Zurücklehnen gilt noch nicht

Für Stadtrat Fredy Brunner wird 2015 ein Jahr der Veränderung. Im Frühling geht er in Pension. Bis zum letzten Augenblick werde er für seine Direktion noch Projekte anreissen. Wenn es sein müsse, auch noch fünf Minuten «vor Schluss».

Elisabeth Reisp
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Fredy Brunner Stadtrat Direktion Technische Betriebe (Bild: Ralph Ribi)

Fredy Brunner Stadtrat Direktion Technische Betriebe (Bild: Ralph Ribi)

Herr Brunner, verraten Sie Ihre Neujahrsvorsätze?

Fredy Brunner: Ich fasse keine guten Vorsätze mehr fürs neue Jahr. Früher schon; es hat in der Regel aber nichts genützt.

Das Jahr 2015 hält bereits im Frühling eine Zäsur für Sie bereit. Nach zehn Jahren im Amt treten Sie als Stadtrat zurück und gehen in Pension. Haben Sie zum Jahreswechsel viel darüber nachgedacht, was kommen mag?

Brunner: Ich bin immer noch voll auf mein Amt fokussiert, daher nein. Aber ich habe über die Feiertage mein Büro zum grossen Teil geräumt. Dabei sind viele Dinge zum Vorschein gekommen, die Erinnerungen geweckt haben.

Welche?

Brunner: Verschiedenes, was ich als Stadtrat halt alles so erlebt habe. Ich habe immer gesagt, ich höre freiwillig auf, aber nicht gerne. Aber jetzt beginne ich mich zu freuen.

Geben Sie Ihr Amt ruhigen Gewissens an Ihren Nachfolger Peter Jans weiter, oder gibt es Dinge, die Sie gerne noch erledigt hätten?

Brunner: Man wird immer Dinge zu erledigen finden, wenn man will. Aber es ist normal, im Sinne eines fliessenden Überganges, auch ein paar Sachen offenzulassen. Die Stadt ist in ihrem 1403. Jahr. In dieser Zeit hat sie unzählige Wechsel in der Regierung erlebt. Es wird auch ohne mich weitergehen (kurze Pause). Aber wenn es fünf Minuten vor Schluss noch ein Projekt zu machen gilt, mache ich auch das. So bin ich halt.

Kann der pensionierte Fredy Brunner denn wirklich einfach die Füsse hochlegen und nichts tun?

Brunner: Keine Ahnung, in Pension gehe ich zum erstenmal. Dafür, dass ich von Natur aus eigentlich faul bin, habe ich überraschend viel gearbeitet. Vielleicht schlafe ich als Pensionist ein halbe Stunde länger.

Dass Sie faul sind, nimmt Ihnen niemand ab. Sie haben doch sicher bereits Pläne?

Brunner: Ich werde wieder ein Büro in der Stadt haben, worüber ich mich sehr freue. Dann nehme ich weiterhin Einsitz in vier Verwaltungsräten, zudem habe ich ein Projekt in Planung. Darüber verrate ich aber noch nichts. Und schliesslich sind da noch meine acht Enkelinnen und Enkel…

Werden Sie politisch hörbar bleiben?

Brunner: Politisch habe ich meine Sache erledigt. Ich denke, als Mitglied einer Regierung sollte man sein Bestes geben. Danach aber soll man schweigen.

Nachdem das Geothermieprojekt gescheitert ist, bleibt die Frage, was mit dem Erdgas zu machen ist. Werden Sie die Entscheidung noch mittragen, oder überlassen Sie das Ihrem Nachfolger?

Brunner: Der Stadtrat wird sich der Erdgas-Frage nächstens in einer Klausur annehmen. Für mich ist es vorstellbar, dazu Peter Jans bereits einzuladen. In wesentlichen Sachen werde ich sicher an der Entscheidungsfindung beteiligt sein. Aber ich werde nur noch Weichen stellen und nicht mehr bis zum Prellbock fahren.

Was wünschen Sie dem Stadtrat für das neue Jahr?

Brunner: Ich hoffe, dass der Stadtrat in der neuen Zusammensetzung ein schlagkräftiges Team wird.