Zwei Häuser, ein Zentrum

MÖRSCHWIL. Das Siegerprojekt für das Mörschwiler Wohn- und Pflegezentrum heisst Avitus und umfasst zwei Bauten mit 55 Zimmern, sechs Wohnungen, einem Demenzgarten und einer Kindertagesstätte.

Martina Kaiser
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Im Alter auf die Burgwiese: Im geplanten Wohn- und Pflegezentrum sollen in zwei Häusern sechs Wohnungen und 55 Zimmer entstehen. (Bild: Visualisierung: Gähler Architekten AG)

Im Alter auf die Burgwiese: Im geplanten Wohn- und Pflegezentrum sollen in zwei Häusern sechs Wohnungen und 55 Zimmer entstehen. (Bild: Visualisierung: Gähler Architekten AG)

Versprochen ist versprochen. Nach dem Bau der Dreifachhalle widmet sich der Gemeinderat nun den betagten Einwohnerinnen und Einwohnern. Zwar gibt es in Mörschwil schon Alterswohnungen, aber noch keine Pflegeplätze. Darum hat der Gemeinderat im Oktober des vergangenen Jahres das Projekt Wohn- und Pflegezentrum mit dem Architekturwettbewerb gestartet. Jetzt steht der Sieger fest: Das Projekt Avitus von der Gähler Architekten AG in St. Gallen hat die Jury, bestehend aus Gemeindepräsident Paul Bühler, Gemeinderäten, Raumplanern und Architekten, überzeugt. Ihr gefiel vor allem die Raumaufteilung: In einem der beiden Häuser werden sechs betreute Wohnungen, eine Arztpraxis und eine Kindertagesstätte untergebracht. Im Hauptgebäude sind 55 Zimmer, ein Restaurant und der Demenzgarten vorgesehen.

Öffentlicher Garten

Das Zentrum wird auf der Burgerwiese, auf 5129 Quadratmetern gebaut. Der Eingang zum Hauptgebäude befindet sich südlich auf der Seite der Bahnhofstrasse. Links davon wird der Spielplatz für die Kindertagesstätte, rechts ein Aussensitzplatz für das Restaurant realisiert. Daneben entstehen sechs Besucherparkplätze. Der Zugang zur Tiefgarage mit 40 Parkplätzen sowie der öffentliche Garten befinden sich nordöstlich auf der Seite der Burgerstrasse.

Endloser Rundgang

Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sind ein Restaurant, ein Coiffeur- und Beautysalon sowie ein Andachts- und Mehrzweckraum geplant. Im ersten Stock wird die Demenzabteilung untergebracht. Um dem Bewegungsdrang der Demenzkranken gerecht zu werden, soll der Korridor als Rundgang angelegt werden. Im gleichen Stock entsteht der Demenzgarten, und zwar auf dem Dach des Verbindungsganges, der im Erdgeschoss zum Nebengebäude führt. Hier werden heimische Blumen, Sträucher und Kräuter gepflanzt, welche die Bewohnerinnen und Bewohner von früher her kennen, die ihnen vertraut sind. Als Abgrenzung dienen Hecken und Brüstungen.

Im zweiten und dritten Stock entstehen weitere Zimmer mit Loggien für alte und pflegebedürftige Menschen.

Vereinte Generationen

Zurück im Erdgeschoss führt ein Verbindungsgang nach links zum Nebengebäude, das parallel zum Hang gebaut wird. Hier sollen auf drei Etagen sechs betreute Zwei- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen, die Arztpraxis von Dorfarzt David Roth und eine Kindertagesstätte untergebracht werden. Letzteres auf Wunsch des künftigen Leiters Peter di Gallo. «Mit der Kindertagesstätte, aber auch mit dem öffentlichen Restaurant, sollen Brücken zwischen den verschiedenen Generationen gebaut werden», sagt er. «Wir streben eine natürliche Mischung der Bevölkerung an.» Die di-Gallo-Gruppe ist seit 45 Jahren in der Betriebsführung von sozialen Einrichtungen tätig. Eine Kindertagesstätte ist unter anderem in dem von der Gruppe betriebenen Pflegezentrum Speicher AR eingerichtet worden. Mit Erfolg, wie Peter di Gallo betont.

Für Gemeindepräsident Paul Bühler war die Auswertung der Wettbewerbsprojekte ein spannender Prozess: «Es waren einige Projekte dabei, die ich wirklich gut fand. Aber natürlich habe ich bauliche und architektonische Details den Experten in der Jury überlassen. Ich habe mehr darauf geachtet, wie sich ein Modell in die Umgebung einfügt.» Mehr und mehr habe sich aber das Projekt der Gähler Architekten AG als Favorit herauskristallisiert.

Der Projektierungskredit soll an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung im Sommer eingeholt werden, der Baukredit von ungefähr 20 Millionen Franken im Jahr 2012. Verläuft alles planmässig, könnte das Heim 2015 bezugsbereit sein.

Ausgestellte Projekte

Das Siegerprojekt wird zusammen mit den anderen Arbeiten der 17 Architekturbüros vom 8. bis 22. Februar im Gemeindehaus während der Bürozeiten ausgestellt. Am 8. Februar stehen die Mitglieder der Jury zudem zwischen 17.30 und 19 Uhr für Fragen zur Verfügung.

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