Zwei Rappen sparen mit deutschem Sack

In Gossau werden in Zukunft Abfallsäcke aus Deutschland verwendet. Der ZAB hält an seinem Entscheid fest und will damit 66 000 Franken im Jahr oder zwei Rappen pro Sack sparen. Doch für die neue Vergabe gebe es wichtigere Gründe als die Kosten.

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Der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) hält daran fest, künftig einen Teil der Gebühren-Kehrichtsäcke aus dem Ausland zu beziehen. Daran ändert auch die Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Peter Haag nichts.

Produktion und Distribution

Es handelt sich um die 35-Liter-Säcke, die den grössten Teil ausmachen. Sie werden künftig von der Firma FO Security in Egg (Importsäcke aus Deutschland) bezogen. Die 60- und 110-Liter-Säcke werden weiterhin von der Firma Top Pac aus Schwarzenbach geliefert. ZAB-Geschäftsführer Claudio Bianculli versteht das Anliegen des SVP-Politikers, nach Möglichkeit Schweizer Ware zu beziehen. «Doch es geht in diesem Geschäft nicht nur um die Kosten, sondern auch um die Distribution.» Der ZAB habe einen Anbieter gesucht, der die 35-Liter-Säcke direkt an die gewünschten Verkaufsstellen liefere.

Heimisches Schaffen schützen

In seiner Einfachen Anfrage wollte Haag von der Regierung wissen, ob sie seine Ansicht teile, dass gerade Gemeindeverbände vermehrt die einheimischen Unternehmen unterstützen sollten. Auch wollte er wissen, wie die Regierung dazu steht, dass man die Kehrichtsäcke trotz hohen jährlichen Gewinns bei einer deutschen Firma bestellt.

In ihrer Antwort schreibt die Regierung, dass sie ebenfalls einheimische Unternehmen berücksichtige, sofern die Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungswesens eingehalten werden. Auf der anderen Seite müsse der Wettbewerb spielen. Ein solcher sei für die Entwicklung der Volkswirtschaft von hoher Bedeutung.

«Der Kostenanteil der Kehrichtsäcke ist im Verhältnis zum Gesamtaufwand der Kehrichtverbrennungsanlage Bazenheid gering», schreibt die Regierung. Der ZAB rechnete aus, dass die neue Vergabe jährliche Einsparungen von 66 000 Franken beziehungsweise eine Kostenreduktion von gerade mal zwei Rappen je Sack bringt. (hs/ses)