Zwei Vakanzen im Gemeinderat

Markus Hilber lehnt die Wahl in den Gemeinderat Heiden ab. Nach dem Verzicht von Ueli Rohner werden zwei Sitze im Gremium frei. Der designierte Gemeindepräsident Gallus Pfister sieht in diesen Entscheidungen auch Positives.

Jesko Calderara
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Gallus Pfister Designierter Gemeindepräsident Heiden (Bild: pd)

Gallus Pfister Designierter Gemeindepräsident Heiden (Bild: pd)

HEIDEN. Im Gemeinderat Heiden müssen zwei Sitze neu besetzt werden. Nach Vizegemeindepräsident Ueli Rohner wird auch Markus Hilber die Wahl vom vergangenen Sonntag nicht annehmen. Ihre Behördentätigkeit endet somit am 31. Mai. Hilber erzielte 37 Stimmen als Gemeindepräsident und schaffte nur knapp die Wiederwahl in den Gemeinderat. Auch seine Bemühungen um ein Kantonsratsmandat blieben erfolglos.

Der 47-Jährige gehört seit zwölf Jahren dem Gemeinderat an und präsidiert zurzeit die Heimkommission. Wegen der fehlenden Unterstützung seiner Partei ist Hilber aus der SVP ausgetreten. Die Partei betreibe nur Oppositionspolitik, dies missfalle ihm bereits seit längerem. «Meinen Entscheid fällte ich nicht aus Frust», sagt Hilber. Ob seines tiefen Resultats habe er aber keine Freudensprünge gemacht. «Ich mache gerne Platz für Leute, die meinen, es besser zu können.» Nach einer so langen Zeit gebe es für ihn nur zwei Optionen, sagt Hilber. «Entweder ich kann eine höhere Aufgabe übernehmen oder trete zurück.» In diese Richtung habe er sich bereits vor dem Urnengang am 12. April geäussert.

Funke und Büchel warten ab

Nun liegt der Ball bei den Ortsparteien und der Lesegesellschaft Bissau. Sie sind aufgefordert, mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen. Bei den Gesamterneuerungswahlen stellte sich für die CVP Silvia Büchel zur Wahl. Sie verpasste den Einzug in den Gemeinderat, gewählt wurde stattdessen die von der SP nominierte Brigitt Mettler. Ob Büchel nochmals antritt, ist im Augenblick offen. Sie wolle zuerst die Situation mit ihrer Partei besprechen.

Ein weiterer potenzieller Kandidat könnte Christian Funke heissen. Der 50-Jährige strebte wie seine drei Mitbewerber die Nachfolge von Gemeindepräsident Norbert Näf an. Er erreichte hinter dem gewählten Gallus Pfister und Ueli Rohner das drittbeste Resultat. «Eine Gemeinderatskandidatur ist für mich eine denkbare Möglichkeit», sagt Funke. Er habe sich jedoch noch nicht abschliessend entschieden. Es gebe einige Dinge abzuwägen, gibt Funke zu bedenken. «Dazu zählt etwa der politische Stil in der Gemeinde und das fehlende Interesse bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung an der Wahl.»

Wahldatum noch offen

In einem nächsten Schritt legt der Gemeinderat den Termin für einen erneuten ersten Wahlgang fest. Ab dem 1. Juni muss sich das Gremium aufgrund der Vakanzen vorübergehend anders organisieren. «Die Ankündigungen von Rohner und Hilber kamen für mich überraschend, jedoch nicht ganz unerwartet», sagt der designierte Gemeindepräsident Gallus Pfister. Ihre Niederlagen hätten auf die Sachlichkeit im Gemeinderat durchschlagen können. Der Entscheid entkrampfe die Situation, sagt Pfister. «Mit den Wechseln geht aber viel Know-how verloren.»

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