Zwei Orchester, ein Ziel

Zusammen bläst man stärker. Dies haben sich die St. Georgen- und die Westmusik gesagt. Und so spielen sie ihre nächsten beiden Konzerte gemeinsam. Das erste Mal diesen Sonntag.

Josef Osterwalder
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Zwei Dirigenten spannen zusammen: Michael Loher, Musikgesellschaft St. Georgen (links), und Stefan Klieme, Westmusik. (Bild: Michel Canonica)

Zwei Dirigenten spannen zusammen: Michael Loher, Musikgesellschaft St. Georgen (links), und Stefan Klieme, Westmusik. (Bild: Michel Canonica)

Das Konzert vom nächsten Sonntag in der GBS-Aula ist traditionell und ungewohnt zugleich. Traditionell ist der Termin. Seit je gibt die Musikgesellschaft St. Georgen im November ein Konzert mit klassischer, sinfonischer Blasmusik. Doch ungewohnt ist dieses Mal der Auftritt. Statt der gut zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker tritt am Sonntag ein fünfzigköpfiges Orchester an. Denn diesmal sind die St. Geörgler nicht allein, sondern spielen vereint mit der Westmusik. Das Gleiche wiederholt sich im Januar. Dann hält die Westmusik ihr Neujahrskonzert, und auch dann, am 8. Januar, werden die Korps wiederum gemeinsam spielen.

Idee entstand vor einem Jahr

«Die Idee für ein solches Projekt entstand vor einem Jahr», sagt Stefan Klieme, der die Westmusik dirigiert. «Viele Blasmusikvereine leiden unter einem abnehmenden Bestand; da liegt es nahe, sich für einmal zusammenzutun. So können wir Werke spielen, die eine grosse Besetzung verlangen.»

Beide Dirigenten sind über den bisherigen Verlauf des Projektes sehr zufrieden. «Die Konstellation war ausgesprochen günstig», sagt Michael Loher, Dirigent der Musikgesellschaft St. Georgen, «die Besetzungen unserer Orchester ergänzen sich ideal.» Die Westmusik hat zum Beispiel ein starkes Saxophon-Register, was den St. Geörglern fehlt. Diese wiederum bringen jene Hörner und Bässe, mit denen die Westmusik schwächer besetzt ist.

Aber nicht nur die Besetzungen ergänzen sich, sondern auch die musikalischen Neigungen der Dirigenten. Stefan Klieme hat bisher vor allem Stücke gewählt, die für klassische Orchester geschrieben und im nachhinein für Blasorchester arrangiert wurden. Michael Loher ist eher jenen Werken zugeneigt, die direkt für Blasorchester komponiert sind.

Zwei Vorlieben

Beim Konzert klingt beides an. Im ersten Konzertteil kommt Lohers, im zweiten Kliemes Vorliebe zum Zug. Originale Blasmusik bringt «Der Magnetberg», das von Mario Bürki für das diesjährige Eidgenössische Musikfest komponierte Pflichtstück, eine sinfonische Märchenerzählung. Als Beispiel arrangierter Klassik ertönen im zweiten Konzertteil der «Holzschuhtanz» Lortzings und die «Leichte Kavallerie» von Suppé.

Eingeübt wurden die Werke in den einzelnen Korps, doch jede dritte Woche hielt man eine gemeinsame Probe. Dieses Vorgehen habe sich bewährt. «Wichtig ist auch, dass wir von Anfang an in regem Kontakt gestanden sind», sagt Loher, «wir haben uns gegenseitig über alles informiert.»

Am nächsten Sonntag wird Michael Loher, am Neujahrskonzert Stefan Klieme dirigieren; je ein Stück leitet jeweils auch der Dirigent des Partnerorchesters.

Starker Auftakt

Gedacht ist vorerst an ein einmaliges Projekt. Oder wird die Zusammenarbeit weitergeführt? «Nach den Konzerten werden wir zusammensitzen und das Weitere überlegen», sagt Klieme.

Hat das Projekt etwas mit dem Musikfest vom Sommer zu tun? «Vielleicht das», meint Loher, «dass wir nach dem Eidgenössischen nicht gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern einen starken Akzent setzen wollten.»

Sonntag, 17.00 Uhr, GBS Riethüsli, Gratiseintritt, mit Kollekte.

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