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St.Gallen prüft Erhöhung der Hundesteuer – Haltern ist das egal

Das Gesetz zur Hundehaltung im Kanton St.Gallen ist über 30 Jahre alt. Bei einer Anpassung sollen vor allem kleinere Gemeinden entlastet werden. Für den Hundehalter soll sich nicht viel ändern, ausser die Steuer.
Ines Biedenkapp
Derzeit prüft der Kanton St.Gallen die Anpassung der Hundesteuer. Damit sollen kleine Gemeinden entlastet werden. (Bild: Benjamin Manser)

Derzeit prüft der Kanton St.Gallen die Anpassung der Hundesteuer. Damit sollen kleine Gemeinden entlastet werden. (Bild: Benjamin Manser)

Falls eine Person von einem Hund gebissen wird, könnte der Fall demnächst über den Kanton St.Gallen laufen und nicht wie bisher üblich über die jeweilige Gemeinde. Denn der Kanton will das Gesetz zur Haltung von Hunden anpassen. Davon würden vor allem kleinere Gemeinden profitieren. «Manche sind teilweise überfordert – vor allem wenn es sich um komplizierte Fälle handelt», sagt Bruno Dudli, Kommissionspräsident des Kantons St.Gallen.

Dabei ändern sich für Hundehalter vor allem drei wichtige Punkte. Mit dem neuen Gesetz könnte die Hundesteuer erhöht, die Hunde öfter an der Leine geführt werden und für die Haltung braucht es eine Haftpflichtversicherung. «Zwar verfügt die grosse Mehrheit der Haushalte über eine solche Versicherung. Ein Obligatorium verbessert jedoch die Stellung der Opfer von Vorfällen mit Hunden», sagt Dudli.

Leinenpflicht sinnvoll einsetzen

Wie aber finden Hundehalter die neue Regelung? Eine, die sich mit Hunden auskennt, ist Giulia Lautz. Sie und ihr Mann leiten die «Martin Rütter DOGS» Hundeschule in Wil. Sie sieht in den Gesetzesentwürfen keine grossen Änderungen für Hundehalter. Auch eine Erhöhung der Hundesteuer hätte bisher nicht von der Anschaffung eines Hundes abgehalten.

«Will man sich einen Hund anschaffen ist es einfach wichtig, dass man das nicht Hals über Kopf macht, sondern sich für den richtigen Hund entscheidet», sagt die Wilerin.

Damit könne man bereits viele Bissvorfälle im Voraus vermeiden.

Auch eine Erweiterung der Leinenpflicht sei kein Problem. Diese könne an bestimmten Orten sogar sinnvoll sein, «aber man muss sie gezielt einsetzen», sagt die Trainerin. «Gäbe es nämlich überall eine Leinenpflicht, dann könnten die Halter den Hund nicht mehr auslasten. Das wäre kontraproduktiv.»

Konkreter Ansprechpartner könnte Arbeit erleichtern

Würde das neue Gesetz in Kraft treten, würde Giulia Lautz es begrüssen, wenn man eine konkrete Ansprechperson im Kanton hätte. Das würde auch die Kommunikation zwischen Experten und Beamten vereinfachen. «Es kann auch vorkommen, dass wir einen gefährlichen Hund melden müssen», sagt Lautz. «Meldet man dies Gemeinden, kann es passieren, dass der Fall im Sand verläuft, da es keinen konkreten Ansprechpartner gibt.»

Ähnliche Handhabung verschiedener Kantone

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wird die Haltung eines Hundes bereits seit längerer Zeit kantonal geregelt. So ist die Pflicht einer Haftpflichtversicherung bereits seit 2016 obligatorisch, heisst es auf Anfrage vom Kanton. Im Kanton Appenzell Innerrhoden besteht die Versicherungspflicht seit 2006. Die Hundehaltung ist aber Sache der Bezirke. Diese sind dazu verpflichtet, einen Bissvorfall dem zuständigen Veterinäramt zu melden sagt Michael Bührer, stellvertretender Ratschreiber des Kantons Appenzell Innerrhoden.

Im Thurgau sind es die Gemeinden die für die Hundehaltung zuständig sind. Allerdings braucht es vom Kanton eine Bewilligung für potenziell gefährliche Hunderassen, sogenannte Listenhunde. Auch schreibt das Hundegesetz vor, dass es für die Haltung eine Haftpflichtversicherung braucht.

Hier eine Übersicht zu der Hundesteuer:

  • Kanton Thurgau: 80 Franken für den ersten Hund, 130 Franken für jeden weiteren
  • Kanton St.Gallen: derzeit zwischen 60 und 120 Franken
  • Kanton Appenzell Innerrhoden: 80 Franken für den ersten Hund, 160 Franken ab dem 2. Hund. Landwirtschaftlicher Hofhund 50 Franken
  • Kanton Appenzell Ausserrhoden: 100 Franken für den ersten Hund, für jeden weiteren Hund 200 Franken

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