Zwei Sexualpädagogen im Einsatz für die Stadt

Zwei CVP-Stadtparlamentarier haben nachgefragt, ob der sexualpädagogische Unterricht in der Stadt St. Gallen tatsächlich zeitgemäss ist. Der Stadtrat ist überzeugt davon und klärt auf.

Drucken

In der Stadt ist ein Sexualpädagogikteam im Einsatz. Das schreibt der Stadtrat in einer Antwort auf eine Einfache Anfrage von CVP-Stadtparlamentarier Stefan Grob und CVP-Stadtparlamentarierin Gisela Keller. Die beiden wollten wissen, wie der sexualpädagogische Unterricht in der Stadt St. Gallen organisiert ist.

Das städtische Sexualpädagogikteam ist dem schulärztlichen Dienst angegliedert und setzt sich aus einer Frau und einem Mann zusammen. Beide sind ausgebildete Sexualpädagogen und teilen sich 80 Stellenprozente. 50 Stellenprozente hat die Frau inne, 30 der Mann. Angebot und Nachfrage halten sich laut Stadtrat die Waage.

Die beiden Fachpersonen sind vor allem auf der Mittel- und Oberstufe im Einsatz, wo sie pro Schuljahr zwischen 120 und 140 Unterrichtsbesuche leisten. Sie besuchen aber auch die Unterstufe und den Kindergarten, beraten Lehrpersonen, machen Kriseninterventionen und arbeiten mit einzelnen Jugendlichen.

Die zwei Sexualpädagogen sind allerdings nicht alleine zuständig. Der Stadtrat schreibt, Sexualpädagogik sei in erster Linie Aufgabe der Erziehungsberechtigten zu Hause. In der Schule sei die Lehrperson dafür verantwortlich. Der Inhalt des Unterrichts richte sich dabei nach dem Lehrplan und dem seit 2007 bestehenden städtischen Konzept des Fachbereichs Sexualpädagogik. Auf die Frage der beiden CVP-Politiker, ob die Unterrichtsinhalte auch tatsächlich zeitgemäss seien, antwortet der Stadtrat: «Die Aktualität der Inhalte ist jederzeit gewährleistet.»

Gefühle, Freundschaft und Liebe

Im Unterricht mit jüngeren Kindern geht es in erster Linie um Gefühle, Berührungen, den Körper und die Stärkung des Selbstwertgefühls. Schülerinnen und Schüler der Mittel- und der Oberstufe setzen sich mit den Themen Freundschaft und Liebe auseinander, hinterfragen das Rollenverhalten der Geschlechter und sprechen über Internet und Social Media. Weiter werden auf der Oberstufe Schwangerschaft, Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten thematisiert.

Die beiden Sexualpädagogen bilden sich laut Stadtrat regelmässig weiter und stehen im Austausch mit den Ärzten des schulärztlichen Dienstes. Damit werde sichergestellt, «dass Kinder und Jugendliche einen altersgerecht vermittelten, fundierten und aktuellen sexualpädagogischen Unterricht erhalten».

Die CVP-Stadtparlamentarier Grob und Keller wollten zudem wissen, inwiefern sich der Unterricht der städtischen Sexualpädagogen vom Angebot der kantonalen Fachstelle für Aids- und Sexualberatung St. Gallen-Appenzell AHSGA unterscheidet und ob sich in finanzieller Hinsicht eine Auslagerung des Sexualunterrichts lohnen würde. Der Stadtrat hält die beiden Angebote für vergleichbar – mit dem Unterschied, dass das städtische Team als Teil der Direktion Schule und Sport verpflichtet sei, die Lehrplanvorgaben einzuhalten.

Er ist überzeugt, dass eine Auslagerung an die kantonale Fachstelle keine Einsparungen, aber Nachteile zur Folge hätte. Er befürchtet, die Vernetzung innerhalb des schulärztlichen Dienstes würde verlorengehen und auch der rasche Einsatz an den städtischen Schulen. Deshalb spricht er sich klar für eigene Sexualpädagogen aus. (cw)