Zwischenstop in Walter-Zoo

GOSSAU/EICHBERG. Im Walter-Zoo geht's «wild» zu und her. Wegen der Schliessung des Eichberg-Zoos müssen vermutlich einige Tiere vorübergehend in den Gossauer Zoo umziehen. Sicher ist nur, dass die beiden Kleinen Pandas in Gossau bleiben dürfen.

Rita Bolt
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Einer der beiden Geparde: Wo er sich künftig ausruhen wird, steht noch nicht fest. Vielleicht aber im Walter-Zoo. (Bild: Urs Bucher)

Einer der beiden Geparde: Wo er sich künftig ausruhen wird, steht noch nicht fest. Vielleicht aber im Walter-Zoo. (Bild: Urs Bucher)

Zwei Geparde, das Weibchen ist sehbehindert. Sie müssen den Eichberg-Zoo wie viele andere Tiere verlassen. Der Zoo wird geschlossen (Tagblatt vom 15.3.). Aber wohin? «Wir haben bereits eine Offerte für eine Gepardenanlage angefordert», sagt Ernst Federer, Direktor des Walter-Zoos. Noch läge aber keine Kostenschätzung vor. Es sei nicht sicher, dass der Walter-Zoo das neue Zuhause für die Geparden sei. «Wir stehen auch bereits in Kontakt mit dem Zuchtbuchführer», sagt Federer. Dieser sei in Holland und habe den Überblick, wo für die Zuchtprogramme Geparden aufgenommen werden könnten. «Wenn immer möglich, soll das Gepardenpaar nicht von Eichberg nach Gossau und dann wieder umplaziert werden.» Das würde für die Tiere Stress bedeuten. Könnte es aber sein, dass sie in Gossau bleiben? Federer kann derzeit weder eine Zu- noch eine Absage machen. «Sicher ist, dass die beiden Geparden nicht verkauft und nicht eingeschläfert werden.»

Kletteranlage einrichten

Eine gesicherte Zukunft haben hingegen die beiden Kleinen Pandas: Vater und Sohn kommen nach Gossau, werden hier bleiben. Pandas sind Einzelgänger und können nicht einfach in eine bestehende Gruppe integriert werden. Sie dürften die neue Attraktion im Walter-Zoo sein. «Ganz so einfach ist die Umplazierung nicht», sagt Ernst Federer. «Unsere Aufgabe ist es jetzt, über das Austauschprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (Eaza) ein Pandaweibchen zu finden.» Denn das Ziel sei, diese sehr seltene Tierart zu züchten und zu erhalten. Der Kleine Panda wird auf der roten Liste gefährdeter Arten geführt. In freier Natur leben nur noch wenige tausend.

Die Infrastruktur für diese Pandas ist im Walter-Zoo vorhanden. «Wir werden eine über zehn Meter hohe bestehende Grossvoliere in einen Klettergarten umwandeln», erklärt der Zoo-Direktor.

Zuchterhaltungsprogramme

Ernst Federer steht dem Eichberg-Zoo seit Oktober 2010 so gut er kann helfend zur Seite. Nicht nur in der Funktion als Direktor des Walter-Zoos. Sondern auch als Präsident der Vereinigung Wildparks und Zoos Schweiz. «Wir wollten uns in aller Ruhe mit der Plazierung der Tiere beschäftigen», sagt der Gossauer. Leider habe sich alles immer wieder verzögert, weil mehrere Male vom Eichberg-Zoo eine Rettung angekündigt worden sei. Nun ist es definitiv: Der Zoo werde liquidiert und nun müsse sofort gehandelt werden – zum Wohl der Tiere. Ungewiss ist die Zukunft beispielsweise für die etwa 30 Krallenaffen. Für alle hat der Walter-Zoo keinen Platz. «Wir werden versuchen, einzelne Gruppen dieser Affen in Zuchterhaltungsprogramme in verschiedene in- und ausländische Zoos zu geben», erklärt Federer. Das gleiche gelte für die Muntjak-Zwerghirsche. «Wir hoffen, die Tiere so lange wie möglich in Eichberg zu lassen und sie direkt von dort aus in einen anderen Zoo überführen zu können.» Auch für die Affen und Hirsche würden mehrere Umzüge Stress bedeuten. Die Verträge in Eichberg seien bis am 31. März abgeschlossen. Es bleibe also noch etwas Zeit, die Tierlisten der Zoos in Europa durchzugehen und nach geeigneten Plätzen zu suchen.

Zusagen des Veterinäramtes

Für die Kängurus, Alpacas, Lamas und Kamele scheinen sich Lösungen abzuzeichnen. Die Kamele sollen in der Region Eichberg einen Platz bekommen, weiss Federer. Das Veterinäramt müsse die neue Anlage allerdings genehmigen. Und wenn alle Stricke reissen? «Dann kommen diese Tiere vorübergehend in den Walter-Zoo», antwortet Federer. Und auch für sie müsse anschliessend ein neue Bleibe gefunden werden.