Zwei erste Plätze, kein Sieger

Die Pläne für ein neues evangelisches Kirchgemeindehaus in Wittenbach werden konkreter. Beim Architekturwettbewerb hat aber nicht nur ein Bauprojekt gewonnen, sondern deren zwei. Kein Architekturbüro konnte das Kostendach einhalten.

Rafael Rohner
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Das neue Kirchgemeindehaus Vogelherd soll neben der geschützten alten Linde entstehen. Das Pfarrhaus (links) müsste dem Bau weichen. (Bild: Ralph Ribi)

Das neue Kirchgemeindehaus Vogelherd soll neben der geschützten alten Linde entstehen. Das Pfarrhaus (links) müsste dem Bau weichen. (Bild: Ralph Ribi)

wittenbach. Das evangelische Kirchgemeindehaus Vogelherd soll abgerissen werden. Die Räume sind düster, der Heizölverbrauch hoch und ein Umbau oder eine Renovation wären teuer. Deshalb wolle man sich nun vom alten Standort lösen und «näher zur Kirche», sagt Walo Möri, Leiter des Ressorts Infrastruktur. Und so plant die Kirchgemeinde Tablat einen Neubau unter dem Blätterdach der alten Linde direkt neben der Kirche Vogelherd. Am alten Standort sollen Parkplätze für die Kirchgänger entstehen.

Für das Bauprojekt sind bei einem Architekturwettbewerb acht Vorschläge eingegangen. «Die Projekte sind von überraschend guter Qualität», sagt Jurymitglied Pierre Strittmatter. «Denn die Aufgabe war schwierig zu lösen.» Dennoch habe es kein Projekt geschafft, die hohen Anforderungen der Wettbewerbsjury vollständig zu erfüllen. Und so kürte diese nicht nur ein Siegerprojekt, sondern deren zwei. Beide müssen nochmals überarbeitet werden.

Beide haben Vor- und Nachteile

Gewonnen haben die Projekte «Mitenand» der Klaiber Partnership AG aus St. Gallen und «Atrium» von Bucher Architekt BSA aus St. Margrethen. Beide Projekte verfolgten unterschiedliche Konzepte und beide hätten das Potenzial für eine Realisierung, sagt Möri. Bei «Mitenand» seien vor allem die Innenräume des neuen Gemeindehauses architektonisch gelungen. Zudem bilde es zusammen mit der Kirche eine Einheit. Beim Projekt «Atrium» hingegen spreche das Gemeindehaus eine eigene architektonische Sprache und halte sich nicht an die Kirche. Gefallen habe der Jury bei diesem Projekt vor allem, dass auf dem Hügel unter der Linde ein schöner Platz entstehe.

Bei beiden Projekten bleibe die Kirche klar die dominante Komponente auf dem Hügel, sagt Möri, wie das von der Kirchenvorsteherschaft vorgängig auch gewünscht worden sei.

Kostendach überschritten

Schwierigkeiten hatten die Architekturbüros vor allem mit dem Kostendach. Kein Büro habe es geschafft, das Budget von sechs Millionen Franken einzuhalten, sagt Strittmatter. Im Kostendach enthalten sind neben dem Neubau auch die Kosten für eine sanfte Renovierung der Kirche und die Erstellung eines Parkplatzes am heutigen Standort des Kirchgemeindehauses. Damit das Budget eingehalten werden könne, seien die beiden Büros der Siegerprojekte nun damit beauftragt worden, ihre Projekte zu «redimensionieren», sagt Strittmatter. In drei Monaten würden die Ergebnisse besprochen. Dass nun ein weiterer Arbeitsschritt nötig sei, habe den Vorteil, dass man die Architekturbüros besser kennenlernen könne. Die Kirchbürgerschaft könne voraussichtlich im April 2012 über den Baukredit entscheiden, sagt Möri. Ursprünglich angesetzt war die Abstimmung auf November dieses Jahres.

Pfarrhaus wird abgebrochen

Das Pfarrhaus bei der Kirche wurde bei allen Vorschlägen der Architekten nicht in die Baupläne integriert. Auch bei den beiden Siegerprojekten nicht. Es wird also dem Neubau definitiv weichen müssen. Dieser Punkt sei in der Kirchgemeinde und mit der Pfarrschaft ausführlich besprochen worden, sagt Möri. Man habe diese Frage bewusst den Architekten überlassen.

Die Siegerprojekte sind ab heute abend bis Freitag jeweils von 19 bis 21 Uhr im Kirchgemeindehaus Wittenbach öffentlich ausgestellt.

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