Zweimal für ein Glasfasernetz

Zwischen den Befürwortern und den Gegnern des Baus eines flächendeckenden Glasfasernetzes besteht Einigkeit darüber, dass die Glasfaser das Kommunikationssystem der Zukunft ist. Diese Aussage machte Remo Schelb als Vertreter der SVP an der öffentlichen Veranstaltung vom vergangenen Dienstag.

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Zwischen den Befürwortern und den Gegnern des Baus eines flächendeckenden Glasfasernetzes besteht Einigkeit darüber, dass die Glasfaser das Kommunikationssystem der Zukunft ist. Diese Aussage machte Remo Schelb als Vertreter der SVP an der öffentlichen Veranstaltung vom vergangenen Dienstag. Man ist sich nur nicht einig, wer das Netz bauen soll. Soll dies ein städtisches Unternehmen tun oder soll man es privaten Firmen überlassen?

Ich bin für den Bau des Netzes durch die Stadtwerke, weil zur Grundversorgung nebst Wasser, Gas und Strom in einer Kommunikationsgesellschaft auch die Glasfaser gehört und weil die Stadtwerke mit dem zur Verfügung stellen der Infrastruktur für Strom, Wasser oder Gas Geld verdient. Mit einem Glasfasernetz kann man ebenfalls Geld verdienen und es gibt keinen Grund, diese Gewinnmöglichkeit einfach privaten Unternehmen zu überlassen.

Ich stimme Ja, weil die Stadtwerke gemäss Reglement auf jeden Fall weiterhin mehrere Millionen Franken jährlich an die Stadtkasse abliefern müssen und weil dieses Projekt in keinem Zusammenhang mit dem Steuerfuss und den verschiedenen vorgeschlagenen Sparmassnahmen steht. Das Glasfasernetz wird durch die Stadtwerke finanziert und nicht durch die Stadt Gossau. Gut fünf Millionen Franken aus früheren Gewinnen sind hierfür bereits auf die Seite gelegt worden.

Ich sage am 22. September auch Ja, weil dieses Projekt kein einziges anderes Projekt wie beispielsweise Schulhausrenovationen, Alterswohnen oder Sportanlagen verhindert. Diese Projekte werden von der Stadt Gossau ausgeführt.

Alfred Zahner

Stadtparlamentarier Flig

Tulpenstrasse 10, 9200 Gossau

Auch Randgebiete erschliessen

Nach dem Besuch des Informationsanlasses «Glasfasernetz für Gossau» vom vergangenen Dienstagabend stellt sich nicht die Frage, ob Gossau ein Glasfasernetz braucht, sondern, ob es die öffentliche Hand bauen und verwalten soll.

Die Durchführung des Projekts durch die Stadtwerke Gossau ermöglicht der Stadt nicht nur die freie Benutzung der Leitung für eigene Zwecke, sondern auch den raschen, umfassenden Anschluss auch der abgelegensten Gebiete.

Es ist zu erwarten, dass gerade Randgebiete keine umfassende Abdeckung mit Glasfasernetz erhalten werden, wenn man die privaten Telekommunikationsfirmen die Infrastrukturen bauen lässt. Für solche Unternehmen ist das einfach nicht lukrativ. Diese ungleiche Verteilung der Infrastrukturen, die zu einer «digitalen Zweiklassengesellschaft» führt, lässt sich vermeiden, wenn die öffentliche Hand den Ausbau übernimmt.

Als Mitglied der Piratenpartei bin ich überzeugt, dass die Umsetzung unserer Forderungen nach Open Access, dem freien Zugang zu Informationen und Wissen, nach informationeller Selbstbestimmung und Transparenz nur möglich ist, wenn ein leistungsstarkes Datennetzwerk vorhanden ist, das allen Nutzern zur Verfügung steht.

Es ist ausserdem eine zentrale Aufgabe des Staates, die elementaren Infrastrukturen in der eigenen Hand zu behalten. Das Glasfasernetz, über das immer mehr zentrale Dienstleistungen erfüllt werden, muss in öffentlicher Hand sein, um Qualität und einen flächendeckenden Anschluss garantieren zu können.

Deshalb gibt es von mir am 22. September ein glasklares Ja für ein diskriminierungsfreies, öffentliches Glasfasernetz.

Martin Heeb

Mitglied Piratenpartei

Neuchlenstrasse 23, 9200 Gossau