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ZWISCHENNUTZUNG: Damit St.Galler Flaniermeilen Zukunft haben: Leere Ladenlokale mit Leben füllen

Leere Ladenlokale sind heute auch in der St.Galler Altstadt Alltag. Anziehungspunkt fürs Publikum sind sie aber keinesfalls. Darum plant das Projekt «Zukunft Innenstadt» konkrete Gegenmassnahmen. Das Interesse der Hauseigentümer ist grösser als erwartet.
Reto Voneschen
Anfang März an der Kugelgasse in der St.Galler Altstadt: Ein Geschäft führt einen Schlussausverkauf durch, das Ladenlokal auf der anderen Seite des Eingangs ist bereits leer. (Bild: Ralph Ribi)

Anfang März an der Kugelgasse in der St.Galler Altstadt: Ein Geschäft führt einen Schlussausverkauf durch, das Ladenlokal auf der anderen Seite des Eingangs ist bereits leer. (Bild: Ralph Ribi)

Der Präsident eines städtischen Quartiervereins hat sie vor seiner diesjährigen Hauptversammlung akribisch gezählt, die leer stehenden Geschäfte in der Innenstadt. Er ist auf gegen vierzig Lokale gekommen, die zu haben sind. Darunter sind auch solche an absolut guten Lagen.

Diese Momentaufnahme des Spätwinters zeigt ein Prob­lem, das das «Einkaufszentrum St.Galler Innenstadt» zunehmend belastet. Geschäfte verschwinden aufgrund der allgemeinen Probleme, mit denen der Detailhandel derzeit in allen Schweizer Städten zu kämpfen hat, und Nachfolgelösungen lassen auf sich warten. Das erhöht die Attraktivität des verbleibenden Ladenangebots nicht wirklich: Wer flaniert denn schon gerne vor leeren Schaufenstern.

Eine allseits unbefriedigende Situation

Den Eigentümer leerstehender Läden wäre natürlich am liebsten, wenn sie neue und attraktive Dauermieter finden würden. Solche gibt’s zwar auch, aber lange nicht mehr sofort und für jede Vakanz. Und das liegt nicht nur an generell sehr hohen, jetzt aber im Sinken begriffenen Ladenmieten. Auch erschwingliche Lokale, die sich nicht an Toplagen befinden oder von den Räumen her etwas komplizierter sind, bleiben leer, weil für sie schlicht und ergreifend die Nachfrage fehlt. Für die Stadt, den Detailhandel und letztlich auch die Kundschaft ist die Situation unbefriedigend. Auch vor der Perspektive, dass sich diese Entwicklung derzeit eher zu beschleunigen, denn abzubremsen scheint.

Konkret geht jetzt das Projekt «Zukunft Innenstadt» das Thema der leerstehenden Ladenlokale an. Wenn man solche nicht langfristig füllen kann, versucht man, darin Zwischennutzungen zu installieren. Dabei kann es sich genauso um einen zeitlich befristeten Auftritt von Kunstschaffenden handeln wie um ein Start-up, das sich vorstellen will, oder eine Trendmarke, die in einem Popup-Store ein neues Produkt lanciert.

Um das Interesse und die Möglichkeiten für solche Zwischennutzungen auszuloten, hat die städtische Standortförderung Mitte Februar einen Fragebogen an die Grundeigentümer in der Innenstadt verschickt. Rund die Hälfte von ihnen hat bis Anfang März geantwortet, was für eine solche Umfrage eine sehr hohe Rücklaufquote darstellt.

Die Interessenten zusammenbringen

Das Interesse an Zwischennutzungen bei den Grundeigentümern sei tatsächlich «grösser als erwartet», bestätigte Laura Cortese von der Standortförderung am Dienstag auf Anfrage. Detailliertere Resultate werden am Forum «Zukunft St.Galler Innenstadt» vom 4. April (siehe Kasten) vorgestellt.

Das Ziel der Bemühungen ist aber klar: Um Zwischennutzungen zu fördern und damit die Innenstadt zu beleben, wollen Stadt und Gewerbe gemeinsam Instrumente schaffen, um Vermieter und Mieter zusammenzubringen. Zwei beispielhafte Raumangebote finden sich seit einiger Zeit im Internetauftritt von «Zukunft Innenstadt» – eines am Marktplatz 24 und eines in einem Neubau an der Unterstrasse 12. In Arbeit ist zudem eine Hinweisliste, die Vermietern und Zwischenmietern von Ladenlokalen helfen soll, eine Zwischennutzung möglichst effizient abzuwickeln.

Nächstes Forum nach Ostern

Resultate  Die Stadt St.Gallen entwickelt gemeinsam mit dafür eingesetzten Arbeitsgruppen seit Sommer 2016 Rezepte zur Belebung der Innenstadt. Ihre Attraktivität soll steigen, damit die Kundschaft wieder vermehrt durch die Gassen flaniert. Der dafür eingeleitete Prozess heisst «Zukunft St.Galler Innenstadt». Detaillisten, Grundeigentümer und andere Interessierte nahmen bereits an verschiedenen Foren teil. Festgelegt wurden dort Ziele und auch zehn konkrete Felder für Massnahmen. Jetzt geht es an die Konkretisierung und vor allem auch die Umsetzung von Ideen.

Das nächste Forum «Zukunft Innenstadt» findet nach Ostern statt. Am 4. April, 17.30 bis 19.30 Uhr, werden im Kongress-Hotel Einstein erste konkrete Resultate aus den Bemühungen präsentiert. Der Anlass ist nach Angaben der städtischen Standortförderung öffentlich, der Eintritt dazu gratis. Anmelden kann man sich im Internetauftritt von «Zukunft Innenstadt». (vre)

www.stadt.sg.ch/zukunftinnenstadt

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