Zwei ARA zusammen effizienter gegen Partikel

STEINACH. Seit 2014 fliesst das gereinigte Abwasser der Stadt St. Gallen von der ARA Hofen in Wittenbach nicht mehr in die Steinach. Im Fluss machte das Abwasser bis zu 80 Prozent der Wassermenge aus.

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STEINACH. Seit 2014 fliesst das gereinigte Abwasser der Stadt St. Gallen von der ARA Hofen in Wittenbach nicht mehr in die Steinach. Im Fluss machte das Abwasser bis zu 80 Prozent der Wassermenge aus. Inzwischen fliesst es über eine Druckleitung zur ARA Morgental in Steinach und von dort in den Bodensee. Dadurch wird die Steinach entlastet und in einem Kraftwerk Strom produziert.

Gemeinsame Anlage effizienter

Es bietet sich damit aber auch die Möglichkeit, in einer gemeinsamen Anlage das Abwasser von Mikroverunreinigungen zu befreien. Dies sind organische Spurenstoffe und Schwermetalle, die das Leben in den Gewässern schädigen und die Trinkwasserqualität beeinträchtigen. Quellen dafür sind alltägliche Produkte, wie beispielsweise Arzneimittel, Körperpflegeprodukte, Putzmittel, aber auch Pflanzen- oder etwa Materialschutzmittel. Vorstudien zeigten, dass eine gemeinsame Anlage der ARA Hofen und der ARA Morgental kostengünstiger erstellt und effizienter betrieben werden kann als zwei separate Anlagen.

Schweizweit eine Besonderheit

Geplant ist, mit der Methode der Ozonung gegen die Mikroorganismen vorzugehen. Das Ozon wandelt sie um, dann folgt ein biologisch aktiver Filter oder die Umwandlungsprodukte werden an granulierte Aktivkohle gebunden. Diese geplante Anlage stellt schweizweit eine Besonderheit dar, da zwei Kläranlagen ihr gereinigtes Abwasser in einer gemeinsamen Reinigungsstufe weiterbehandeln.

Platz für Ozonungsanlage

Der Abwasserverband Morgental (AVM) und Entsorgung St. Gallen (ESG) haben ein Ingenieurbüro beauftragt, in einem Vorprojekt die Machbarkeit einer gemeinsamen Ozonungsanlage zur Elimination von Mikroverunreinigungen auf dem Gelände der ARA Morgental zu prüfen und die Kosten zu schätzen. Das Vorprojekt werde noch diesen Herbst abgeschlossen, heisst es in einer Mitteilung der Verbände. Es werden Laboranalysen der Abwässer der ARA Hofen und der ARA Morgental gemacht, um die Entstehung problematischer Spaltprodukte aus der Ozonung auszuschliessen und die Wahl des technischen Reinigungsverfahrens zu bestätigen. Die Vorstudie hat gezeigt, dass im Morgental, dort, wo die Abläufe aus der bestehenden biologischen Reinigungsstufe und der Ablauf des Kraftwerks vom St. Galler Abwasser zusammenkommen, Platz für eine Ozonungsanlage mit nachgeschaltetem biologisch aktivem Sandfilter vorhanden ist. (pd/cot)