Zweiter Glasbruch im Stadtwald

In Rorschach ist kürzlich an der Fassade des «Stadtwaldes» drei ein Brüstungsglas zerbrochen und auf die Strasse gestürzt. Anwohner sind besorgt.

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Eine Scheibe im siebten Stock des mittleren Turms ist herausgefallen. (Bild: Christoph Renn)

Eine Scheibe im siebten Stock des mittleren Turms ist herausgefallen. (Bild: Christoph Renn)

RORSCHACH. «Müssen wir hier ums Leben fürchten, wenn wir nach Hause zurückkehren?», fragte sich ein Bewohner in Rorschach. Grund zur Sorge machte vergangene Woche ein Brüstungsglas am Wohnblock Stadtwald drei, das zerbrach und vom siebten Stock auf die Strasse stürzte. Einen ähnlichen Vorfall hat es am selben Gebäude bereits im Mai gegeben. Gemäss Elias Zürcher von der Besitzerin Fortimo AG sei es nicht möglich, diese sogenannten Spontanbrüche zu verhindern.

Bruch durch Teilcheneinschluss

«Für einen Passanten, der von einer solchen Sicherheitsscheibe getroffen wird, besteht keine Gefahr», sagt Zürcher zudem. Zerbricht das Glas, falle es in tausend Splittern auf den Boden. «Die Verletzungsgefahr ist minim, da die Kanten stumpf und die Teilchen klein sind.»

Elias Zürcher hat vom externen Experten, der den Vorfall untersucht hat, den Grund für den Spontanbruch erfahren: Bei der Herstellung dieser Sicherheitsgläser können Nickelsulfid-Teilchen (NiS) in der Scheibe eingeschlossen werden. Werden die NiS-Teilchen später beispielsweise durch die Sonne stark erhitzt, könne es zu einem Spontanbruch kommen. «Ob das Glas bricht, hängt von Grösse, Form oder Lage ab. Darum kann man einen Spontanbruch nicht vorhersagen», sagt Zürcher. Eine Schutzvorrichtung sei daher nicht notwendig.

Wie Tropfen herabgeregnet

Zum Zeitpunkt des Fenstersturzes standen keine Personen oder Güter an der betroffenen Stelle. Laut Augenzeugen habe es die Splitter wie Wassertropfen auf die Strasse geregnet. Ein Anwohner, der den Vorfall beobachtet hat, mache sich keine Sorgen. «Allerdings werde ich in Zukunft aufpassen, wenn ich am Gebäude vorbeigehe», sagt er. Die Fortimo AG betont, die aktuellsten Normen des schweizerischen Instituts für Glas und Bau einzuhalten. Das Gebäude ist laut Zürcher sicher genug gebaut worden. (red.)