Zwischen zwei Stürmen

Der Personalverband der Stadt St. Gallen zog am Montagabend eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Dies, obwohl stürmische Zeiten herrschen.

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In der Aula der Gewerbeschule sprach am Montagabend auch Urs Staufer, Präsident des Zentralverbandes Öffentliches Personal Schweiz. An der Hauptversammlung des Personalverbandes der Stadt St. Gallen (PVSG) wurde thematisiert, womit der öffentliche Sektor in vielen Schweizer Städten zu kämpfen hat: Mit Sparübungen, welche durch den Kostendruck der Kantone ausgelöst werden.

Staufer rief die städtischen Personalverbände dazu auf, kritisch zu bleiben. Andernfalls seien die guten Arbeitsbedingungen gefährdet, welche die Städte derzeit noch böten.

Breiter Widerstand

Beim PVSG weiss man, wovon Staufer spricht. Dennoch zeigt sich Präsident Jürg Jakob mit dem vergangenen Jahr mehrheitlich zufrieden. Erreicht hat der Personalverband beispielsweise, dass vorläufig auf Kürzungen bei den Lohnzulagen verzichtet wird. Widerstand gegen die Pläne der Stadtregierung im Rahmen des Sparprogramms «Fit13plus» war auch von den 35 Dienststellen der Stadtverwaltung ausgegangen. 26 von ihnen hatten eine Stellungnahme zur vorgesehenen Teilrevision des Personalreglements eingereicht.

Die Diskussionen um den Lohn der städtischen Angestellten sind damit nicht abgeschlossen: Mit dem vorläufigen Verzicht auf die Kürzungen der Lohnzulagen hat die Stadt angekündigt, 2015 ein neues Lohnsystem zu implementieren. Wo die Hebel angesetzt werden, ist derzeit noch unklar. Die Prämien, etwa für Treue oder Wohnsitz, kämen aber wohl erneut aufs Tapet, sagt Jakob. «Zudem ist denkbar, dass die festen Lohnstufen einem flexiblen Bandbreitenmodell geopfert werden sollen.» Daneben steht der Stadtverwaltung eine Reorganisation bevor: Mit dem Projekt Futura soll die Stadt effizienter und damit günstiger werden – Stellenstreichungen nicht ausgeschossen. «Futura» sei aber nicht primär eine Sparübung, relativiert Jürg Jakob. Er vertraue darauf, dass die Experten sorgfältig handelten.

Problemlose Umsetzung

Der Stadtverwaltung stehen also unruhige Zeiten bevor. Sie befinde sich gerade zwischen zwei Stürmen, meint Jakob. Und spricht damit die kürzlich erfolgte Privatisierung der städtischen Pensionskasse an. Diese sei reibungslos abgelaufen. Es habe keinerlei Pannen oder technische Probleme gegeben. Einzig die kurze Zeit, welche den Versicherten blieb, um sich für ein Modell zu entscheiden, habe zu Reklamationen geführt. (sch)

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