Zusatzkonsum kaum nachzuweisen

ST.GALLEN. Das Institut für Modellbildung und Simulation der Fachhochschule St.Gallen hat die Gutschein-Aktion basierend auf einer Internet-Umfrage ausgewertet. Lediglich 481 Personen nahmen daran teil. Daher sind nur grobe Aussagen möglich.

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So sah er aus, der Gutschein. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

So sah er aus, der Gutschein. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Zunächst wollte das Institut für Modellbildung und Simulation der Fachhochschule St. Gallen (FHS) messen, wie hoch der durch die 50-Franken-Gutscheine ausgelöste Zusatzkonsum ist. «Ein weltweit einmaliges Experiment», freute sich Institutsleiter Marcel Loher noch an der gestrigen Medienorientierung. «Da werden vier Millionen Franken in eine Stadt hineingepumpt, zu gern hätten wir die Auswirkungen untersucht.» Finanzen und Zeit sprachen dann allerdings dagegen.

Eine kleine Auswertung gibt's nun aber doch. Sie sei aber leider nicht repräsentativ und es könnten «höchstens grobe Effekte» nachgewiesen werden. Die St. Gallerinnen und St. Galler hatten sich nämlich als überaus eifrige Gutschein-Einlöser erwiesen, den elektronischen FHS-Fragebogen dazu mochten aber nur gerade 481 Personen ausfüllen. Das ergibt maximal eine «verzerrte Stichprobe» bezüglich Alter und Einkommen, so Loher. Eine Verallgemeinerung auf die Gesamtbevölkerung sei nicht zulässig.

Ein Hauch von einem Indiz

Trotzdem wagte Loher zur entscheidenden Frage nach dem zusätzlichen Konsum eine, wenn auch ziemlich vorsichtige Aussage: Einen «Hauch von einem Indiz für einen Effekt auf Zusatzkäufe» liessen die Befragungsresultate schon zu. Immerhin 29 Prozent der Antwortenden gaben an, sich mit dem Gutschein etwas gekauft zu haben, das sie sich sonst nicht angeschafft hätten. Dies könne als Zusatzkonsum interpretiert werden. Knapp acht Prozent der Gutscheine wurden an Auswärtige verschenkt.

Unbestritten bestehe auch hier das Potenzial eines Zusatzkonsums, der jedoch nicht genau beziffert werden könne.

Gute Idee für über die Hälfte

Verlässlicher sind die Daten, wie die Gutschein-Aktion der Stadt ganz generell beurteilt wird. Ein Drittel hält wenig von den Einkaufs-Bons, gut die Hälfte spricht von einer guten bis sehr guten Idee. Allgemein gilt: Je tiefer das steuerbare Einkommen, desto positiver das Urteil.

10 Prozent verschenken

Knapp zehn Prozent der Antwortenden gaben an, den Gutschein verschenkt zu haben. Kleine Haushalte und solche mit tiefem steuerbarem Einkommen setzten ihre Gutscheine vorwiegend für Nahrungsmittel, Bekleidung sowie Bücher, Spielwaren und Sportartikel ein. Bei grösseren Haushalten und solchen mit höheren Einkommen entfällt diese Fokussierung. Spitzenreiter bleiben aber auch dort Nahrungsmittel und Bekleidung. (an.)