ST.GALLEN: Messer-Attacke: Polizei beeindruckt von mutigem Passanten

Nach der Messerattacke vor dem Starbucks in der St.Galler Marktgasse schwebt das Opfer weiter in Lebensgefahr. Der junge Mann dürfte sein Leben dem beherzten Eingreifen eines Kampfsportlers verdanken - die Polizei ist beeindruckt.

Johannes Wey
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Das Opfer der Messerattacke vor dem Starbucks in St.Gallen ist nach wie vor in Lebensgefahr. (Bild: Elisabeth Reisp)

Das Opfer der Messerattacke vor dem Starbucks in St.Gallen ist nach wie vor in Lebensgefahr. (Bild: Elisabeth Reisp)

Es war ein Passant, der am Freitag den Messerstecher von St.Gallen überwältigte und bis zum Eintreffen der Polizei festhielt. Der Angreifer hatte zuvor einen 22-Jährigen unvermittelt angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Der Zustand des Opfers ist noch immer unverändert kritisch, wie Kapo-Sprecher Florian Schneider auf Anfrage sagt. Beim mutigen Passanten handelte es sich um Mitja Zorman, der seit Jahren Kampfsport betreibt.

Bei der Kantonspolizei St.Gallen zeigt man sich beeindruckt vom beherzten Handeln Zormans. "Wir hoffen, dieses Eingreifen war für das Opfer entscheidend", sagt Schneider. Sollte der junge Mann überleben, dürfte er dies Zorman zu verdanken haben. In anderen Fällen rät die Polizei aber dringend davon ab, "den Helden zu spielen", sagt Schneider. "Dieser Mann hat sich zugetraut, einzugreifen, und wusste, was er tat." Ohne entsprechende Ausbildung könne ein Eingreifen aber sehr schnell gefährlich werden, beispielsweise wenn der erste Schlag nicht sitze.

Bild: Elisabeth Reisp/Christoph Renn
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Kurz nach der Tat hatte die Kantonspolizei einen Aufruf gestartet, dass sich Zeugen bei der Polizei melden und ihr zudem allfälliges Foto- oder Videomaterial zur Verfügung stellen sollen. Laut Roman Dobler, Sprecher der St.Galler Staatsanwaltschaft, sei auf diesem Weg einiges zusammengekommen. Ein Teil des Materials werde noch immer ausgewertet. "Dank der Bilder und der Zeugenaussagen konnten wir den mutmasslichen Tathergang rekonstruieren", sagt Dobler. Allerdings gibt er dazu, wie auch zum Motiv des Täters, keine weiteren Details bekannt.

Bei der betroffenen Restaurantkette sei man "geschockt und traurig über diesen schrecklichen Vorfall", wie Starbucks auf Anfrage mitteilt. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen. In Gedanken sei man beim angegriffenen Gast.