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ZWISCHENNUTZUNG: Mikrowohnungen für die Stadt St.Gallen

Im August soll auf dem St.Galler Güterbahnhof ein unkonventioneller Bau errichtet werden. Darin entstehen Mikrowohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen zu einem erschwinglichen Preis. Das Baugesuch wurde in dieser Woche eingereicht.
Arcangelo Balsamo
Das Güterbahnhofsareal wird bereits seit Sommer 2016 zwischengenutzt. (Bild: Ralph Ribi)

Das Güterbahnhofsareal wird bereits seit Sommer 2016 zwischengenutzt. (Bild: Ralph Ribi)

Arcangelo Balsamo

arcangelo.balsamo@tagblatt.ch

Das Zwischennutzungsprojekt «Lattich» auf dem St.Galler Güterbahnhofareal wächst weiter. In dieser Woche wurde das Baugesuch für den sogenannten Lattich-Bau eingereicht. Die Visiere werden in diesen Tagen aufgestellt. Bereits im März kündete der Verein an, dass es zusätzlich zu den Schiffcontainern einen Bau auf dem Areal geben werde. Damals wussten die Verantwortlichen jedoch noch nicht, wie dieser genau aussehen wird.

Läuft alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten gemäss Mitteilung der Regio-Appenzell AR- St.Gallen-Bodensee im August. Erste Mieter sollen Ende des Jahres einziehen. Der Bau wird aus 45 Holzmodulen bestehen. Diese werden in Gossau von der Blumer Lehmann AG vorgefertigt. Der Bau lässt sich mit den Modulen in zwei Wochen hochziehen. Neben der kurzen Bauzeit haben die Module den Vorteil, dass der Bau «mobil» ist und nach Ablauf der Zwischennutzungsphase zügig an einen neuen Standort transferiert werden kann. Dies wird in zehn Jahren der Fall sein. Dann ist auf dem Areal die Realisierung des Verkehrsprojekts, der so genannten Teilspange Güterbahnhof, geplant.

Gewerberäume waren von Anfang an Teil der Vision

Der Raum, der geschaffen wird, soll vor allem Unternehmen aus der Kreativwirtschaft zugute kommen. Damit die Miete erschwinglich bleibt, entstehen im Gegensatz zu klassischen Büro- und Gewerberäumen kleinteilige Flächen à 30 Quadratmeter. Diese werden im Rohbau mit Heizung, Strom- und Internetanschluss sowie teilweise mit Wasseranschluss erstellt. Von aussen werden die Module über einen Laubengang mit Treppen und Lift erschlossen. «Der Mietpreis für eine Gewerbefläche wird etwa 600 Franken im Monat betragen», sagt Rolf Geiger, Geschäftsleiter der Regio. «Die Anzahl der Flächen, die pro Unternehmen vermietet werden, ist variabel. Das heisst, dass mehrere gemietet werden können, aber auch eine Fläche geteilt werden kann.»

Geiger sagt, dass von Beginn weg geplant gewesen sei, Büro- und Gewerbeflächen am Güterbahnhof zu realisieren. «Am Anfang dachten wir an eine Art Containerdorf. Davon sind wir jedoch schnell weggekommen. Der Aufwand, alle Container zu isolieren, wäre zu gross gewesen. Schliesslich sollen die Flächen auch im Winter genutzt werden. So entstand die Idee eines Lattich-Baus.» Dass dies in Zusammenarbeit mit der Blumer Lehmann AG geschehe, sei durch einen «positiven Zufall» entstanden. «Ich habe Richard Jussel, den Geschäftsführer des Unternehmens, an einem Anlass getroffen und wir kamen ins Gespräch.» Das Projekt am Güterbahnhof überzeugte Jussel und das Unternehmen. «Wir wollen einen Beitrag zur spezielle Atmosphäre vor Ort leisten und die tolle Truppe unterstützen.» Zudem seien die Holzmodule für solche Zwischennutzungen prädestiniert. Eine besondere Vorbehandlung des Holzes sei nicht nötig, sagt Jussel. «Wichtig ist die richtige Technik bei der Montage.» Eine spezielle Lackierung benutze man nur, um die Fassade zu färben. «Das wird beim Lattich-Bau nicht der Fall sein. Stattdessen setzen wir gebrauchte Schaltafeln ein. So merkt man direkt, dass sich im Inneren des Baus Werkstätten befinden.»

Die Blumer Lehmann AG ist sowohl Produzentin als auch Umsetzerin des Baus. Ausserdem fungiert sie als einer der Hauptinvestoren des vollständig privat finanzierten Lattich-Baus. «Es stört mich, wenn junge St.Galler nach dem Studium die Stadt verlassen, weil sie keinen Raum vorfinden, wo sie ihr erstes Geschäft eröffnen können», begründet Jussel das Engagement. Das habe ihn schon immer bewegt. Mit der Errichtung des Baus wolle man diesem Trend entgegenwirken. Damit teilt er die Meinung von Geiger und den Initianten des Projekts: «Mit Lattich als urbanem Begegnungsort wollen wir mehr kreative Köpfe in der Region halten.»

Auch Mikrowohnungen entstehen

Neben den Gewerbeflächen sollen im Obergeschoss des Lattich-Baus vier Mikrowohnungen entstehen. «Dabei handelt es sich um möblierte Wohnungen, die sich besonders für Singles eignen. Ein Koffer, die eigene Bettwäsche, ein Besuch bei der Migros und schon hat man alles um in eine der vier Wohnungen einzuziehen», sagt Jussel.

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