Zwischen Freude und Bedauern

Während sich die SP über einen zweiten Sitz im Stadtrat freut, sind die bürgerlichen Parteien enttäuscht über die neuen Kräfteverhältnisse in der Exekutive.

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Die Reaktionen der Parteispitzen auf die Wahl von Maria Pappa (SP), die im zweiten Wahlgang für den letzten freien Sitz im Stadtrat die Bisherige Patrizia Adam (CVP) abgefangen hat, fallen unterschiedlich aus. Peter Olibet, Präsident der städtischen SP, zeigt sich natürlich hoch erfreut über den Wahlausgang. Mit Maria Pappa als neuer Stadträtin werde es in verkehrlichen, baulichen und sozialen Fragen Veränderungen geben. Der Grund für ihre Wahl ortet Olibet vor allem in der Tatsache, dass es der SP gelungen ist zu mobilisieren – sowohl innerhalb der Partei als auch in der Bevölkerung. «Im Wahlkampf hat Maria Pappa gezeigt, dass sie eben doch ein Zugpferd ist.» Sie habe es geschafft, eine Alternative zu sein für all jene, die sich – aus welchen Gründen auch immer – eine Veränderung wünschten. Eine Rolle habe wohl auch gespielt, dass die bürgerlichen Parteien nicht geschlossen hinter Patrizia Adam gestanden hätten. Ein Grund für den SP-Sieg sei auch die Strategie der FDP, sagt Olibet: «Wäre sie nicht im ersten Wahlgang mit Sprengkandidat Marcel Rotach angetreten, hätten auch wir niemanden ins Rennen geschickt.»

«Das Volk hat so entschieden»

SVP-Fraktionspräsidentin Karin Winter gratuliert Maria Pappa zur Wahl, weiter will sie sich nicht zum Wahlresultat äussern. Das Volk habe so entschieden. «Auch wenn mir die Entscheide nicht immer gefallen, ich akzeptiere sie ohne weiteren Kommentar.»

Deutlicher wird FDP-Fraktionspräsident Roger Dornier: «Aus bürgerlicher Sicht bedauere ich das Resultat.» Allerdings sei er nicht besonders überrascht vom Wahlausgang. Patrizia Adam habe gerade auf bürgerlicher Seite zu wenig Rückhalt gehabt. Auch innerhalb der FDP sei es schwieriger gewesen, die Unterstützung der Mitglieder für die amtierende Baudirektorin zu gewinnen als bei anderen bürgerlichen Kandidaten in der Vergangenheit. Ein Grund dafür sei wohl auch Adams Rolle als Präsidentin der Baubewilligungskommission beim Entscheid gegen das Parkhaus Schibenertor gewesen.

«Die Welt dreht sich auch so weiter»

Es sei nun müssig, darüber zu rätseln, welche Rolle die Kandidatur von Marcel Rotach im ersten Wahlgang gespielt habe, sagt Dornier. «Fakt ist, dass das Gegenteil dessen eingetreten ist, was wir erreichen wollten.» Mit den neuen Kräfteverhältnissen im Stadtrat werde es nicht einfacher sein zu politisieren. Die SP habe 2000 bis 2004 schon einmal zwei Vertreter in der Exekutive gehabt, dies sei vom Wähleranteil vertretbar. «Die Welt dreht sich auch so weiter.» (dag)