Zuwanderungsland Alpenrheintal

BUCHS. Im Kanton St. Gallen leben Menschen, die aus 150 Ländern stammen – der Wahlkreis Werdenberg hat den höchsten Ausländeranteil. Er ist das Thema im 25. Werdenberger Jahrbuch, das der Immigration und der Integration gewidmet ist.

Reto Neurauter
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Das 25. Werdenberger Jahrbuch. (Bild: pd)

Das 25. Werdenberger Jahrbuch. (Bild: pd)

BUCHS. Der erste Jahrgang hat sich mit dem Schwerpunktthema Auswanderung befasst. Bei der 25. Ausgabe geht es ebenfalls um Migration, diesmal aber mit Fokus auf die Zuwanderung und die Integration der Zugewanderten, «auf eine bis heute grosse gesellschafts- und sozialpolitische Herausforderung nicht nur für die Schweiz, sondern genauso für alle unsere europäischen Nachbarn», sagt Redaktorin Susanne Keller-Giger. Die Thematik Immigration und Integration von der Frühzeit bis heute wird im neusten Werdenberger Jahrbuch 2012 in über 30 Beiträgen behandelt.

Gallus auch ein Flüchtling

Aus Anlass des Gallusjubiläums 2012 berücksichtigt wird auch der heilige Gallus, der ebenfalls ein Migrant und im Werdenberg auch ein Flüchtling war.

Ob Gallus als Landesvater und Träger kollektiver Identität glaubwürdig, oder ob er ein Konstrukt ist, das am Leben der heutigen Menschen, der St. Gallerinnen und St. Galler, vorbeizielt, dem spürt Autor Peter Müller nach. Auch die Herkunft von Gallus wird in jüngerer Zeit in Frage gestellt: War er nun ein Ire oder stammte er doch eher aus dem Elsass? Diesem kontrovers geführten Thema widmet sich Galluskenner Max Schär und untermauert seine Zweifel an einer jahrhundertealten Gewissheit mit der Analyse von Textstellen aus verschiedenen Heiligenviten zu Gallus. In seinem zweiten Beitrag versucht Schär anhand von Vitenerzählungen Gallus' Flucht vor Herzog Gunzo nach Grabs zu rekonstruieren.

Hans Jakob Reich, seit den Achtzigerjahren «spiritus rector» des Werdenberger Jahrbuchs, freut sich, dass es mit der aktuellen Ausgabe bereits 25 Ausgaben geworden sind. «Die Redaktion hat sich gesagt, es geht, solange es geht, und jeder Jahrgang, den wir herausbringen können, ist ein gewonnener Brückenschlag zwischen Herkunfts- und der Gegenwartswelt.»

Von Bedeutung für die Region

Sigrid Hodel-Hoenes, Präsidentin der Historisch-Heimatkundlichen Vereinigung des Bezirks Werdenberg und selber Migrantin, spricht gar von einem «langen Weg, der in eine nie erwartete Erfolgsgeschichte mündet». Die neuste Ausgabe sei ein Brückenschlag über 25 Jahre: damals Auswanderung, diesmal Einwanderung.

Von einem grossen Bogen spricht auch der Grabser Gemeindepräsident und Präsident des Vereins Region Sarganserland-Werdenberg, Rudolf Lippuner. «Auch thematisch wird ein grosser Bogen gespannt, das Jahrbuch ist von grosser Bedeutung für die Region und Bevölkerung, die sich auch mit aktuellen Themen auseinandersetzen muss.» Die finanziellen Beiträge der Gemeinden sollen dem Werk eine gesicherte Zukunft geben, versicherte Lippuner in Buchs.

Werdenberger Jahrbuch 2012. Herausgeber: Historisch-Heimatkundliche Vereinigung der Region Werdenberg. Verlag BuchsMedien, ISBN 978-3-9523526-7-0. 48 Franken. 335 Seiten. Über 400, meist farbige Abbildungen.