse über diese Pläne. Die Investitionskosten belaufen sich insgesamt auf 28 Millionen Franken, fünf Millionen davon fallen für die Sanierung der Villa an.

Der Kaufvertrag sei bereits unterzeichnet und im Grundbuch vermerkt, hiess es an der Medienorientierung. Die Eigentumsübertragung erfolgt aber erst mit Erhalt einer rechtskräftigen Baubewilligung. Für René Menet, Geschäftsführer der Pensionskasse, steht «neben aller Schönheit vor allem eine ansprechende Rendite im Vordergrund». Die Pensionskasse St.Gallen mit 3500 Versicherten sieht die Villa und das geplante Bürohaus als attraktive Anlage für ihre Pensionskassengelder.

HRS nimmt dritten Anlauf

Für die Renovation der Villa und den Neubau ist die HRS als Generalunternehmerin zuständig. Sie nimmt bereits den dritten Anlauf. Zuletzt schien die Situation festgefahren. Nachdem der Stadtrat 2016 den Gestaltungsplan für einen Neubau im Garten der Villa abgelehnt und die «städtebauliche Vorzüglichkeit» des Projekts beanstandet hatte, ging länger gar nichts mehr. In den letzten Monaten hat sich die HRS nochmals aufgerafft und mit dem Zürcher Büro Boltshauser Architekten neue Pläne erarbeitet. Es handelt sich um das Architekturbüro, das 2007 das St.Galler Rathaus saniert hat.

Die sanierungsbedürftige Villa soll instand gestellt werden. Architekt Roger Boltshauser sieht behutsame Eingriffe vor, die in Absprache mit der Denkmalpflege erfolgen. Trotz ihres baufälligen Erscheinungsbilds präsentiere sich die Villa in ihrem Innern «in erstaunlich gutem Zustand». Künftig werde sie wohl als Bürogebäude genutzt – zum Beispiel von einer Anwaltskanzlei. Fest steht: Es ist ein solventer Mieter dafür gefragt.

Der Neubau, der zwischen der Villa und dem Bürogebäude «Sankt Leopard» entstehen soll, ist knapp 29 Meter hoch. Bei der Farbigkeit und den Materialien habe er sich von der Villa inspirieren lassen, sagt Architekt Boltshauser. Im Gegensatz zum Vorgängerprojekt ist der Neubau freistehend und nicht an die Villa angebaut. Das Erdgeschoss sieht eine öffentliche Nutzung, etwa ein Restaurant, vor. Die städtische Pensionskasse beabsichtigt, selber in den Neubau einzuziehen. Den Grossteil der Räume will sie aber vermieten.

Baudirektorin gibt sich zuversichtlich

Der bisherige Garten wird verschwinden. Zwischen Villa und Neubau ist ein gepflästerter, öffentlicher Durchgang geplant. Als eine Art «Gartenersatz» sieht der Architekt vor, einen Teil der Fassade des Neubaus zu begrünen. Eine grosse Linde will er erhalten.

Stadträtin Maria Pappa, die an der Medienorientierung zugegen war, gibt sich zuversichtlich. Sie stellte klar, dass es sich um ein privates Bauvorhaben handle. Die städtische Pensionskasse agiere eigenständig und habe aufgrund der Vorgeschichte frühzeitig mit den städtischen Behörden Kontakt aufgenommen. Der Sachverständigenrat für Architektur und Städtebau der Stadt hat die Renovation der Villa und den Neubau bereits beraten und als «städtebaulich vorzüglich» erachtet, wie Pappa bestätigt. Zudem seien die Empfehlungen aus der städtischen Testplanung «Gebiet Bahnhof Nord» ins Projekt eingeflossen. Von daher stünden die Vorzeichen gut. Aber, sagt Pappa, «das Projekt ist noch nicht bewilligt». Es müsse noch die üblichen Verfahren durchlaufen.

«Wir haben noch einen Weg vor uns.»

Das sagt Michael Breitenmoser, Leiter Immobilienentwicklung bei der HRS. Für die Überbauung auf dem Grundstück der Villa Wiesental wurde bereits ein Sondernutzungsplan ausgearbeitet und zur Vorprüfung eingereicht. Dieser soll dem Stadtrat in den nächsten Wochen unterbreitet und danach öffentlich aufgelegt werden. Wenn keine Einsprachen eingehen, könnte das Baugesuch im Herbst dieses Jahres eingereicht werden. Im Jahr darauf soll mit der Sanierung und dem Neubau begonnen werden. Läuft alles nach Wunsch, ist laut Breitenmoser ein Bezug im Frühling 2022 möglich.

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