Zwei Klassen von Bürgern?

Güterbahnhof: Blinklichtanlage wäre zu teuer Ausgabe vom 31. Dezember 2015

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Für die Appenzeller Bahnen (AB) gibt es offenbar zwei Klassen von Bürgerinnen und Bürgern: Einerseits die Bewohner von Teufen, wo im Dorfzentrum auf den Gleisen flaniert werden darf und alle am Gleise gelegenen Gebäude über einen hauseigenen, mit Blinklicht ausgestatteten Bahnübergang verfügen. Daneben leben an derselben Bahnlinie, nur etwas tiefer gelegen, die Anwohner des Stadtsanktgaller Quartiers Tschudiwies-Centrum. Ihnen haben die AB einen Maschendrahtzaun vor die Nase gebaut, um sie am Überqueren der Bahnübergänge im Bereich des Güterbahnhofs zu hindern.

Die Aufhebung dieser Übergänge bedeutet für die betroffene Bevölkerung den Verlust einer beliebten und verkehrsarmen Fuss- und Velowegverbindung ins Stadtzentrum. Die zahlreichen Einsprachen gegen die Schliessungsverfügung liessen die AB ins Leere laufen, indem sie die Übergänge schon vor Ablauf der Einsprachefrist sperrten. Aufhorchen lässt auch die Stellungnahme der AB im Tagblatt, wonach der Autoverkehr von der Schliessung ja nicht betroffen sei und das Anbringen einer Blinklichtanlage nur für Fussgänger unverhältnismässig teuer wäre.

Als Bewohner einer Stadt, die sich als «Stadt der kurzen Wege» bezeichnet und die Förderung des Langsamverkehrs propagiert, frage ich mich schon: Was läuft hier falsch?

Heinz Klaus

Schlosserstr. 14, 9000 St. Gallen

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