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ST.GALLEN: Im Kanton fehlen Heilpädagogen

Ausser bei den Heilpädagogen hat sich der Lehrermangel nicht verschlimmert. Dennoch spricht der Schulleiterverband von einer «angespannten Situation». Für das kantonale Volksschulamt hat sich die Lage aber nicht verschärft.
Sina Bühler
Der Lehrermangel ist in St. Gallen längst nicht so dramatisch wie anderswo, doch fehlen vielerorts Heilpädagogen. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Der Lehrermangel ist in St. Gallen längst nicht so dramatisch wie anderswo, doch fehlen vielerorts Heilpädagogen. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

ST. GALLEN. Wie gravierend ist die Stellensituation an der Volksschule? Um diese jährlich wiederkehrende Frage nach dem aktuellen Lehrermangel zu beantworten, führten die Schulleiterverbände der Deutschschweiz (VSLCH) sowie der Romandie und des Tessins (Claceso) Ende Mai eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durch. Von den 2020 angeschriebenen Schulen nahm über die Hälfte teil.

Das Resultat: Die offenen Stellen konnten ungefähr gleich gut oder sogar knapp besser besetzt werden als im letzten Jahr. Nur 18 Prozent der Schulleitungen in der Schweiz schätzen die Situation schlechter ein.

Situation nicht dramatisch

Auch im Kanton St. Gallen bleibt die Situation ziemlich unverändert. «Sie bewegt sich seit drei bis vier Jahren etwa in gleichem Rahmen», sagt Alexander Kummer, Leiter des kantonalen Amts für Volksschule. Genauere Zahlen für das kommende Schuljahr erhalte das Amt erst in einigen Wochen. «Und ob tatsächlich gewisse Stellen offen bleiben, wissen wir sogar im August.» Zum Vergleich: Laut Kummer waren Ende Juni 2015 noch 3,75 Vollzeitstellen im Kanton unbesetzt, zum Schuljahresbeginn 2015/16 waren das noch 1,54 Stellen.

Für Kummer ist die Lage in St. Gallen nicht so dramatisch wie beispielsweise im Kanton Zürich. Und auch weniger schlimm, als es die Resultate der Umfrage vermuten liessen. Er setzt im übrigen Fragezeichen, was die Methodik des Schulleiterverbandes angeht: «Ich kann damit nicht besonders viel anfangen. Es wird nach sehr subjektiven Einschätzungen gefragt.» Besonders präzise Antworten waren tatsächlich nicht möglich. So lautet die möglichen Einschätzungen auf die Frage «Das Profil der Lehrpersonen stimmt mit dem Stellenprofil überein»: «Immer», «oft» oder «selten». 17 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter wählten «immer», 74 Prozent «oft» und 9 Prozent «selten».

Mühe in zwei Bereichen

Geht es nun zu weit, daraus einen «erheblichen Qualitätsabbau» bei den Anstellungen von Fachlehrern herauszulesen, wie es beispielsweise die «Sonntags-Zeitung» getan hat? Ja, findet Alexander Kummer. Es stimme zwar, dass im Notfall auch Lehrerinnen und Lehrer ohne Abschluss auf der entsprechenden Stufe angestellt werden können, dies sei auch in St. Gallen so. «Allerdings sind diese Stellen auf ein Schuljahr befristet und die Anstellung ohnehin nur möglich, wenn sich keine Lehrkräfte mit dem entsprechenden Abschluss beworben haben», erklärt er. Nach einem Jahr müsse die Stelle wieder ausgeschrieben werden oder die Lehrperson bilde sich berufsbegleitend weiter. «Das ist heute viel einfacher geworden als früher.» So müssten beispielsweise Primarlehrpersonen, die Realklassen unterrichten, nur einzelne Fächer nachholen, um das Diplom als Oberstufenlehrperson zu erlangen.

Die St. Galler Schulen hätten vor allem in zwei Bereichen Mühe, qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer zu finden: bei den erwähnten Reallehrerinnen und bei den Heilpädagogen. Letzteres bestätigt die Schulleiter-Umfrage: 84 Prozent haben Schwierigkeiten, offene Stellen mit Heilpädagogen zu besetzen.

Bald könnte ein weiteres Problem auf die Schulen zukommen. Bis vor einigen Jahren konnten Pädagogik-Studierende nur zwischen zwei Fachrichtungen wählen: Phil I (Sprachen) und Phil II (Mathematik). Heute ist jede Fachkombination möglich – die Frage ist, ob dann bei Neuanstellungen die zu besetzenden Fachbereiche genau auf die Ausbildung der Lehrperson passen.

Einstiegslöhne erhöht

Laut VSLCH hätten Schulleitungen ausserdem drauf hingewiesen, dass erhebliche Lohnunterschiede zwischen den Kantonen die Stellenbesetzung sehr erschwerten. Hier hat St. Gallen bereits gehandelt. Um eine Abwanderung von neu diplomierten St. Galler Pädagogen zu verhindern, hat die Regierung Anfang Jahr entschieden, den Einstiegslohn für Junglehrer in Kindergarten und Primarschule zu erhöhen. Ob diese Strategie fruchtet, wird sich bald zeigen. Die Pädagogische Hochschule erkundigt sich nämlich bei den frisch Diplomierten nicht nur, ob sie auf das kommende Schuljahr eine Stelle haben, sondern auch in welchem Kanton das ist. Die Diplome werden in der letzten Juniwoche vergeben.

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