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ST.GALLEN: Später Schulstart bringt mehr Hektik

Ab dem kommenden Schuljahr dürfte der Unterricht an der Kantonsschule am Burggraben wieder früher anfangen. Damit endet ein Experiment. Andere St.Galler Kantonsschulen sind weniger flexibel.
Katharina Brenner
Der Unterricht an der Kanti am Burggraben beginnt jetzt um 7.55 Uhr. (Bild: Ralph Ribi)

Der Unterricht an der Kanti am Burggraben beginnt jetzt um 7.55 Uhr. (Bild: Ralph Ribi)

Es sei wichtig, dass Schulen Neues ausprobieren, sagt Marc König, Rektor der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen. Seine Kanti hat Neues gewagt: Seit dem vergangenen Schuljahr beginnt der Unterricht nicht mehr um 7.35 Uhr, sondern um 7.55 Uhr. Damit soll 2018/2019 allerdings Schluss sein (Ausgabe gestern). Wann die Schule neu anfängt, möchte König noch nicht sagen. Er müsse die Anpassungen erst mit dem Erziehungsrat klären. Dieser war gestern nicht zu erreichen, ebenso wenig die Schülerorganisation der Kanti am Burggraben, die sich für einen späteren Start eingesetzt hatte.

Zwei Jahre wollte sich die Schule für das Experiment geben. Zur Halbzeit scheinen die Nachteile zu überwiegen. König listet sie auf: Keine Zeit mehr, um dem Lehrer nach dem Unterricht eine Frage zu stellen, Schlangen vor dem WC, ein Hetzen vom einen Gebäudetrakt zum nächsten, Hektik im Schulhaus. «Wir haben die Bedeutung der Pausen unterschätzt.» Als Folge des späteren Schulstarts war ihre Länge halbiert worden, von zehn auf fünf Minuten. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Schüler am Nachmittag nicht länger bleiben müssen. Schülern, Eltern und Lehrern sei es wichtig gewesen, dass die Jugendlichen Zeit in Vereinen verbringen können.
Bei den Rektorinnen und Rektoren der anderen St. Galler Kantonsschulen ist der Tenor derselbe: In Absprache mit den Schülern sei man zu dem Ergebnis gekommen, lieber morgens früher zu beginnen, als in den Abend hinein zu bleiben. Einige sagen, der Schulbeginn sei an den öffentlichen Verkehr gebunden. «Nach Sargans kommen Schülerinnen und Schüler aus Richtung Bad Ragaz, Walenstadt, dem Rheintal und den Seitentälern», sagt Stephan Wurster, Rektor der Sarganser Kanti. Durch den öffentlichen Verkehr sei der Unterrichtsbeginn um 7.45 Uhr fix vorgegeben. In Wattwil geht es um 7.50 Uhr los. Rektor Martin Gauer betont ebenfalls die Bedeutung der Fahrpläne. An der Kanti Wil beginnt der früheste Unterricht um 7.20 Uhr, in Heerbrugg um 7.35 Uhr. Änderungen sind an diesen vier Schulen nicht geplant.

Am Morgen zählt für Jugendliche jede Minute

Der Unterricht an der Kanti am Brühl beginnt schon immer vergleichsweise spät um 7.55 Uhr, ab dem Schuljahr 2018/2019 aber zehn Minuten früher. Damit reagiert die Schule auf die Forderung des Erziehungsrats, dass ab dem kommenden Schuljahr alle Lektionen 45 Minuten dauern. Bis Ende August legen die Kantonsschulen Konzepte dafür vor. Die Rektoren sprechen von lediglich kleinen Verschiebungen, der Unterricht am Nachmittag könnte etwas länger gehen. An der Kanti am Brühl würde die Lehrerschaft den früheren Schulbeginn begrüssen, sagt Rektor Mathias Gabathuler. Auch für die Schüler sei es in Ordnung. Dabei zählt für Jugendliche gemäss Schlafforschern am Morgen jede Minute Schlaf, um ihre Leistungsfähigkeit, ihre Gesundheit und die Gerechtigkeit zwischen Früh- und Spättypen zu fördern. Der Basler Chronobiologe Christian Cajochen etwa fordert, dass die Schule nicht vor acht Uhr anfängt.

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