Zwist um Zufahrt dauert an

Unterhalb des Kammelenbergs in St. Georgen ist der Bau von fünf Mehrfamilienhäusern geplant. Das hat den Widerstand der Anwohner geweckt. Sie kritisieren die Erschliessung.

Malolo Kessler
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Die Visiere stehen schon lange: An diesem Hang unterhalb des Kammelenbergs sollen die fünf Mehrfamilienhäuser gebaut werden. (Bild: Malolo Kessler)

Die Visiere stehen schon lange: An diesem Hang unterhalb des Kammelenbergs sollen die fünf Mehrfamilienhäuser gebaut werden. (Bild: Malolo Kessler)

Zersplitterte Scheiben, ein eingestürzter Anbau. Das Bauernhaus unterhalb des Kammelenbergs in St. Georgen ist verlassen und verlottert. Und aus Sicherheitsgründen eingezäunt. «Betreten der Baustelle verboten», steht auf einer Tafel am Zaun. Doch dass hier gebaut wird, ist momentan noch Wunschdenken der Grundeigentümerin, der Karl Steiner AG. Sie plant seit gut fünf Jahren, das Bauernhaus abzureissen und auf dem Grundstück Mehrfamilienhäuser zu erstellen.

14 Einsprachen gegen Häuser

Die Abbruch-Genehmigung für das alte Haus liege bereits vor, sagt Projektleiter Urs Lengweiler von der Steiner AG. Kürzlich hat das Amt für Baubewilligungen nun auch die Baugesuche gutgeheissen. Die Steiner AG will fünf Häuser mit je sechs Wohnungen am Hang bauen. Hinzu kommt eine Tiefgarage mit 40 Plätzen. Sie rechnet mit Erstellungskosten von 15 Millionen Franken. Gegen den Bau waren 14 Einsprachen eingegangen, von denen laut dem Amt für Baubewilligungen ein Teil abgelehnt, ein Teil geschützt wurde. Die Rekursfrist läuft derzeit noch.

«Ein Zeitplan für das Projekt ist also noch nicht absehbar», sagt Projektleiter Lengwiler. Auch, weil nicht nur die Gebäude an sich den Widerstand von Anwohnern wecken: Diese stossen sich vor allem an den Erschliessungsplänen. Denn damit überhaupt gebaut werden kann, muss eine Zufahrt gebaut werden. Derzeit führt lediglich ein privates Strässchen den Hang hinauf. Dieses soll auf viereinhalb Meter verbreitert und als öffentliche Strasse klassiert werden. Am Strassenende im Neubaugebiet ist ein Wendeplatz vorgesehen. Das Strassen-Projekt wurde bereits 2011 öffentlich aufgelegt. Damals sind auch dagegen mehrere Einsprachen eingegangen, die alle vom Stadtrat abgewiesen wurden. Fünf Anwohner haben laut Bausekretär Fredi Kömme daraufhin rekurriert, die Rekurse sind nun beim Kanton hängig.

Vorplätze werden «beschnitten»

Laut Kömme stören sich die Einsprecher am Mehrverkehr, der durch die Erschliessung entstehen könnte. Zudem müssten durch die Verbreiterung der Strasse einige Vorplätze von Anwohnern «leicht beschnitten» werden. «Abklärungen haben aber gezeigt, dass an dieser Hanglage diese Erschliessungsvariante die einzig realistische ist», sagt Kömme. Zu einer anderen Variante – für diese hatten sich die Anwohner stark gemacht – habe das Tiefbauamt ein Gutachten erstellt. Bei dieser wäre quasi ein Tunnel in den Hang hinein gebaut worden: Die Autos hätten von der St. Georgen-Strasse unterirdisch direkt in die Tiefgarage fahren können. «Das Gutachten hat gezeigt, dass diese Variante technisch schwierig ist.» Und vor allem sei sie finanziell nicht vertretbar: «So ein Tunnel würde gegenüber der anderen Variante massive Mehrkosten verursachen.»

Der Stadt sei daran gelegen, dass auf dem Grundstück etwas passiere, sagt Kömme. «Das ist genau das, was unseren politischen Zielen entspricht: verdichtetes Bauen.» Den Entscheid über die Rekurse bezüglich des Strassenprojekts fällt der Kanton voraussichtlich im Sommer.