Zwischen Barock und Romantik

GOLDACH. Das Kammerorchester Goldach bewies an seinem Adventskonzert eindrücklich, dass es auch schwierige Werke meisterlich beherrscht. Den Abschluss des hochstehenden Programms machte eine besondere musikalische Rarität.

Theodor Looser
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Adrian Buzac begeisterte das Publikum mit seinem Soli auf der Oboe. (Bild: Theodor Looser)

Adrian Buzac begeisterte das Publikum mit seinem Soli auf der Oboe. (Bild: Theodor Looser)

GOLDACH. Mit Maurice Ravels «Pavane pour une infante défunte» eröffnete das Kammerorchester Goldach sein traditionelles Adventskonzert in der evangelischen Kirche. Dirigent Rainer Thiede hatte zusammen mit der Musikkommission ein Programm ausgesucht, das mit dem Motto «Barock trifft Romantik» überschrieben werden könnte. Die rund 25 Musikerinnen und Musiker bildeten einen Klangkörper, der eine Altersspanne von etwa 60 Jahren hat, der von der Jugend bis ins Rentenalter reicht. Das hervorragend eingespielte und geleitete Orchester besitzt einen soliden Nachwuchs, der direkt von den Musikschulen der Umgebung kommt. Dabei ist zu bedenken, dass Musikschüler mit Streichinstrumenten etwa neun Jahre brauchen, bis sie im Orchester mitspielen können, und dies können auch nur die Begabteren unter ihnen. Mit vier verschiedenen Programmen im Jahr ist das Engagement für die Orchestermusiker gross.

Nach dem Auftakt mit Maurice Ravels (1875–1937) impressionistisch romantischem «Schreittanz für eine verstorbene Prinzessin», seinerzeit der Princesse de Polignac gewidmet, spielte das Kammerorchester ein Stück von Francesco Durante (1684–1755). Mit dem dreisätzigen «Concerto a Quattro» befand man sich in der Zeit des Barocks mit seinen überaus reichen Formen.

Soli sorgt für Emotionen

Im Concerto für Streicher und Oboe von Marcello Alessandro (1684–1750), dem ebenfalls barocken Hauptwerk des Konzerts, trat Adrian Buzac, Professor am Landeskonservatorium in Feldkirch, als Solist auf. Sein meisterhaftes Spiel löste beim Publikum grosse Emotionen aus, der Beifall wollte nicht enden. Zur Zugabe, dem Stück «Revirado» von Astor Piazolla, fanden sich der umjubelte Oboespieler und der Dirigent Rainer Thiede mit der Gitarre. Es war ein echtes Vergnügen, sie zusammen musizieren zu hören.

Rarität zum Abschluss

Als letztes – wieder in der Romantik angesiedelt – spielte das Kammerorchester eine Serenade von Robert Fuchs (1847–1927), der vor allem als Lehrer bedeutender Komponisten bekannt ist. Rainer Thiede fand diese Rarität, von der es nur eine einzige Aufnahme gibt, auf einer Schallplatte, die er per Zufall in die Hand bekam. Mit der für Streicher technisch schwierig zu spielenden Serenade, die über weite Strecken sechs- bis achtstimmig ist, zeigte das Orchester eine überlegene Klangkultur.

Das nächste Konzert des Kammerorchesters findet im nächsten Frühsommer statt, dann mit Herbert Wiedemann am Klavier. Als Hauptwerk ist die «Serenata notturna» KV 239 von Wolfgang Amadeus Mozart vorgesehen. Daneben spielt das Orchester in Kirchenmusikkonzerten zusammen mit dem Kirchenchor.

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