Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZWISCHENNUTZUNG: Türöffner für gute Ideen

Noch steht das Haus am Rorschacher Bahngleis leer. In den nächsten drei Jahren soll darin die Zukunft des Quartiers entstehen. Eigentümerin Isa Stürm sucht gute Ideen. Je besser, desto günstiger die Miete.
Linda Müntener
Räume auf 1000 Quadratmetern Fläche sind derzeit noch leer. (Bilder: PD/www.1000m2.ch)

Räume auf 1000 Quadratmetern Fläche sind derzeit noch leer. (Bilder: PD/www.1000m2.ch)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Eigentlich wollte Isa Stürm nur eine Bautafel. Zur Ausschreibung der leeren Räume auf ihrem Grundstück an der Ecke Mariabergstrasse und Eisenbahnstrasse in Rorschach. Sie sucht neue Mieter. «Ich wollte aber nicht, dass es nach Ausverkauf aussieht», sagt die Architektin. Der Ort liegt ihr am Herzen. Sie wendete sich an die St. Galler Kommunikationsagentur Alltag. Stürm wollte etwas Einzigartiges, etwas Grosses möglich machen. Heute, Monate später, ist aus der Bautafel ein Projekt für eine Zwischennutzung geworden. Eine Zwischennutzung, aus der die Zukunft dieses Orts entstehen soll.

«1000 m2» heisst das Projekt. So viel Fläche steht in den verschachtelten Gebäuden zur Verfügung. Seit Juli stehen die Räume zur Zwischennutzung bereit. Wer während drei Jahren einen Raum nutzen will, kann sich bei Isa Stürm melden. Sie sucht «gute Ideen» – egal ob handwerkliche, künstlerische oder soziale Tätigkeiten. Es gibt lediglich zwei Bedingungen. Was im Haus realisiert wird, soll der Rorschacher Bevölkerung zugutekommen und zur Identifikation mit dem Quartiert und der Stadt beitragen. Kreativität wird belohnt. Je cleverer, offener und nutzstiftender die Idee, desto tiefer die Miete. Die Rabatte reichen von 75 Prozent bei einer «Punktlandung» bis zum vollen Tarif bei einer rein kommerziellen Absicht. Wer einzieht, entscheidet Isa Stürm. Denn sie ist mit diesem Ort nicht nur als Grundeigentümerin und Architektin verbunden.

Entwicklung des Stadtteils aufgegleist

Isa Stürm kennt jede Ecke des Quartiers. Hier ist sie aufgewachsen. Ihr Grossvater war als Eisenhändler in die Hafenstadt gezogen, ihr Vater machte aus der Stürm AG einen Eisenwarenkonzern. Heute lebt Isa Stürm in Zürich. Mit ihrem Büro hat die Architektin unter anderem die Lokremise in St. Gallen mitgestaltet und die Grossüberbauung Röntgenareal der Sozialversicherungsanstalt SVA in Zürich realisiert. Mit Rorschach verbindet sie den kulturellen Weitblick über den Bodensee, eine vielfältige Baukultur und städtisches Flair auf kleinstem Raum. «Rorschach hat ein gutes urbanes Denken», sagt Isa Stürm. Es finde ein Austausch unter den verschiedens­-ten Kulturen statt. Das belebt. «Manch ein Quartier könnte genauso gut im Zürcher Kreis 5 liegen», sagt sie. Auch das Gebiet rund um ihr Grundstück könnte schon bald städtischer anmuten. Denn hinter «1000 m2» steckt mehr als «bloss» eine Zwischennutzung.

Die Stadt Rorschach hat gemeinsam mit Isa Stürm und anderen Beteiligten eine Stadtteilentwicklung aufgegleist. Diese umfasst das Gebiet von der Kolumbanskirche über die Kirchstrasse bis zur Ecke Mariaberg­strasse und Eisenbahnstrasse. Auf Isa Stürms Grundstück, das heute zur Gewerbezone gehört, sind Wohnungen geplant. Aber nicht nur. «Mit unserem Projekt gewinnen wir neue Erkenntnisse und sehen, was sich die Bevölkerung wünscht», sagt Isa Stürm. «Das ist mir wichtig.»

Die Zwischennutzung findet Anklang. Mehrere Interessenten hätten sich seit dem Startschuss des Projekts gemeldet. Ein Raum ist bereits an den Vespa Club Rorschach vermietet. Bewähre sich eine Nutzung in den kommenden drei Jahren, könne diese auch im neu entwickelten Stadtteil einen Platz finden, sagt die Grundeigentümerin. Vorerst sind aber gute Ideen gefragt. Wer sich vor Ort ein Bild machen will, hat morgen am Tag des offenen Hauses die Gelegenheit dazu.

Hinweis

Offenes Haus mit Verpflegung vom Grill, Sa., 19. August, 11 bis 15 Uhr, Begrüssung mit Hintergrundinfos zur Geschichte um 12 Uhr, www.1000m2.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.