Coronavirus

«Die Spitäler haben grünes Licht gegeben»: Regierungspräsident Damann erklärt, warum die St.Galler Skigebiete ab Donnerstag wieder öffnen dürfen

Die St.Galler Regierung öffnet die Skigebiete mit derselben Begründung wie die Nachbarkantone Appenzell Inner- und Ausserrhoden: In Anbetracht der aktuellen epidemiologischen Lage sei dieser Schritt vertretbar.

Miguel Lo Bartolo, Alain Rutishauser
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Darf wieder öffnen: Skilift in den Flumserbergen.

Darf wieder öffnen: Skilift in den Flumserbergen.

Bild: Michel Canonica

Nun also auch der Kanton St.Gallen: Die Regierung nimmt sich ein Beispiel an den Kantonen Appenzell Inner- und Ausserrhoden, die bereits am Dienstagvormittag über deren Vorhaben informierten und die ihre Skigebiete seit heute Mittwoch wieder geöffnet haben. Jene im St.Gallischen dürfen ab Donnerstag, 31. Dezember 2020, wieder frequentiert werden. Das schreibt das kantonale Gesundheitsdepartement in einer Medienmitteilung.

Die Begründung ist dieselbe wie in den Nachbarkantonen. Die Skigebiete sind auf eine Bewilligung seitens des Kantons angewiesen. Eine solche wird erteilt, wenn die epidemiologische Lage im Kanton und in der Region sowie die Kapazitäten in den Spitälern, beim Contact-Tracing und den Testungen dies zulassen. Auch müssen die Skigebiete ein genehmigtes Schutzkonzept haben.

«Wir haben Rücksprache genommen mit den Spitälern. Diese haben grünes Licht gegeben», sagt der St.Galler Regierungspräsident Bruno Damann. Die wenigen Notfälle, die durch Skiunfälle hinzukommen würden, wären für die Spitäler zu bewältigen. Zusätzlich sei auch der R-Wert seit mehreren Tagen unter 1. «Wobei der R-Wert für mich nicht so entscheidend ist. Wichtiger ist die Auslastung der Intensivstationen», sagt Damann. Die Voraussetzungen für die Wiedereröffnung der Skigebiete im Kanton seien aktuell erfüllt.

Damann: «Saufgelage werden unterbunden»

St.Gallen hat immer noch eine sehr hohe Positivitätsrate bei durchgeführten Coronatests. Ausserdem hat der Kanton nach dem Tessin die zweitmeisten Ansteckungen pro 100'000 Einwohner in der Schweiz. «Ein Risiko besteht natürlich, aber das besteht im ÖV auch. Draussen ist das Virus aber rund 30-mal weniger ansteckend als in Räumen», so Damann.

Selbstverständlich blieben die Restaurants in den Skigebieten geschlossen, Take-away gebe es aber. Auch auf ein Alkoholverbot verzichtet man im Kanton St.Gallen. Der Zivilschutz werde nun aufgeboten, um Kontrollen durchzuführen, auch bezüglich des Alkoholkonsums. «Saufgelage werden natürlich unterbunden.» Damann appelliert auch an die Skigebiete, selber zu kontrollieren, damit die Stimmung nicht ausarte. «Am Schluss würden nämlich sie die Konsequenzen tragen, wenn sie wieder schliessen müssten.»

«In einem Tag ein Skigebiet zu öffnen, ist sehr sportlich»

Wie ist die Stimmung bei den Skigebieten? «Sehr positiv. Es freut uns vor allem, dass die vielen Feriengäste, die nun einige Tage in ihren Ferienhäusern und Hotels ausgeharrt haben, nun doch noch Skifahren können», sagt Urs Gantenbein, CEO der Bergbahnen Wildhaus AG. Natürlich hätte man, besonders bei diesen schönen winterlichen Verhältnissen, die Weihnachtstage gerne mitgenommen. «Jeder Tag zählt in dieser Saisonzeit», sagt Klaus Nussbaumer, CEO der Pizol Bergbahnen AG. Denn die Bergbahnen hätten bereits von Mitte März bis Anfang Juni keinen Umsatz verbuchen können. Nussbaumer: «Das schmerzt natürlich.»

Für eine Wiedereröffnung am Donnerstag sei man bereit. Doch: «In nur einem Tag ein Skigebiet zu öffnen, ist sehr sportlich! Aber wir nehmen diese Herausforderung an», sagt Gantenbein. Bis morgen fallen noch einige Arbeiten an, die Pisten und Wanderwege müssen präpariert werden. «Am Pizol wird es ein schönes Angebot für alle Anspruchsgruppen geben. Wichtig ist dabei weiterhin, dass sich die Gäste eigenverantwortlich an die Vorgaben der Schutzkonzepte halten», sagt Pizol-CEO Nussbaumer. Nun geht die Planung für den Januar los? Gantenbein: «Planen – das war einmal! Seit Corona ist Planen ein Fremdwort geworden.»