Zwei Meister ihres Fachs

Sie haben das Heu auf der gleichen Bühne: Die Künstler Paul Huber und Walo Raschle. Zum ersten Mal stellen sie ihre Werke gemeinsam aus. Huber zeigt seine Bilder, Raschle seine Metallskulpturen. Morgen ist Vernissage.

Gisela Tobler
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Zwei Freunde zeigen ihre Kunst: Walo Raschle (links) und Paul Huber. (Bild: Gisela Tobler)

Zwei Freunde zeigen ihre Kunst: Walo Raschle (links) und Paul Huber. (Bild: Gisela Tobler)

MUOLEN. Walo Raschles Metallskulpturen entstehen in seiner Werkstatt zwischen Lichtensteig und Krinau. Paul Huber hat sich vor zweieinhalb Jahren in einem alten Bauernhaus in Oberegg bei Muolen niedergelassen. Die beiden sind keine Unbekannten, ihre Kunst hat sich längst etabliert. Seit sie sich vor einigen Jahren an den Gossauer Künstlertagen kennengelernt haben, kreuzen sich ihre Wege immer wieder. «Wir haben das Heu auf der gleichen Bühne», haben sie festgestellt. Sowohl privat, als auch in ihrer Einstellung zur Kunst, «wir sind beide Perfektionisten.»

Fotografisch genau

Paul Huber zeichnet und malt in verschiedenen Techniken. Es gebe nichts, was er zumindest nicht schon ausprobiert habe. Zu seinen Lieblingsmotiven gehören alte Autos, wie er sie auf seinen Reisen durch Amerika und Kanada oft angetroffen hat. Er liebt es, Verwittertes, Verrostetes und Verbeultes perfekt wiederzugeben, «das ist für mich eine spannende Herausforderung.» Die Bilder verblüffen durch eine fotografische Genauigkeit. Mit der gleichen Akribie malt er auch Landschaften, Appenzeller Brauchtum und Stadtbilder. Diese Begabung wurde Paul Huber offensichtlich in die Wiege gelegt. Schon die Lehrer in der Primarschule seien beeindruckt gewesen, und als Sechstklässler habe er bereits die erste Ausstellung organisiert. Später besuchte er die Kunstgewerbeschule und absolvierte in St. Gallen eine Lehre als Stickereizeichner. Anschliessend leitete er während vierzehn Jahren ein Grafik-Atelier in Andwil. Als in dieser Branche der Computer Einzug hielt, stieg Paul Huber aus, um sich ganz der Kunst zu widmen.

Ganz anders ist der Werdegang von Walo Raschle, der früher Zimmermann war. Nach einer Lebenskrise suchte er neue Wege und fand zum Metall. Er begann zu experimentieren, suchte sich seinen eigenen Zugang zu diesem harten Werkstoff, und es ist ihm gelungen, daraus etwas Leichtes entstehen zu lassen. An einer Gruppenausstellung konnte er seine Werke zum ersten Mal zeigen – und sie gefielen. Dieser Erfolg wiederum beflügelte seine Kreativität und die Gewissheit, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Zum Markenzeichen geworden sind auch seine dekorativen Kugeln, die er aus Metallringen, Schlüsseln oder Scheren zusammenschweisst und die perfekt rund sind.

Eröffnet wird morgen

Die Ausstellung findet bei Paul Huber statt, in Oberegg bei Muolen, das postalisch zu Bischofszell gehört. Die Vernissage ist morgen, Freitag, 19 Uhr. Die Öffnungszeiten sind: 31. August und 1. September, 6. bis 8. September, 13. bis 15. September, jeweils 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung. Paul Huber, Telefon 071 951 52 50, Walo Raschle, Telefon 079 605 05 14.