«Zur Belohnung gibt's ein Ticket»

Der FC St.Gallen will mit einem Antilitteringprojekt in den Extrazügen das Image seiner Fans aufbessern. Fanarbeiter Alex Hasler über die Ziele des Projekts.

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Alex Hasler Fanarbeiter FC St. Gallen (Bild: Quelle)

Alex Hasler Fanarbeiter FC St. Gallen (Bild: Quelle)

Herr Hasler, die Fans des FCSG sollen heute im Extrazug nach Sion zum ersten Mal selber aufräumen. Wie kam die Idee an?

Fussballfans sind sehr direkt. Stiesse das Projekt auf Widerstand, hätten sie mir das sicher gesagt. Die Reaktionen waren aber durchwegs positiv.

Haben sich für den ersten Einsatz genügend Freiwillige gemeldet?

Ja, sogar mehr als nötig. Längerfristig wollen wir zehn Personen für das Antilitteringteam gewinnen, und pro Auswärtsspiel drei oder vier von ihnen einsetzen. Bisher haben sich sechs Freiwillige gemeldet, vier von ihnen werden heute aufräumen. Zur Belohnung fahren sie gratis mit und erhalten das Ticket fürs Spiel geschenkt.

Das dürfte für viele der Beweggrund fürs Mitmachen sein. Glauben Sie wirklich, dass das Antilitteringteam auch nach dem Spiel noch motiviert ist?

Das hoffe ich doch sehr. Schliesslich steht dann am meisten Arbeit an. Die Tickets sind sicher ein grosser Anreiz für die Fans. Ich kenne aber alle, die sich bislang gemeldet haben, und schätze sie als zuverlässig ein. Sollte sich jemand nicht an die Abmachung halten, werden wir mit dem Betreffenden reden und ihn notfalls aus dem Team ausschliessen.

Was bleibt denn so alles liegen in den Extrazügen?

Vor allem Flaschen, Dosen und Kartonschachteln. Gerade bei langen Zugreisen wie der heutigen nach Sion sammelt sich einiges an: Die Fans müssen sich schliesslich verpflegen. Die kleinen Abfallbehälter der SBB reichen da nicht aus. Dennoch haben wir uns auch bislang bemüht, die Züge sauber zu verlassen. Beispielsweise mit dem Verteilen von Abfallsäcken. Etwa ein Drittel des Mülls blieb jeweils dennoch liegen.

Immer wieder sorgen randa lierende Fans für Schlagzeilen. Reicht «Fötzeln» tatsächlich aus, um ihr Image aufzubessern?

Die Ausschreitungen sind das eine. Die Diskussionen drehen sich aber auch immer wieder um die Kosten, welche die Fans verursachen. Wir wollen mit dem Projekt die SBB entlasten und aufzeigen, dass wir uns für eine Kostensenkung einsetzen. Ich erhoffe mir vom Antilitteringprojekt ausserdem, dass bei den Fans ein Umdenken stattfindet. (sch)