Zwei Drittel machen eine Berufslehre

Die Sommerferien sind da: 1300 Jugendliche aus dem Wahlkreis St. Gallen haben vergangene Woche die Volksschule abgeschlossen. Ende Mai waren noch neun Prozent auf der Suche nach einer Anschlusslösung. Nun wissen die meisten, wie es für sie weitergeht.

Christina Weder
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Die Lehrstellenbörse an der Teufener Strasse 3. (Bild: Christina Weder)

Die Lehrstellenbörse an der Teufener Strasse 3. (Bild: Christina Weder)

Das Schuljahr ist zu Ende. Für 1300 Schülerinnen und Schüler im Wahlkreis St. Gallen hiess es letzte Woche Abschied nehmen: Sie treten aus der Volksschule aus. Für sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

KV-Lehre an erster Stelle

Das kantonale Amt für Berufsbildung hat Ende Mai erhoben, wie es für diese Jugendlichen nach den Ferien weitergeht. Demnach werden zwei Drittel von ihnen eine Lehre beginnen. Das entspricht ziemlich genau dem Vorjahreswert. Spitzenreiter dabei ist die Kaufmännische Lehre. Auf dem zweiten Platz folgt die Detailhandelslehre.

Rund acht Prozent der Schulabgänger werden weiter die Schulbank drücken; sie besuchen die Kantonsschule, die Wirtschafts- oder Fachmittelschule (WMS oder FMS). Weitere 14 Prozent haben sich für ein staatliches Brückenangebot oder für eine private Lösung entschieden. Sie machen ein Berufsvorbereitungsjahr, ein Motivationssemester, eine Vorlehre, ein Praktikum oder einen Fremdsprachenaufenthalt. Rund drei Prozent planen eine Reise oder gehen einer Hilfstätigkeit nach.

Bis vor kurzem auf der Suche

Ende Mai wussten noch nicht alle Schulabgänger, wie es für sie nach den Sommerferien weitergeht. 112 Jugendliche standen im Wahlkreis St. Gallen ohne Lösung da. Das entspricht rund neun Prozent der Schulabgänger. Kantonsweit waren zum selben Zeitpunkt 284 Jugendliche auf der Suche, was 5,4 Prozent der kantonalen Schulabgänger entspricht. Besonders schwierig ist die Lehrstellensuche für ausländische Jugendliche (Tagblatt vom 24. Juni). Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Schulabgänger beträgt ein Viertel, bei Schulabgängern ohne Anschlusslösung machen sie aber rund die Hälfte aus. Dieses Missverhältnis zeigt sich auf kantonaler wie auch auf städtischer Ebene.

Nicht nur Schulprobleme

Laut Ruedi Giezendanner, dem Leiter des kantonalen Amtes für Berufsbildung, liegt es in der Regel jeweils nicht nur an Schulproblemen, dass ein Jugendlicher keine Lehrstelle findet. Auch soziale Probleme spielten meist eine Rolle.

Manche Schulabgänger hätten Mühe, an Schnuppertagen oder in Bewerbungsverfahren vom Auftreten her zu überzeugen. Bei ausländischen Jugendlichen komme oftmals die fehlende soziale Einbettung hinzu. Unterstützung erhalten die Jugendlichen von der Berufsberatung und der Lehrstellenbörse.

Giezendanner ist zuversichtlich, dass ein Grossteil der Jugendlichen inzwischen eine Lösung gefunden hat. Offene Lehrstellen seien jedenfalls mehr als genug vorhanden.

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