Zwei Weiher nur für Jugendliche

Wer über Drei Weieren spaziert, dem springt möglicherweise ein vom Wetter und der Zeit mitgenommenes Schild ins Auge. Doch kaum einer weiss, was hinter dieser Anweisung steckt.

Merken
Drucken
Teilen
Die Tafel am Eichweier wird trotz klarer Anweisung oft ignoriert. (Bild: Aisha Green)

Die Tafel am Eichweier wird trotz klarer Anweisung oft ignoriert. (Bild: Aisha Green)

Das Fischen sei in diesem Gewässer nur Jugendlichen mit Bewilligung gestattet, sagen die Tafeln, die am Eich- und am Buebenweier stehen. Werner Kasper, Leiter der Jugendfischerei St. Gallen, erklärt, wieso diese Regel nicht seltsam, sondern sehr wichtig ist.

Spannungen mit den Älteren

«Ein 10-Jähriger, der neben einem 18-Jährigen fischt, das funktioniert meistens nicht», sagt Werner Kasper. Damit der junge Nachwuchs in Ruhe seine ersten Schritte im Fischfang machen könne, sei es wichtig, dass die 10- bis 16-Jährigen ein Gewässer ganz für sich alleine hätten. Auch dafür, dass als Platz ausgerechnet diese beiden, auch für erwachsene Fischer attraktiven Weiher gewählt wurden, hat Kasper eine Begründung. «Die einzige Alternative für Stadt-St. Galler Kinder ist der Bodensee», sagt der Leiter der Jugendfischerei. Den Weg von der Stadt an den See alleine mit dem Velo zurückzulegen, das sei aber zu gefährlich. Die beiden Weiher werden fast ausschliesslich von Knaben genutzt. «Mädchen gibt es unter dem Nachwuchs leider kaum», sagt Walter Kasper. Dies liegt seiner Meinung nach daran, dass den meisten Mädchen der Umgang mit den lebendigen Ködern nicht liege.

Anweisungen oft ignoriert

Obwohl die Schilder kaum zu übersehen sind, wird die Anweisung laut Kasper von vielen Schwarzfischern ignoriert. Deshalb werden die Weiher von Aufsehern des Fischereiverbands sowie von der Polizei regelmässig kontrolliert. Und wer erwischt wird, der bezahlt: Das Fischen an einem Jugendlichen-Weiher kann einen erwachsenen Fischer mehrere hundert Franken kosten. (aig)