ZWEIRAD: Dem Frühling entgegenradeln

Wenn’s warm wird, steigt die Lust aufs Velofahren. In St. Gallen und Umgebung finden in den kommenden Wochen die ersten Velobörsen statt. Eine Übersicht.

Eva Ammann
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Nach einem erfolgreichen Velobörsen-Besuch steht einer Fahrt entlang des Bodensees nichts mehr im Wege. (Bild: Susann Basler)

Nach einem erfolgreichen Velobörsen-Besuch steht einer Fahrt entlang des Bodensees nichts mehr im Wege. (Bild: Susann Basler)

Eva Ammann

eva.ammann@tagblatt.ch

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen holt jeder Veloliebhaber als Erstes sein verstaubtes Zweirad aus dem Keller. Oder aber, er hält Ausschau nach einem neuen Gefährt. Velofahren gehört zum Frühling wie das Vogelgezwitscher. In den kommenden Wochen finden denn auch die ersten Velobörsen in der Region statt.

Saisonstart ist am 25. März gleich an drei Orten – in St. Gallen-Winkeln, Rorschach und Arbon. Eine Woche später findet die nächste Velobörse in Herisau statt. Am 8. April kann man dann in Gossau Occasionsvelos zum Schnäppchenpreis ergattern. Ende des Monats, am 29. April, finden gleich nochmals drei Märkte in St. Gallen, Flawil und Wil statt. Wer erst im Sommer ein Fahrrad kaufen möchte, kann dies am 19. August in Wittenbach tun (siehe Tabelle).

Ein Occasionsvelo hält länger

Einige der oben erwähnten Velobörsen haben schon eine lange Tradition. Beispielsweise der Veloflohmarkt im St. Galler Waaghaus, welcher dieses Jahr bereits zum 35. Mal durchgeführt wird. Aber es gibt auch jüngere Velobörsen wie jene in Rorschach, die erst seit 2013 stattfindet. Sie war von Anfang an gut besucht und wird seither jährlich durchgeführt.

Es gibt aber nicht nur immer mehr Velobörsen, sie zählen auch immer mehr Besucher. Laut Helene Guillong, Geschäftsleiterin des VCS St. Gallen-Appenzell, gibt es verschiedene Gründe, wieso die Velobörsen auf Interesse stossen. «Ein grosses Angebot macht die Velobörsen für Käufer und Verkäufer interessant. Ausserdem ist der Verkauf simpel: Velo bringen, Geld abholen.» Dass Velokäuferinnen und -käufer zudem das Fahrrad vor Ort ausprobieren wollen, spreche zusätzlich für die Börsen. Fahrräder könne man schlecht im Internet kaufen. So falle ein grosser und wichtiger Marktgegner nicht so ins Gewicht.

Guillong kennt noch einen weiteren Grund für die Beliebtheit der Velobörsen: «Fahrräder sind ein langlebiges Produkt, bei dem einzelne Komponenten gut ausgetauscht werden können.» Es gebe einen allgemeinen Trend zu mehr Qualität statt Quantität. «Vielen ist bewusst, dass ein gutes Occasionsvelo besser als ein billiges Neurad ist.» Zudem seien mehr Velos im Umlauf, weil viele Menschen nicht nur ein ­Citybike, sondern auch noch ein Mountainbike und ein E-Velo besitzen.

Ausserdem ermöglichen Velo­flohmärkte, Velos zu einem günstigeren Preis zu erwerben, sagt Guillong. So würden sich mehr Personen ein Fahrrad leisten können.

Verkaufen oder spenden

Das Prinzip der Velobörsen ist fast überall gleich: Am Vortag oder am Morgen des Flohmarktes können die Occasionsvelos abgegeben und mit einem Preis versehen werden. Dabei bleibt dieser für den ganzen Verkaufstag gleich oder aber er sinkt, je näher das Flohmarktende rückt. Wer sein Zweirad nicht losgeworden ist, nimmt es am gleichen Tag wieder nach Hause oder spendet es einer gemeinnützigen Organisation.